Mallorca - erste Sonne 2004 / Entlang der Ostküste

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Erlebnisbericht: Mallorca - erste Sonne 2004

Erlebnisbericht von marik (weitere...)

Tag 4: Palma - Son Serra de Marina: Entlang der Ostküste
135 km / 28.03.2004

Palma (0,0 km) - Son Serra de Marina (135,0 km)

Beschreibung

Jochen fährt in El Arenal am Ballermann vorbei.Entgegen aller Hoffnungen am gestrigen Abend zeigt sich der Himmel am Sonntag morgen genau so bedeckt wie am Vorabend. So zieht sich das Frühstück länger hin als geplant, und um zehn fahren Jochen, Martin und ich mit dem Auto los nach Palma. Torsten, Uwe und Eva wollen den Norden der Insel unsicher machen, während wir das Auto zurückgeben und dann in einer Südostschleife über Cap Blanc die Ostküste erkunden.

Mit dem Auto nach Palma und los

Wieder ins Auto und zurück über Sta Magdalena, Llubi, Inca nach Palma Flughafen, wo wir um halb zwölf auf die Sättel steigen. Nach einigen Schweirigkeiten und kurzen Versuchen, die Autostraße zu befahren, finden wir einen Wegweiser zum "Industriegebiet Süd", der in Richtung Wasser zu weisen scheint, und tatsächlich auf recht schmaler Straße mit grünem Bewuchs einen Weg durch die Autobahntrassen und Industrieanlagen findet.
Ein Blick auf die Fahnen am Flughafen zeigt uns hier schon das Motto der heutigen Tour an: Der Wind aus Nordost verspricht Gegenwind nonstop.
In Höhe Can Pastilla kommen wir dann auf die Uferpromenade Palmas und fahren in Richtung Südost, nach El Arenal, dem Mekka der Sauftouristen, das allerdings noch relativ verschlafen da liegt. Es ist zwar schon ein wenig Publikumsverkehr zwischen den abgeschmackten Touristengeschäften unterwegs, aber die bayerischen Lederwaren- und sonstigen kulturell typischen Andenkenläden bleiben aufgrund des eher kühlen Wetters im Moment nach leer, von den Balenareos hat nur unser Ballermann 6 auf.
Gut, jetzt hab ich das auch mal gesehen, also schnell weiter in Cala Blava, wo wir der Bebauung Palmas endlich nach 10 km entkommen. Auf dem Weg zum Cap Blanc zeigen wir uns zunächst lernfähig, was die Straßenwahl anbetrifft, finden jedoch schließlich die richtige, zunächst Richtung Süden bis zum Cap Blanc, also Rückenwind auf den folgenden 19,5 km.
Der erleichtert den eher öden Streckenabschnitt, der im Wesentlichen ohne Abwechslungen durch ödes Buschwerk geht. Die Landschaft ist hier eher wellig als hügelig und die neu asphalitierte und scheinbar kürzlich erst ausgebaute Straße sehr breit, wenn auch nur zweispurig. Der dunkle Himmel, auf dem sich die Wolken immer dichter zusammenziehen, trägt ein Weiteres zu meiner sinkenden Moral bei: Mallorca-Urlaub, das hatte ich mir sonniger vorgestellt.

Cap Blanc

Beim Cap Blanc grüßt der Leuchtturm einige Hundert Meter von der Straße entfernt durch den Dunst, das dahinter liegende Meer ist vor Nebel kaum zu erkennen. Hier biegt die Straße im rechten Winkel nach Nordosten genau gegen den Wind - ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Kilometer an der Ostküste. Dahin geht es jetzt, hauptsächlich an Obstplantagen entlang 37 km von Cap Blanc über ses Salines und weiter nach Santanyi, im Südosten der Insel.

Umweg über Cala d'Or

Eigentlich wollten wir hier auf direktem Wege nach Portocristo fahren, immer auf der knapp 3 km vom Ufer entfernten Straße. Da die größeren Orte darauf wenig dicht gesäht sind und Portocristo nicht immer ausgeschildert ist, orientierten wir uns bei den Wegweisern an den kleinen Ortschaften an der Küste, also zunächst immer Richtung Cala d'Or, dem wir leider zu lange folgten, und uns schließlich in einer schönen kleinen Bucht am Mittelmeer wiederfanden, wo wir gar nicht hinwollten. Aber immerhin, der schönste Fleck der heutigen Tour.
In Cala Ferrera, dem nächsten Küstenort, gabs dann erst mal Cola und Baguette an einer Tanke, wo wir uns ziemlich auskühlten, und schließlich zurück zu unserer Straße fuhren. Fazit: 10 km zu viel, aber die schöne Bucht von Cala d'Or gesehen.
Das Wetter wurde eher schlechter als besser, und ich denke spätestens jetzt fiel die Entscheidung, nicht mehr bis Portocristo zu fahren, sondern in das Inselinnere nach Manacor zu fahren, und so nach Son Serra de Marina abzukürzen.
Erst mal blieb alles beim Alten. Der Wind kam jetzt genau von vorne, ich merkte, dass ich nicht so fit bin, wie ich gerne wäre, und Jochen hielt wie vorher das Tempo hoch. In Manacor lag das Schlimmste hinter uns, der Regen, die öde Landschaft, und die breite Straße. Es blieb der Wind, als wir auf Martins Tipp hin die westliche der beiden schmalen Ortsausgänge nach Norden nahmen - genau an der Windmühle rechts ab. Er versprach uns eine schmale Straße mitsamt Serpentinenaufstieg zum Abschluss, und da konnten wir nicht nein sagen.
Jetzt wurde der Ausgang wirklich noch versöhnlich, und die letzten zwei Kilometer ging die Straße wirklich wunderschön bergauf zur PM 333, die wir gestern schon aus Petra gekommen waren. Zunächst eine Doppelserpentine mit einer gerade einmal 5 Meter langen Geraden dazwischen, die den absoluten Höhepunkt der Toru darstellte, dann noch eine Serpentine und den Rest des Wegs hoch zur Straße. Jochen setzte sich gleich ab, aber auch Martin trat an, und mir fehlte die kraft zum Kontern. Wirklich bitter, wenn der Winter alle Kraft einbehalten hat. Ohnehin ohne Chance, mitzuhalten, schonte ich mich also und hoffte auf bessere Zeiten. Die letzten 12 km waren also so wie gestern, nur nicht in ganz so euphorischer Grundstimmung, aber dank Jochens Tempo wesentlich schneller vorbei.
Zuhause angekommen war ich einigermaßen angepisst vom Wetter, freute mich aber richtig, dass die Duschen schon schön warm waren, weil Torsten, Uwe und Eva schon zu Hause waren, und so das warme Wasser nicht auf sich warten ließ.
Am Abend gab es Nudeln mit Tomatensauce, diesmal auf Uwes Rezeptur, und anschließend überredete uns Eva zu einer Partie Tabu. Wir beschwörten noch den Regengott, und wir zeigten uns gegenseitig die Digibilder auf dem heimischen Fernseher, was zu einer abendlichen Institution wurde.
Alle waren begeistert von Torstens erstem Video mit seiner Digicam, das erst Uwe und Eva auf der Serpentinenauffahrt zeigte (die wir auch gefahren waren), und später Torsten im Graben.
Alle sind sich einig: Morgen ist gutes Wetter.