Alpentour Wetzel 2003 / Angriff auf den Galibier

Verstecke den Buchungsstand der quaeldich-Reisen & Events
netzathleten

Erlebnisbericht: Alpentour Wetzel 2003

Erlebnisbericht von DragAttack (weitere...)

Tag 6: Val d'Isere - Valloire: Angriff auf den Galibier
105 km / 1700 Hm / 13.08.2003

Val d'Isere (0,0 km) - Col de l'Iseran - Col du Télégraphe - Valloire (105,0 km)

Beschreibung

Nach frühem Aufbruch am nächsten Morgen fällt der letzte Anstieg bis zum Col de l'Iseran fast leicht. Die Beine tun endlich ihren Dienst. Von einem besonders lohnenden Aussichtspunkt gut 3 km vor der Passhöhe abgesehen, komme ich ohne Pause bis nach oben. Die Landschaft hier oben ist phantastisch - und das Gefühl, aus eigener Kraft oben anzukommen, ist unbeschreiblich.
Bis auf wenige Gegenanstiege geht es zum Ausgangspunkt des Col du Galibier - die ersten 14 km steil, anschließend mit durchschnittlich 2% - gut 70 km lang bergab. Leider verhindert starker Gegenwind eine entsprechend schnelle Abfahrt. Abgesehen von den steileren Abschnitten müssen wir richtig kurbeln, um mit wenigstens gut 20 km/h hinunter zu kommen. Je tiefer wir kommen, desto unerträglicher wird die Hitze. Mangels Schatten in der Sonne gemessen, betrug die höchste Temperatur am Fuß des Col du Galibier 51°. Nachdem wir uns am Col de l'Iseran getrennt hatten, treffe ich hier die anderen Radfahrer wieder.
Eigentlich hatte ich von hier aus vor der Weiterfahrt zum Galibier eine Rundtour über Col de Chaussy, Glandon, und Croix de Fer geplant. Leider fehlt mir hierzu nach den Schwächen der ersten Tage die Zeit. Übermorgen startet in Embrun einer der anspruchvollsten Langdistanztriathlone mit der Südrampe des Col d'Izoard als Teil der Radstrecke. Hier dabeizusein – dieses Jahr noch als Zuschauer – hatte ich zum Anlaß meiner Reise genommen. Ohne Umweg setzte ich folglich meien Fahrt zum Galibier fort.
Der Weg hinauf führt zunächst über den Col du Télégraphe. Auf Grund seiner recht konstanten Steigung läßt sich dieser – trotz 7,5% Durchschnittssteigung auf 11km – sehr angenehm fahren. Es folgt die kurze Abfahrt nach Valloire, das fast schon rituelle Plündern er Käsetheke sowie der weitere Anstieg. Von einer kurzen Steilstufe abgesehen, sind die folgenden 9km bis zum Beginn der Serpentinen bei Plan Lachat mäßig anstrengend. Während die Fünfergruppe hier die Etappe beendet, will ich weiter – wenigstens bis nach oben und, wenn die Lichtverhältnisse es zulassen, auch noch hinab nach Briancon. Die letzten 7,5km bis zum Gipfel haben durchschnittlich 9% Steigung und Maximalwerte weit über 10%. Mit inzwischen schwer werdenden Beinen kämpfe ich mich bis auf halbe Strecke zur Paßhöhe hinauf. Während dessen wird der Himmel auf der anderen Seite des Passes immer dunkler. Mit den ersten Blitzen beschließe ich, die Paßankunft auf den nächsten Tag verschieben. Enttäuscht - Iseran und Galibier an einem Tag wäre zu schön gewesen – fahre ich wieder hinab, und baue mein Zelt bei den anderen auf.