quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011: Bericht / Verloren im Pfälzer Wald

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quaeldich.de-DLRF 2011 Etappe 3
166,0 km / 2450 Hm

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Tourentipp: quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt 2011: Bericht

Tourentipp von Jan (weitere...) , Etappe von majortom

Tag 3: Rathausplatz - Ensdorf: Verloren im Pfälzer Wald
166,8 km / 2615 Hm

Rathausplatz (0,0 km) - Landau in der Pfalz (0,8 km) - Mörzheim (5,0 km) - Heuchelheim-Klingen (8,3 km) - Klingenmünster (11,3 km) - Müncheweiler am Klingbach (15,6 km) - Silz (17,1 km) - Niederschlettenbach (36,8 km) - Bundenthal (40,1 km) - Rumbach (42,5 km) - Fischbach bei Dahn (50,2 km) - Eselssteige (63,0 km) - Eppenbrunn (68,2 km) - Trulben (72,4 km) - Kröppen (74,4 km) - Stausteinerhof (78,5 km) - Riedelberg (83,9 km) - Hornbach (92,0 km) - Altheim (97,0 km) - Neualtheim (98,9 km) - Seyweiler (100,5 km) - Seyweiler (100,9 km) - Walsheim (103,5 km) - Gersheim (105,9 km) - Rubenheim (109,9 km) - Katharinenhof (112,4 km) - Erfweiler-Ehlingen (113,6 km) - Ommersheim (118,1 km) - Heckendalheim (120,1 km) - Staffelberg (Saarland) (122,7 km) - Dudweiler (134,6 km) - Hubertusdiele (140,9 km) - Hixberg-Pflugscheid (147,1 km) - Buchschachen (148,3 km) - Walpershofen (151,9 km) - Herchenbach (153,5 km) - Schwalbach (160,2 km) - Ensdorf (163,9 km)

Beschreibung

IMG 0157.Etappenbericht im Saarländischen Rundfunk (dann im rechten Videobereich Quäl dich Tour auswählen)


Den Schwarzwald haben wir hinter uns gelassen, und auch die Rheinebene ist durchquert. Jetzt stehen wir auf dem Rathausplatz zu Füßen des Prinzregent-Luitpold-von-Bayern-Denkmals und haben vor uns eine 170-km-Etappe, die uns nach Saarlouis bringen soll. Natürlich stehen auch heute wieder einige Hindernisse auf dem Programm, allen voran der Pfälzerwald, der bereits drohend am Horizont aufragt.

Zunächst fahren wir jedoch noch entlang der Weinstraße, und das abermals bei strahlendem Sonnenschein vom makellos blauen Himmel. Schon wieder kündigt sich ein wunderschöner Tag an; Armlinge oder Windjacken werden wir heute wohl nicht brauchen. In meiner Gruppe unterhalten sich die Teilnehmer über die badischen oder fränkischen Weinberge ihrer Heimat. Wir rollen gemütlich dahin, es wird sich unterhalten, es wird gelacht, die Stimmung ist gut. Der Verband läuft ausgezeichnet, und auch als wir die die ersten kleineren Wellen erklimmen, wird vorne sehr diszipliniert und rücksichtsvoll gefahren.

Der erste Anstieg führt uns zum Hirzeckhaus, auf einer Forststraße durch dichten Wald. Keine Autos, keine Motorräder, nur schwitzende Radler in herrlicher Ruhe im Pfälzerwaldnirvana. Navigationsschwierigkeiten über groben Schotter können uns auch nicht aufhalten, und in der folgenden Abfahrt verlieren wir - im Gegesatz zur grünen und blauen Gruppe vor uns - auch keine Fahrer. Ilona gurkt in der Wildnis rum, und keiner weiß wo, Dr.-Sahner-Schäfchen gurken in der Wildnis rum, und keiner weiß wo, wir sind komplett und setzen die Fahrt ins Pfälzer Kackwellenterritorium fort.

Kackwellen? Keine Spur. Unsere Gruppe organisiert sich eigentlich von selbst, die kurzen Anstiege nehmen wir in einem für alle machbaren Tempo im Verband. "Eigentlich bräuchten die uns gar nicht", meint mein Co-Guide SkiGünni an der ersten Verpflegung zu mir, und ich kann nur zustimmen. Fast möchte ich sagen, es ist die beste Gruppe, die wir jemals hatten!

Weiter geht es durch anscheinend unberührtes Territorium. Immer wieder gibt es lockere Rollerpassagen durch die Täler, und wir machen Kilometer gut. Oft kommen wir über mehrere Kilometer an keiner Siedlung vorbei. Wahlweise könnte man es "gottverlassene Gegend" oder "herrliche Idylle" nennen. Ich tendiere eher zu letzterem.

