Tour der harten Pässe der Schweiz! / Ein kurzer - aber schöner - schmerzvoller...

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Erlebnisbericht: Tour der harten Pässe der Schweiz!

Erlebnisbericht von Greenhorn (weitere...)

Tag 3: Chur - Scuol: Ein kurzer - aber schöner - schmerzvoller...
112,9 km / 2660 Hm

Chur (0,0 km) - Malix (6,5 km) - Churwalden (10,2 km) - Parpan (13,2 km) - Lenzerheidepass (14,0 km) - Valbella (15,0 km) - Lenzerheide (17,3 km) - Lantsch / Lenz (22,3 km) - Brienz / Brinzauls (25,8 km) - Alvaneu Bad (31,5 km) - Filisur (34,9 km) - Bergün (42,5 km) - Preda (49,1 km) - Albulapass (56,3 km) - La Punt (65,4 km) - Zernez (85,6 km) - Susch (91,7 km) - Lavin (95,3 km) - Scuol (112,0 km)

Beschreibung

Valbella. Der eigentliche Höchstpunkt der Lenzerheide.Ich schlief heute morgen ein bisschen länger - Frühstück gabs erst um halb acht. Als sich um viertel Nach jedoch frischer Buttergipfelgeruch im Hotel breit machte, konnte ich nicht mehr und wanderte in den Speisesaal.

Ein Frühtücksbuffet war aufgetischt - mit jeder menge Müesli und Brot, Marmelade, Honig und Kaffee.

Kurz danach war ich wieder auf dem Rad und befuhr die noch nicht zu stark befahrene Strasse über die Lenzerheide nach Alvaneu Bad (übrigens: Ein Golfermekka). Von dort ging die Strasse über meinen Lieblingspass - der Albula.

Dieser Pass ist zwar relativ lang und zum Teil relativ Steil. Man durchfährt aber dabei alle Vegetationsstufen: Von den Laubbäumen zu den Nadelbäumen rauf zu den Geröllhalden in No-Man's-Land ähnliche Gebiete. Der Verkehr ist eher mässig - die meisten befahren den Julierpass um ins Engadin zu gelangen.

Als zusätzliche Hilfe kann man dort die "Vittel-Trophy" machen (Stempelkarten werden unten in Filisur vergeben. Man stempelt unten ab, kommt am Pass an, stempelt und gelangt so in eine High-score-Liste auf dem Internet). Dieses ganzjahres"rennen" hat zum Vorteil, dass auf der Strassenseite regelmässig die zurückgelegene und noch zu befahrene Distanz und Höhe ausgeschildert ist. 2 Kilometer können zum Teil recht lang sein... Vor allem als ich bemerkte, dass mein Bienen-Finger aufs überlste wieder angeschwollen war. Ups. Hatte ich ja glatt vergessen, das Fester über Nacht im Hotel zu schliessen. Und da ich süsses blut habe, kamen tatsächlich einige Stechviecher angeflogen und stachen mich wo? Nee. Nicht etwa an den Beinen. AUF DEN FINGER!!! Und das gleich fünf mal! Was man nicht alles erlebt...

Kurz vor der Passhöhe überholte mich dann noch ein roter Blitz auf dem Fahrrad. Angekommen musste ich mich vergewissern, dass ich in Würde verloren hatte. "Where 'you from?" wollte ich wissen. "Cheeeem. I'm from Cholland".

Stille...

Aha. Soso. Ein Holländer. Ich war ausgerechnet von einem Holländer erniedrigt worden. Wie beschämend!

Spass beiseite: Anscheinend war dieser Holländer ein echtes Tier. Hatte schon viele europäische Maranthons befahren und einige auch gewonnen. Fühlt man sich doch gleich besser...

Runter gings dann nur kurz bis nach La Punt, und dann mit einem absolu rekordmässigen Mordstempo das Tal hinunter nach Zernez. Tja: Wenn der Malojawind weht, dann sind auch Geschwindigkeiten im Flachen von über 50 km/h nicht mehr schwierig...!

In Zernez gings dann weiter nach Scuol über Susch, Lavin und Ardez.

Dort bezog ich im Bike-Hotel Bellaval mein (29°C warmes) Eckzimmer (mit Sicht auf Sonne). Es war erst drei Uhr nachmittags, also beschloss ich, mit meinen primitiven Badelatschen durch das Dorf zu wandern. Dabei zog ich nicht wenige interessierte Blicke auf mich. Und ich denke nicht, dass meine "schönen Radrlmuskeln" die Blicke auf mich zogen...

Am Abend gabs ein grosses Salatbuffet, Tomatensuppe, Rindsgulasch mit Griessnockerln und als krönender Abschluss ein Eisauflauf mit Grand Marnier. Ich war bereit für eine ruhige Nacht. Mit viel Schlaf. Doch...

DEUTSCHLAND-TÜRKEI

Oh nein. Oh Schreck. Es war sehr heiss im Zimmer, also versuchte ich es erstmal auf dem Balkon. Doch das Gejubel und Geschrei von den Dorfbars war zu laut. Auch die Ohropax nützten nichts. Irgendwann einmal döste ich dann ein - wohlgemerkt nachdem ich mich mit Anti-Brumm von Kopf bis Fuss eingesprüht hatte - und wurde zum Schlusspfiff aus meinem leichten Schlaf gerissen. Ja. Schön. Irgendwer hatte gewonnen. Na und? Konnte ich nun bitte wieder schlafen? Um eins Uhr in der früh war dann langsam Ruhe, ich zog wieder in mein angekühltes Zimmer und döste bis um sechs.