Dresden - Krakau 2010
QD-Reisen & Events:
DLRF: 2
Erlebnisbericht: Dresden - Krakau 2010
Erlebnisbericht von dbeckel (weitere...)
13 Tage / 1043,6 km / 14851 Hm
Hohe Tatra. Wie schon bei unserer Norwegen-Tour, so weicht auch dieses Mal die ursprüngliche Planung von der letztendlichen Tour ab. Zunächst hatten wir eine Tour in der hohen Tatra geplant, aber dann festgestellt, dass die hohe Tatra dafür schlichtweg zu klein ist, bzw. es nicht genügend Strassen für sinnvolle Touren in der Tatra gibt. Daher kam Timo auf die Idee von Dresden nach Krakau zu fahren und dabei sämtliche Gebirge und Gebirgchen mitzunehmen, die auf dem Weg liegen: Elbsandsteingebirge, Lužicke hory (Lausitzer Gebirge), Zittauer Gebirge, Jizerské hory, Góry Izerskie, Karkonosze (Riesengebirge), Überschaargebirge, Broumovske Mezihoří (Falkengebirge), Góry Stolowe (Heuscheuergebirge), Orlicke hóry (Adlergebirge), Góry Kłodzkie Snieżnik (Glatzer Schneegebirge), Hrubý Jeseník (Altvatergebirge), Moravskoslezské Beskydy / Moravskosliezske Beskydy (Mährisch-Schlesische Beskiden), Chočské vrchy, hohe Tatra , Pieniny. Mit dieser kleinräumigen Unterteilung, kommen wir also auf mehr als ein Gebirge pro Tag der Tour. Wenn man das ganze etwas weiter fasst, handelt es sich allerdings nur um zwei Gebirge: Sudeten und Karpaten. Jedenfalls lässt sich mit den zahlreichen Mittelgebirgen eine schöne und abwechslungsreiche Tour in die Tatra zusammenstellen.
Ähnlich verhält es sich mit den Grenzübergänge: unserer Tour ging zwar nur durch vier Länder, wir mussten aber 13-mal eine Grenze überqueren. Da haben wir mal richtig vom Schengenabkommen profitieren können.
Strassen Die Qualität und Dichte des Strassennetzes ist erheblichen Schwankungen unterworfen: während vor allem in den Touristischen Regionen zum Teil beste Strassen zu finden waren, sind andere von sehr schlechter Qualität. Im Verlaufe der Beschreibung (bzw. in den darin verlinkten Passbeschreibungen) werde ich auf die extremsten Stellen hinweisen. Besonders in Tschechien gibt es teils hervorragend ausgeschilderte Radwege, diese führen teils auf Strassen, sowie auf Naturstrassen, Schotter- und Waldwegen entlang und sind in einigen Fällen nur für Mountainbikes zu empfehlen. Timo hat die Tour bewusst wenn möglich auf Nebenstrassen geplant, deswegen ist die Tour mit wenigen Ausnahmen sehr verkehrsarm.
Unterkünfte Wir hatten unsere Zelte dabei und haben diese bei gut der Hälfte der Übernachtungen genutzt. Wer etwas Gepäck sparen will, kann guten Gewissens auf Zelte verzichten: es gibt sowieso deutlich mehr Hotels/Pensionen als Campingplätze. Letztere sind ausserdem teilweise bereits Mitte/Ende September geschlossen oder kaum besucht. Die Hotels/Pensionen sind ausserdem sehr günstig und selbst die gehobenen Hotels haben nie die Nase gerümpft, wenn wir völlig durchnässt mit unseren Landstreicher-Rädern ankamen. Wir konnten auch die Räder immer in geschlossenen Räumen abstellen.
Essen Knödel sollte man schon mögen, wenn man diese Gegend bereist. Die Knödel sind allerdings nicht wie ich sie als Klösse aus dem Fränkischen kenne kugelförmig aus Kartoffelteig, sondern entsprechen eher Weissbrotscheiben. Palatschinken gibt es nahezu überall als Nachtisch und Fleisch in vielen Formen als Hauptspeise. Zu meiner Überraschung hatte nahezu jedes Lokal selbst im hintersten Winkel der Zivilisation auch eine vegetarische Karte. Allerdings deckt sich deren Inhalt unter Umständen nicht mit den Erwartungen westeuropäischer Vegetarier. Häufige Gerichte auf vegetarischen Karten waren: Spaghetti Carbonara, Fleisch mit Käse, Fleisch mit Gemüse.
Kosten Letztlich kamen wir mit ca. 35 € pro Person und Tag für alle unterwegs angefallenen Kosten aus, wobei wir mindestens einmal täglich Essen gegangen sind.
Wetter Wir hatten auf unserer 14-tägigen Tour (Mitte / Ende September) etwa vier Tage überwiegend Regen, der aber eher ein Nieselregen war. Etwa sechs Tage hatten wir zudem strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen.
Kultur Wir waren wohl nicht die fleissigsten, auch wenn wir dank Timo einige Klöster und ein Freilichtmuseum gesehen haben. Immerhin haben wir dadurch das Bemühen des Kulturattachés unterstützt mit seinen ganzen Santuari Beschreibungen aus dem Tourenplaner einen „Klosterplaner“ zu machen. (Um einen alten Streit in der Quäldich Redaktion noch mal aufzuwärmen, sei noch erwähnt, dass er das più alto Santuario nicht beschrieben hat). Unser Reisegebiet bot darüber hinaus jede Menge malerischer Ortsbilder. Besonders hervorstechend waren die charakteristischen, sich von Gegend zu Gegend wandelnden Holzhäuser und die ausgesprochen grosszügigen Marktplätze umringt von hervorragend instand gesetzten Häuserreihen.
Sonstiges Zunächst sei hier mal auf Uwes ausführliche Slowakei Beschreibung verwiesen. Wir hatten sowohl in Tschechien, wie auch in der Slowakei und in Polen das Gefühl sehr herzlich aufgenommen worden zu sein. Einmal wurde ein eigentlich geschlossenes Restaurant geöffnet, nur weil wir nach einem Laden gefragt haben, ein andermal standen wir suchend auf der Strasse und bekamen spontan eine Wohnung für eine Nacht vermietet. Solche Erlebnisse hatten wir noch mehrere. Bis auf ganz wenige Ausnahmen haben die Preise für Unterkunft und Essen immer gut dem Gegenwert entsprochen, oder waren sehr günstig. Auch hatten wir nie das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Obwohl keiner von uns irgendeiner der Sprachen mächtig war, konnten wir uns oft verständigen: teils auf Deutsch, bei jüngeren Leuten oder in grösseren Städten auf Englisch, ansonsten ging es auch mit Händen und Füssen. Als letzten Rettungsanker hatten wir auch noch Mini-Langenscheidts für jedes Land dabei.
Bilder Um einem Urheberschaftstreit vorzubeugen: die beigesteuerten Bilder sind von Thomas, mir und einige von Timo. Die Bilder lassen sich leicht den einzelnen Fotographen zuordnen: die blassen, nichtssagenden stammen von mir, während die guten Bilder von Thomas sind. Timos Bilder verraten sich durch gröberes Korn.