An der Mittagsverpflegung in Hornbach haben wir schon über 90 km zurückgelegt, mehr als Halbzeit also, als wir schließlich leckeren Kartoffelsalat und Frischkäseschnittchen serviert bekommen. Wie üblich kompetent bereitet und gereicht von der unverwüstlichen Servicecrew, die einmal mehr auch Landjäger und Kuchen zu einem grandiosen Erlebnis zu werden weiß. Kurz zuvor haben wir die Grenze zum Saarland überschritten, befinden uns nun auf Etappe drei also auch schon im dritten Bundesland dieser Deutschland-Rundfahrt.

Die Anstiege sind auch nach der Mittagspause zahlreich, aber kurz. Eine völlig andere Topogrphie also, als wir sie auf den ersten beiden Etappen zu Gesicht bekommen haben, auf eine andere Art jedoch mindestens so schön und so eindrucksvoll. Auf schmalen Straßen gleitet unser Verband über die Kuppen, und uns offenbart sich mehr als einmal eine atemberaubende Fernsicht tief in die Hügellandschaft hinein. Nach wie vor höre ich nur begeisterte Stimmen um mich herum, nach wie vor funktionert auch die Gruppe als perfekte Einheit. So langsam stellt sich dann auch die eigentlich geplante Reihenfolge der Gruppen wieder her. Grün und Blau haben uns wieder überholt, und schließlich können wir uns auch vor Gruppe Rot platzieren.

Kurz vor St. Ingbert erwartet uns dann Michael zur dritten Verpflegung des Tages. So langsam merkt man, dass es schon die dritte Etappe ist, und dass uns auch heute schon weit über hundert Kilometer in den Beinen stecken. Es wird ein wenig zäher an den Anstiegen, es wird weniger gesprochen in der Gruppe, doch gleichzeitig stellt sich auch mit jedem zurückgelegten Kilometer mehr und mehr der Triumph ein, dass uns auch diese Etappe nicht kleinkriegen wird. Als besonders motiviert erweist sich auch das Team Pfalz*, das sich nun in Gestalt von Olli und Marco an die Spitze setzt und uns - die Ortskenntnis ausspielend - professionell an der St. Ingberter Baustelle vorbei lotst. Zusätzlich haben sie noch ihre Groupies an der Strecke postiert, die uns mit ihrem frenetischen Jubel noch einmal einen gehörigen Motivationsschub verleihen. Günni und ich sind richtig gerührt, dass wir auch unsere Namen auf den hochgehaltenen Schildern lesen.

So wird der letzte Abschnitt natürlich zur üblichen tour d'honneur. Inzwischen schleppen wir uns zwar mehr über die Kackwellen, als dass wir sie im Sturm erklettern, und auch die Straßen sind hier im Umland von Saarbrücken natürlich stärker befahren, doch der guten Stimmung tut das natürlich keinen Abbruch. Mit Renés Hilfe - der mich bereits mehrmals vor Navigationsfehlern bewahrt hat - führe ich das Feld schließlich nach Saarlouis hinein. Auf den letzten Kilometern fahren wir sogar noch die blaue Gruppe vor uns auf, so dass wir nur knapp eine Minute nach ihnen den Zielstrich überqueren.

Die rote Gruppe lässt dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Und so haben wir wieder einmal eine Etappe erfolgreich hinter uns gebracht, haben fast 170 Fahrer auf einer wunderschönen Route durch eine bislang von der Deutschland-Rundfahrt unberührte Gegend ins Ziel gebracht. Morgen geht es dann durch den Hunsrück in die Eifel. Wir hoffen auf einen weiteren tollen Sommertag wie den heutigen, auf eine sensationelle Etappe wie die bisherigen, und sind zuversichtlich, mit dem mehr als sensationellen DRF-Peloton am Sonntag in Bad Neustadt einzulaufen.

(* In einer früheren Fassung dieses Berichts war vom "Team Saarland" die Rede. Glücklicherweise konnte der Berichterstatter noch rechtzeitig von diesem interkulturellen Fauxpas bewahrt werden, da das heroische Team neben dem nicht minder heroischen Berichterstatter selbst dann noch die Hotellobby bevölkerte, als die luschigen restlichen Mitglieder des Orga-Teams bereits tief und fest schlummerten.)

Etappenbericht im Saarländischen Rundfunk (dann im rechten Videobereich Quäl dich Tour auswählen)