Alpentour Wetzel 2003 / Nach Basel und Rückfahrt

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Erlebnisbericht: Alpentour Wetzel 2003

Erlebnisbericht von DragAttack (weitere...)

Tag 14: Großer St bernhard - Basel: Nach Basel und Rückfahrt
270 km / 23.08.2003

Großer St bernhard (0,0 km) - Basel (270,0 km)

Beschreibung

Um 5.30 klingelt der Wecker. Kalt! Bei den Temperaturen ist an Aufstehen, geschweige denn Abfahrt, nicht zu denken. Erst kurz vor 8 Uhr trau ich mich - mit langer Jeans über der Radhose, drei Trikots sowie einem dicken Wollpullover unter dem dritten Trikot - an die Abfahrt. Die Temperatur ist grenzwertig, die Abfahrt jedoch macht unglaublich Spaß. Der obere Abschnitt bis zur Tunnelzufahrt ist wunderschön und kurvig. Der weitere Teil ist mit nur zweimal zwei Serpentinen und ansonsten nur leichten Kurven richtig schnell zu fahren - endlich weiß ich, wozu ich ne 53/11 am Rad habe.
Kurz vor Martigny wandel ich die von der Hinfahrt übriggebliebenen Franken nahezu restlos in Brot und Cola um, und entledige mich der jetzt nicht mehr benötigten Klamotten. Der Tag verspricht (droht!), heiß zu werden. Die weitere Route führt zunächst zum Genfer See. Ich freu mich schon darauf, allen möglichen DeepPurple Fan einen Gruß aus Montreux zusmsen.
Dort angekommen vergehts mir fast - wie kann man eine so schöne Gegend nur so vollständig und geschmacklos zubetonieren? Von Villeneuve bis Vevey kämpf ich mich 15 km ohne erkennbare Stadtgrenzen von Ampel zu Ampel am Nordufer entlang. Endlich kommt meine Abfahrt und ich kann dem Chaos mit dem vorletzten Anstieg meiner Reise entfliehen. Nur gut 20km weiter komme ich südlich von Moudon auf die Hauptstraße nach Bern. Die Umgehungen für Radfahrer sind zwar gut zu fahren, jedoch bei der Ausschilderung ist langfristig Verfahren garantiert. Folglich halte ich mich soweit möglich (und erlaubt) bis Murten 45 km auf der Hauptstraße.
Hier wird die Strecke endlich wieder angenehm. Weitere 50 km fahre ich auf mäßig befahrener Straße durch kleine, teilweise sehenswerte Orte (mein persönlicher Favorit Büren a.A., und direkt daneben Rüti b.B. Soll das tatsächlich heißen Rüti bei Büren am A...?) bis nach Solothurn.
Unterwegs gibt mein Leerlauf seinen Geist auf. Schon länger haben sich beim Schieben des Rades die Kurbeln mitgedreht. Jetzt versuchte auch während der Fahrt, wenn ich nicht trete, der hintere Zahnkranz mitzulaufen. Dieses führte dann zu periodischem nach vorne ziehen und zurückschnappen des Kettenspanners. Nach 210 km stoße ich hier wieder auf die vom Hinweg schon bekannte Strecke. Auf unübersichtlich ausgeschilderten Umgehungsstrecken führt der Weg 20 km parallel zur Hauptstraße nach Balsthal. Von hier aus sind die letzten 250 Hm der Reise zu überwinden. Trotz der durchgängig geringen Steigung kündigen mir spätestens hier meine Beine die Freundschaft. Mit Einbruch der Dunkelheit beende ich auch den letzten Anstieg. Auf zum Glück schwach befahrener Straße und mit 400 Hm Gefälle erreiche ich knapp 20 km weiter trotz der schwachen Beleuchtung zügig Liesthal.
Von hier aus bis Basel reiht sich weitere 20 km nahezu lückenlos ein Ort an den nächsten, und ich kann mich über Bürgersteige in ca. 2 h ins Ziel retten. Kurz vor Mitternacht erreiche ich Basel Badischer Bahnhof. Hier treffe ich vier Polen aufm Weg nach Frankfurt-Oder. Gemeinsam teilen wir uns das Wochenendticket. Die erste Verbindung nach Berlin startet um 3:07. Mit siebenmal Umsteigen steige ich todmüde um 17:50 am Alex aus.
Gestern (Mittwoch) hab ich das Rad aus der Werkstatt geholt. Leider war's so teuer wie befürchtet. Dafür läuft es so leicht, dass ich damit direkt zurück in die Berge möchte - immerhin hab ich noch nen Gutschein für einmal Hinterrad zentrieren dazu bekommen.