Ein Trip nach Bratislava / Zu den Drei Zinnen
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Erlebnisbericht: Ein Trip nach Bratislava
Erlebnisbericht von tortenbäcker (weitere...)
Tag 3: St. Kassian - Padola: Zu den Drei Zinnen
126,6 km / 3885 Hm
St. Kassian (0,0 km) - Passo di Valparola (10,9 km) - Passo di Falzarego (11,9 km) - Cernadoi (21,3 km) - Colle Santa Lucia (28,1 km) - Passo di Giau (41,9 km) - Pocol (52,2 km) - Cortina dAmpezzo (58,2 km) - Passo Tre Croci (66,2 km) - Misurina (72,0 km) - Col Sant'Angelo (72,9 km) - Tre Cime di Lavaredo (79,9 km) - Tre Cime di Lavaredo (80,8 km) - Col Sant'Angelo (87,8 km) - Misurina (88,6 km) - Giralba (107,5 km) - Reane (110,7 km) - Auronzo di Cadore (112,8 km) - Villapiccola (114,0 km) - Passo San Antonio (122,9 km) - Padola (126,6 km)
Beschreibung
Um sieben Uhr schaue ich aus dem Fenster, es regnet. Mist. Und das obwohl ich doch beim TUI bei den Wetterwünschen ein Häkchen gesetzt habe bei „Eitel Sonnenschein“. Ich schalte den Fernseher ein und bereits nach zehn Sekunden folgt der Wetterbericht. Überall in Italien blauer Himmel ausser im äussersten Nordosten, hhhmm. Ich lasse es gemütlich angehen und der Regen hört zum Glück bald auf. Um 9:00 mache ich mich bei halbschönem Wetter auf den Weg. Der Passo di Valparola ist nicht weit, die schroffen Felswände ringsum beeindruckend. Es geht am Falzarego vorbei Richtung Colle St. Lucia. Hier treffe ich auf Otmar und Marlene aus dem heimatlichen Toggenburg. Sie sind ein paar Tage in der Gegend und nehmen als nächstes auch den Giau unter die Räder. So rollen wir diesen verkehrsarmen und wunderschönen Pass gemeinsam hoch. Kurz vor Cortina trennen sich unsere Wege, ich fahre weiter zum Tre Coci. Zuerst suche ich allerdings noch einen Radladen in Cortina, denn ich möchte zumindest meinen Reifendruck hinten erhöhen. Leider werde ich dabei aber nicht fündig.Ich fühle mich heute besser als gestern und so ist dieser Verbindungspass zum berühmten Misurina See schnell abgehakt. Der See mit den drei Zinnen dahinter macht schon etwas her, entsprechend häufen sich die Touristen hier. In einem kleinen Laden kaufe ich eine weitere Packung Trockenfutter, Fido wäre stolz auf mich. Das Wetter scheint zu halten und damit gehe ich noch die Auffahrt zum Refugio gleich unterhalb der Drei Zinnen an. Diesmal befreie ich mich aber zuerst noch vom Gepäck, schliesslich ist es eine Sackgasse. Für die 500 steilen Höhenmeter benötige ich genau dreissig Minuten. Auf dem Weg überhole ich noch zwei An-Ort-Treter. Sie sind mit schweren Tourenrädern am Start und haben locker das fünffache meines Gepäcks dabei. Das würde mir überhaupt keinen Spass bereiten. Sie schwanken stark, bei 2km/h dürfte auch die Drehimpulsstabilität praktisch wegfallen. Die schroffen Zinnen machen schon Eindruck, auch wenn sie in Sportkletterterminologie noch als flach oder gar liegend gelten, denn:
• Weniger als senkrecht = liegend
• Senkrecht = flach
• 0-10 Grad überhängend = leicht drückend
• 10-20 Grad überhängend = überhängend
• 20-30 Grad überhängend = steil
• 30-60 Grad überhängend = sehr steil
• >60 Grad überhängend = Dach
Von meinem Etappenziel Padola trennt mich jetzt nur noch der Passo del Zovo. Ein paar Tropfen fallen auf dem Weg dahin, es hört aber gleich wieder auf. Beim Zovo fährt man zumeist im dichten Wald, Aussicht erhascht man nur an wenigen Stellen. Dafür ist es sehr friedlich hier. Schliesslich erreiche ich Padola gegen 18:00. Dieses Dorf ist viel weniger touristisch, als ich es erwartet habe. Jedenfalls sind die Übernachtungsmöglichkeiten dünn gesät. Ein Hotel findet sich dennoch, hier begehe ich den Fehler, mich auf Halbpension einzulassen. Damit kann ich erstens das Abendessen nicht auswählen, zweitens ist das Gebotene echt grauenvoll. Nur die junge Bedienung ist messerscharf. Der krönende Abschluss nach zähem, sehnigen Fleisch und geschmacklosen Gnocchi bildet ein Stück Zitronenkuchen. Anstatt Tarte citron dann aber doch eher Tarte Waschmittel. Booahhh. Eigenartigerweise kommen noch ein paar Einheimische ins Restaurant, echte Walfische, ihnen täte Sport auch gut. Das kann jetzt einfach nur an der Bedienung liegen. Jene kann ich unter Aufwendung meines schönsten Zahnpasta-Werbung-Lächelns dazu überreden, dass ich das Frühstück morgen bereits um sieben statt erst um acht einnehmen kann. Damit steht mir bei meiner länglichen anstehenden Etappe mehr Zeit zur Verfügung, immerhin.
Die Bettschwere ist nach dem Essen schnell erreicht, und so schlafe ich ein in Gedanken an den kommenden Tag.









