Mailand - Menton - Genf
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DLRF: 2
Erlebnisbericht: Mailand - Menton - Genf
Erlebnisbericht von phil72 (weitere...)
5 Tage / 670,4 km / 15777 Hm
Tatsächlich gefahren: 5 Tage / 805 km / 16130 hmEinleitung:
Welcher Radler hat noch nie geträumt von der Königstour quer durch die Alpen? Da bietet sich natürlich die Königin der Alpenstrassen, die Route des Grandes Alpes an (www.grande-traversee-alpes.com).
Sie führt von Thonon-les-Bains am Genfersee bis nach Menton ans Mittelmeer. Die offizielle Route misst 700km und geht über 15 Pässe. Der höchste davon, der Cime de la Bonette, erreicht die magische Zahl 2.800 Meter. Im Laufe der Strecke wird ein summierter Höhenunterschied von fast 16000 Metern überbrückt. Aufgrund der geringen Anzahl an Begradigungen ist die Route letztendlich eine endlose Folge an Kurven. 10 bis 15.000 Kurven soll sie haben, gezählt hat sie vermutlich noch keiner. Wer den schnellsten Weg durch die Alpen sucht, sollte sich besser nach alternativen Möglichkeiten umsehen.
Historisches:
Die Ursprünge der Route des Grandes Alpes liegen ca. 100 Jahre zurück. Léon Auscher präsentierte dem Touring Club de France 1909 seine Idee, die wesentlichen Zentren der französischen Alpen durch eine Strasse zu verbinden und damit die Gebiete für Touristen zugänglich zu machen. Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden und man nahm das Projekt in Angriff, trotz der zahlreichen zu erwartenden Schwierigkeiten. Im Jahr 1937 wurde
der Col de l´Iseran freigegeben, damals die höchste Passstrasse Europas. 1970 folgte der Cormet de Roselend, 1995 wurde die Route endgültig fertiggestellt.
Die Ausrüstung:
Rennvelo, ist ja klar. GPS für die Orientierung. Warme Klamotten und Ersatzwäsche. Etwas Tagesverpflegung und Notrationen. Das wichtigste natürlich: genügend Flüssigkeit in den Bidons. Sonnencreme nicht vergessen. Und für die Bobochen: Salben für mich und Flickzeug fürs Velo. Das ganze findet grösstenteils in der Sattelrohrtasche platz. Das wärs. Für mehr reichts nicht! Brauchts auch nicht!
Vor 20 Jahren war ich zum ersten Mal mit einem Freund in den Westalpen zum Velofahren. Damals war die Route des Grandes Alpes noch nicht ausgeschildert. Ich hatte noch nie was gehört von Pässen wie Iseran, Galibier oder Bonette. Ich hatte grad mal den Klausenpass befahren. Doch damals hat es mich gepackt, das Fieber des Pässe-Radelns. Danach folgten immer wieder Touren in diese Region.
Für mich wurde im September 2010 der Traum einmal mehr war. Das Warten auf gutes Wetter hatte ein Ende -der Wetterbericht versprach viel Sonne. Bei der Planung stellte sich die Frage wie man ohne Begleitfahrzeug zum Start der Tour und vom Ziel wieder nach Hause kommt. Für einen Velofahrer keine einfache Frage, sind Radler doch in den öffentlichen Verkehrsmitteln bekanntlich nicht sehr beliebt.
Hier eine von vielen Lösungen: Man nehme den Zug, ein EC soll es sein, von Bern nach Mailand durch den neuen Lötschberg und den Simplon. Da gibt es täglich einige wenige die Velos mitnehmen. Das klappte problemlos. Es ist allerdings eine Reservation erforderlich, da im ganzen Zug nur schlappe 6 Velohaken zur Verfügung stehen. Auf diese Weise ist man reletiv flot, und von Bern ohne Umsteigen in der norditalienischen Metropole. Nach insgesamt 4 Stunden ermattender Bahnfahrt hatte ich dann genug. Zum Glück gab es nur 15 Minuten Verspätung. Hier am Milano Centrale begann also meine Route des Grandes Alpes.










