Ein Trip nach Bratislava / Schöner Abschluss
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Erlebnisbericht: Ein Trip nach Bratislava
Erlebnisbericht von tortenbäcker (weitere...)
Tag 7: Stilfser Joch - Samedan: Schöner Abschluss
178 km / 4847 Hm
Stilfser Joch (0,0 km) - Bormio (20,8 km) - Santa Caterina Valfurva (33,6 km) - Passo di Gavia (46,5 km) - Temù (70,2 km) - Stadolina (73,1 km) - Vezza d'Oglio (76,2 km) - Davena (77,8 km) - Incudine (79,9 km) - Monno (83,0 km) - Passo del Mortirolo (90,7 km) - Passo di Guspessa (99,8 km) - Monte Padrio (102,8 km) - Trivigno (107,5 km) - Passo di Trivigno (108,9 km) - Tirano (124,3 km) - Campocologno (126,5 km) - Campascio (128,2 km) - Brusio (129,9 km) - Le Prese (135,8 km) - Li Curt (138,0 km) - Poschiavo (139,6 km) - Berninapass (158,1 km) - Samedan (178,0 km)
Beschreibung
Um ein Uhr wache ich auf und sehe, dass Klaus mir ein SMS zurückgeschickt hat: In Bormio morgen nur Sonne laut Wetterbericht. Ich mache die Fensterläden auf und vergleiche das mit der Realität: Starker Regen, auch ein guter Politiker hätte Mühe, die Diskrepanz wegzudiskutieren. Berlusconi könnte vielleicht die Presse schmieren. Naja, mal wieder zurück ins Bett.Ich stehe um 6:30 auf und siehe da, der Regen hat aufgehört, die Strassen sind aber noch nass. Jede Menge Wolken verzieren den Himmel, aber es scheint zu bessern. Nach reichlich Frühstück breche ich um 7:30 auf. Unten in Bormio zweige ich ab Richtung Gavia, was sein muss, muss sein. Auf den ersten Kilometern überhole ich drei junge Mädels auf Dickpneuvelos. Sie lächeln mir alle zu. Ob das nun an meinem unwiderstehlichen Charme oder doch an dem seit vier Tagen ungewaschenen Trikot liegt, kann ich leider nicht feststellen. Weiter oben dann eine ganze Mountainbike Gruppe. Die Fahrer sind wie an einer Perlenschnur aufgereiht, alle 50m einer. Ich sammle sie alle ein und erreiche nach 1:45h die Passhöhe. Und jetzt, zum exakt richtigen Moment, scheint erstmals die Sonne. Damit kann ich bei angenehmen Verhältnissen runterfahren, abgesehen von einem langen und komplett unbeleuchteten Tunnel, bei dem ich beinahe absteigen muss. In einer Höhle ist es auch nicht dunkler.
Es kommen mir ausserordentlich viele Rennradler entgegen, es fällt mir schon fast schwer, sie alle zu grüssen. Unten im Tal rolle ich dann zum Mortirolo. Es läuft rund, und nach ziemlich genau einer Stunde ab Talsohle bin ich tausend Höhenmeter weiter oben am Scheitelpunkt. Nun folge ich der Panoramastrasse nach Westen, die ungefähr in gleicher Höhe den Berg traversiert. Bei den wenigen Abzweigungen erwische ich glücklicherweise immer den richtigen Weg, so findet dieses abwechslungsreiche Wegstück ihr Ende im dreissig Grad heissen Tirano. Welch ein Unterschied zu gestern! Kurz nach Tirano komme ich dann auch bereits zur Grenze. Nein ich schmuggle nichts, danke. Und schon hat mich die Schweiz wieder.
Nach der ersten Rampe beim Bernina folgt das böse Erwachen. Es herrscht heftiger Nordwind, beim Lago di Poschiavo bilden sich sogar schon Schaumkronen. Ziemlich mühsam, vor allem moralisch. Ich erreiche kaum 25km/h in der Ebene. Der Bernina wird gegen oben hin immer schöner, schliesslich benötige ich volle 2:45h von Tirano bis zur Passhöhe auf über 2300m. Eine Viertelstunde ist aber bestimmt dem Wind zuzuschreiben. Gegen Norden sieht das Wetter nicht so toll aus, Nordstau halt. Die flache Abfahrt führt an Pontresina vorbei, da schaue ich bei der bekannten Konditorei Kochendörfer vorbei, um ein Stück Nusstorte zu probieren. Da ich selbst häufig solche Torten backe, interessiert mich der Vergleich mit dem Original. Vielleicht ist es etwas anmassend, aber ich glaube, meine Torte ist sehr ähnlich und ebenso gut.
Leider sieht es Richtung Albula nach Niederschlag aus, ich beschliesse, diesen Pass aus dem Programm zu nehmen und in Samedan Schluss zu machen, schade. Schliesslich soll dieser tolle Trip nicht im Regen enden.
Ich steige in den Zug ein und träume auf der Fahrt nach Luzern den vergangenen Tagen nach. Noch selten habe ich dermassen intensiv gelebt, es ist bestimmt nicht meine letzte solche Tour gewesen...










