Mont Ventoux - Hölle und Himmel
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DLRF: 2
Erlebnisbericht: Mont Ventoux - Hölle und Himmel
Erlebnisbericht von Renko (weitere...)
2 Tage / 238,1 km / 6747 Hm
Drei Tage in Bédoin, 5. - 7. Aug 2010Was gibt es eigentlich noch über den Mont Ventoux zu schreiben? Viele Radler sind schon auf dem sommet gestanden, wer nicht hat sicher schon von ihm reichlich gelesen und gehört.
In die klassische Radtour der französischen Alpen, die Nord-Süd Rad-Autobahn Route des Grandes Alpes, lässt sich der Géant de Provence schlecht integrieren, da er genau 183km westlich vom RdGA-Pässemekka Barcelonnette entfernt liegt. Von der Festival-Stadt Avignon dagegen sind es nur gerade 40 Kilometer, und Avignon liegt auf den Hauptverkehrsrouten von Nordeuropa nach den Pyrenäen.
So entstand im 2005 die erste Begegnung mit dem Vontoux. Nach Durchfahrt der Pyrenäen und der Strecke Perpignan - Rhone-Delta näherte ich langsam Bédoin. Vor mir schon von weit weg sichtbar der grosse Berg mit dem weissen Gipfel, hinter mir zunehmende Gewitterwoken.
Das Gewitter erreicht schliesslich den Camping in Bédoin, aber nur wenig Regen fällt. Am nächsten morgen ist es so tüppig wie in den Tropen, die Region ist wolkenverhangen.
Ich fahre los, verzichte auf Café-und-Croissant-Pause. Es gibt keinen Schwung, ich komme nur sehr schleppend voran, Frust baut sich auf. Nach der Linkskehre taucht die Strasse in den Wald: hier beginnt die berühmte Steilstrecke. 500m später komme ich entsetzt zum Stillstand.
Völlig verschwitzt, ziehe ich Bekleidung ab, esse die letzten zwei Energieriegel, trinke, und fahre dann los. Ich leide heftig im tropisch wirkenden Wald, erst in 1000m Höhe kommt langsam etwas Schwung in die Sache.
Oberhalb des Chalet Rexnard in der Steinwüste kommt der Frust raus, ich fahre so hart ich kann und überhole trotz Gepäcks zwei andere Rennradler. Sehr windig und kalt, wolkenverhangen präsentiert sich der sommet, nach kurzer Pause fahre ich ab nach Sault und zum nächsten Teil des Radabenteuers: Barcelonnette, Parpaillon, Cayolle, Morti, Agnel...
Aber die Demütigung der unteren Passage bleibt, wie auch der Wunsch, den Berg wolkenfrei zu erleben.
Im 2010 nach dreiwöchiger Radtour in den Pyrenäen habe ich noch ein paar vorhandene Tage, den windigen Berg wieder zu besuchen.
Die Bedingungen sind allerdings anders: seit drei Tagen herrscht starker Nordwestwind über Frankreich mit Sonne aber unterdurchschnittllichen Temperaturen. Der Winde wegen nehme ich von Narbonne bis Avignon den Zug. Die 40 Kilometer nach Bédoin sind sonnig und angenehm warm, aber... der Wind!








