Geführte Dreiländertour Juli 2008 / Blauer Himmel im Engadin

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Erlebnisbericht: Geführte Dreiländertour Juli 2008

Erlebnisbericht von Jan (weitere...) , Etappenbericht von Roli

Tag 4: Forcola di Livigno - Scuol: Blauer Himmel im Engadin
115,2 km / 1868 Hm

Forcola di Livigno (13,2 km) - Berninapass (20,9 km) - Pontresina (35,4 km) - Samedan (40,6 km) - Bever (43,5 km) - La Punt (47,7 km) - Albulapass (56,7 km) - La Punt (65,8 km) - S-chanf (72,2 km) - Zernez (86,3 km) - Susch (92,4 km) - Lavin (96,0 km) - Ardez (103,8 km) - Ftan (109,6 km) - Scuol (115,2 km)

Beschreibung

IMG 0459.Als wir aufstehen, hält sich noch Nebel über dem Hochtal von Livigno. Doch nach einem reichlichen Frühstück und pünktlich zu unserem Start um kurz nach neun zeigt sich jedoch schon die Sonne auf dem strahlendblauen Himmel - ein Wetter wie wir es uns für alle vier Tage gewünscht und verdient hätten. Nach kurzem Einrollen hinunter ins Tal beginnt mehr oder weniger sofort der Anstieg zur Forcola di Livigno, dem ersten Zweitausender des Tages. Zuerst noch gemeinsam in der Gruppe, dann in immer kleinere Grüppchen aufgeteilt fahren wir gemütlich der Passhöhe entgegen. Oben am Pass ist es aufgrund der frühen Tageszeit noch sehr frisch und abseits der Straße liegt stellenweise sogar Schnee.

Gut gelaunt nehmen wir nach einem gemeinsamen Passfoto die schnelle Abfahrt hinunter zur schweizerischen Grenzstation La Motta unter die Räder. Hier beginnt sofort der Anstieg zum Passo del Bernina, der aufgrund des Schlechtwetters an den vorangegangenen Tagen nun den höchsten Punkt der Tour auf 2330 m markiert. Mit Gegenwind geht es bergauf und mein Rad beginnt im Wiegetritt zu knacken, woher dieses Geräusch kommt, kann ich vorerst nicht lokalisieren. (Bei späterer genauer Inspektion stellt sich heraus, dass das Tretlager kaputt ist.)

Nach nur knapp 300 Hm sind wir auch schon oben und freuen uns auf die Abfahrt ins Engadin, die leider durch starken Gegenwind, der aber auch das schöne Wetter brachte, gebremst wird. Ein obligatorischer Halt folgt natürlich am Bahnübergang mit Blick auf der Morteratschgletscher, bevor es weiter nach Pontresina geht. Dort setzt sich Daniel Beckel ab und zieht los auf seine Runde, die ihn nach dem Albulapass noch ins Landwassertal und über den Flüelapass zurück nach Scuol führt. Für alle anderen geht es über Samedan und Bever gemütlich weiter bis La Punt. Hier wartet mit dem Albulapass das letzte große Hindernis der Dreiländertour.

Daniel Hauser und Ulrich ziehen los und nur mit Mühe kann ich nach kurzem Gespräch mit Jan den Anschluss wieder herstellen. Auch hier haben wir mit viel Wind und dazu hohen Steigungsprozenten zu kämpfen. Über schön angelegte Serpentinen geht es nach oben, bevor ein langes geradliniges Stück die Passhöhe schon erahnen lässt. Immer wieder folgt noch eine Kurve und eine weitere kleine Kuppe, bis schließlich nach und nach die gesamte Gruppe die Passhöhe erreicht. Oben gönnen wir uns erstmal ein Getränk und Kuchen.

Zurück in La Punt wollen wir eine Mittagspause einlegen, doch da es schon zwei Uhr ist, bekommen wir nichts mehr. Deshalb fahren wir weiter und beschließen erst in Ftan zu essen. In angenehmer Fahrt erreichen wir Ardez, wo die Auffahrt nach Ftan beginnt. Im Ort hats ein gutes Restaurant, aber Jan und ich sind schon etwas ungeduldig, da wir um 18.30 in Landeck sein müssen, um unseren Zug zu erreichen. Schließlich bekommen wir doch noch unser Essen und fahren kurz vor fünf am Bellaval in Scuol vor. Schnell wird alles verpackt und leider reicht die Zeit nur noch um hastig Abschied von einander zu nehmen.

Wende und Jens bringen Jan und mich überpünktlich zum Bahnhof und auf der Heimfahrt bleibt Zeit, die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Drei Tage in Regen und Kälte und einer mit traumhaftem Pässefahrerwetter.