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Pässe Taiwan

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Regionsbeschreibung

Von harakiri – Das Heimatland vieler unserer Radteile ist so gar nicht dafür bekannt, dass man dort Berge auf asphaltierten Straßen erradeln kann. Vielmehr kennt man Taiwan hierzulande wohl nur als Industrienation mit der versmogten Hauptstadt Taipei mit einem Verkehrschaos der Sonderklasse.

Topographie
Es lohnt sich aber genauer hinzuschauen: Die Insel ist etwa halb so groß wie Österreich und hat 21 Millionen Einwohner. Diese leben auf ziemlich engem Raum hauptsächlich an der Westküste. Der Rest der Insel ist ziemlich viel Gegend.
Größtenteils bewaldet erheben sich die Berge bis auf knapp 4000 m Höhe. Auf asphaltierten Straßen kann man immerhin bis auf 3275 m Höhe hochfahren – startend an der Ostküste auf Meeresniveau. Diese Querung des Zentralgebirges ist eine von zwei Möglichkeiten die Insel in Ost-West-Richtung zu durchfahren. Wobei diese Angabe mit Vorsicht zu genießen ist, denn die Insel wird regelmäßig von Taifunen und Erdbeben heimgesucht. Es lohnt also, sich vorab zu erkundigen, ob Straßen beschädigt sind.

Klima
Das Wetter im Allgemeinen ist auf Taiwan sehr vom Regen geprägt. Im Winter kann man im Norden der Insel mit viel Nieselregen rechnen, während der Monsun im Süden im Sommer täglich für einen ordentlichen Regenguss sorgt. Taifunwarnungen sollte man selbstverständlich auch beachten.
Der Winter ist mit Minimaltemperaturen von 10 bis 20 °C sehr mild. Schnee ist selbst auf den höchsten Bergen Taiwans eine Rarität. Der Sommer ist, insbesondere im tropischen Süden der Insel, heiß und feucht.

Anreise
Die Insel ist dank der großen internationalen Flughäfen Tayoyuan (eine Stunde von Taipei) im Norden und Kaohsiung im Süden gut erreichbar. Direktflüge gibt es von Frankfurt, Wien und Amsterdam. Die Direktflüge von Frankfurt und Wien werden von China Airlines durchgeführt. Von Amsterdam fliegen mehrere Airlines. Umsteigeverbindungen gibt es ebenfalls von vielen Airlines.
Die Radmitnahme im Flugzeug gestaltet sich sehr unterschiedlich. Air China zum Beispiel nimmt für 70 $ pro Strecke das Fahrrad mit gedrehtem Lenker und abmontierten Pedalen zusätzlich zum normalen Gepäck mit. In meinem Fall (China Airlines) habe ich es so gemacht, dass ich das Rad in einer Tasche verpackt habe und als normales Gepäck aufgegeben habe. Mit 20 kg Freigepäck und 7 kg Handgepäck bin ich ausgekommen.
Vom Flughafen zum Hotel ist das Taxi die erste Wahl: Von Tayoyuan in das Stadtzentrum von Taipei beispielsweise zahlt man für eine einstündige Taxifahrt nur etwa 30 € und bekommt dafür eine stressfreie Fahrt bis vor die Haustüre – sofern man die Adresse des Hotels auf chinesisch niedergeschrieben hat, denn Englisch sprechen nur die wenigsten Taxifahrer.

Unterkunft
Ich habe für meinen Aufenthalt ein Hostel gewählt: 20 € / Nacht in einem kleinen, aber schönen, sauberen Zimmer nahe des Taipei 101 mit Dusche und WC am Gang und verfügbarer Waschmaschine. Es gibt aber unzählige andere Möglichkeiten, hier seine Zeit zu fristen. Abenteurer werden vermutlich in ländlichen Gegenden zu weit günstigeren Preisen fündig, im Internet sind solche Unterkünfte aber wahrscheinlich eher nicht zu finden.

Essen & Trinken
Die Verpflegung hier in Taiwan ist unschlagbar günstig. Für 5 € bekommt man auf jeden Fall eine vollwertige Mahlzeit inklusive Getränk. Suppen, Nudelgerichte, Reis, Meeresfrüchte und Huhn sind die gängigsten Speisen. Abenteurer können auch zu frittierten Entenhälsen oder -füßen sowie zu Frosch- oder Schlangensuppe greifen. Vor allem die Nachtmärkte Taipeis bieten kulinarische Abenteuer für Experimentierfreudige. Einziges Manko hier ist das Frühstück: Vor 10 Uhr ist kaum etwas zu bekommen, und wenn, dann hat das überhaupt nichts mit dem, was wir unter Frühstück verstehen, zu tun. Man kann entweder in einem Seven Eleven Shop etwas zu Essen kaufen oder man arrangiert sich mit den hier üblichen Gepflogenheiten und isst eben auch zum Frühstück eine Suppe oder ähnliches.

Verkehr
In Taipei kann man Verkehrschaos vom Allerfeinsten erwarten. Schneller als die Autos ist man mit dem Rennrad in jedem Fall. Eine Besonderheit des Verkehrs hier sind auch die Motorroller: Es gibt vermutlich mehr als doppelt so viele Roller als Autos. Für die Roller zählen natürlich kaum Verkehrsregeln: Es wird rechts überholt, an der Kreuzung bis zur Haltelinie vorgefahren und Zebrastreifen sowie Gehsteige benutzt. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, so kann man im Schwarm der Roller mit dem Rennrad mitfahren und hat so ein bisschen das Gefühl in einem Peloton zu fahren – nur, dass man an jeder Ampel halten muss.
Sobald man ein bisschen aus der Stadt herauskommt, werden die Straßen schnell schmal, kurvig, bergig und der motorisierte Verkehr ist praktisch nicht mehr vorhanden. Dort beginnt dann das Eldorado für den Radfahrer.

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