Tour der harten Pässe der Schweiz! / Game over...

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Erlebnisbericht: Tour der harten Pässe der Schweiz!

Erlebnisbericht von Greenhorn (weitere...)

Tag 4: Crusch - Susch: Game over...
103,1 km / 2198 Hm

Crusch (0,0 km) - Martina (12,0 km) - Norbertshöhe (17,9 km) - Nauders (19,7 km) - Reschenpass (25,5 km) - Reschenpass (26,8 km) - Reschen (27,5 km) - Graun (31,2 km) - Burgeis (44,8 km) - Clusio (46,8 km) - Latsch (48,7 km) - Müstair (58,7 km) - Sielva (60,9 km) - Sta. Maria (61,8 km) - Valchava (63,3 km) - Tschierv (70,1 km) - Ofenpass (75,3 km) - Il Fuorn (82,7 km) - Punt la Drossa (84,9 km) - Ova Spin (90,1 km) - Runatsch (96,6 km) - Zernez (96,9 km) - Susch (103,1 km)

Beschreibung

Zimmer im Hotel GuardavalSo. Heute war der Tag der grossen Taten. Ich wollte über den Stilfser Joch nach Bormio fahren. Diesen höchsten Pass von Italien kenne ich bereits gut - da ich ihn schon mehrmals befahren habe. Trotz der Höhe ist er - wenn man sich gut einfährt und regelmässig in die Pedale tritt - machbar.

Doch zuerst gabs erst einmal Frühstück. Da eine ältere Seniorengruppe auf Wanderschaft ging, war bereits um sieben Uhr Hochbetrieb.
Das Buffet war absolut rekordmässig: Hausgemachtes Müesli (noch nie so was leckeres gegessen), Müesli & Flakes, verschiedene Brote, Brötchen, Gipfel, Käse, Fleisch, Quark, hausgemachte Marmelade, Honig und so weiter. Man konnte nicht genug davon kriegen. Wunderbar! Aber: Wer fährt schon mit vollem Magen... Leider muss man sich halt doch mässigen...

Ich fuhr danach schnell in die Apotheke um für meinen Finger (oder soll ich sagen: Für meinen Wurstfinger) Rat zu holen. Man gab mir ein Antihistaminikum, welches ich prompt schluckte und wünschte gute Besserung. Und ab gings in Richtung Österreich.

In Martina überquerte ich die Grenze zum Nachbarland, fuhr die 12 Spitzkehren der Norbertshöhe hoch nach Nauders und fuhr weiter in Richtung Reschenpass. Doch je weiter ich fuhr, umso langsamer wurde ich. Ich war so richtig K.O. Da leuchtete es mir ein, dass ich eventuell die Packungsbeilage des Antihistaminikas übersehen hatte. Also, Nebenwirkungen. Da diese einen Bericht für sich ausmachen würden zitiere ich hier nur, dass "sehr oft Müdigkeit und Reaktionsschwäche" eintreten können. Super. Ausgerechnet heute.

Ich beschloss, den Stelvio links liegen zu lassen und kraxelte dafür das Müstair-Tal über Taufers und Müstair und Sta. Maria hoch zum Ofenpass. In Sta. Maria machte ich im neu erbauten Spital einen kurzen Halt, um mir eine Salbe zu holen. Man emfpahl mir, auch noch gleich ein Kortisonmittel zu geben, dass eine entgegengesetzte Wirkung (also aufputschend) hatte. Aber seh ich etwa wie eine Laborratte aus? Ich stopf mir doch nicht gleich Kortison rein wenn ich erst noch auf dem Rad sitze!
Ich genoss aber diesen Augenblick im Spital. Wieso? Klimaanlage. Denn draussen wars wieder einmal 33°C warm. Trotz der 1100 m.ü.M.

Ich schlich mich also die lange Strasse zum Ofenpass (welcher heute wirklich seinen Namen verdient hatte) hoch. Dort blies mir einen derart starken Gegenwind entgegen, dass ich zum hinunterfahren wirklich stark in die Pedale treten musste, um vorwärts zu kommen.

Doch wer den Ofenpass kennt, weiss, dass dieser wirklich hinterhältig ist. Nachdem man 300 Höhenmeter heruntergefahren ist, kann man gleich 200 davon wieder hochfahren. Dieser Gegeanstieg macht noch so jeder starken Radfahrer fertig. Und wenn dazu noch ein Gegenwind weht, der - und da bin ich absolut überzeugt - extra stärker bläst umso steiler die Strasse wurde, dann schreit man nur noch um Gnade. Froh war ich, als ich oben ankam und das letzte Stück nach Zernez runterfahren konnte.

Dort gabs erst einmal zwei wohlverdiente Kugeln Speiseeis.

Und da es mir immer noch nicht sehr wohl war entschloss ich mich, nach Susch zu fahren und mit dem Zug durch den Vereinatunell nach Klosters zu gelangen. Dort war es seltsamerweise Wolkenverhangen und 10° kühler.

Dort ging ich ins Touristeninformationsbüro, verlangte nach einem 3-4 Sternehotel (man gönnt sich ja sonst nichts...) und fand für unschhlagbare 95 Franken / 60€ ein Einzelzimmer mit Badewanne (ohhh - welch Genuss!) in einem Viersternehotel. Dabei konnte man erst noch die Minibar gratis plündern. Seltsame Vorgehensweise. Aber willkommene Abwechslung....

Nach einem wohlverdienten Bad ging zum Nachtessen über, wo ein rekordmässiges Salatbuffet den Appetit weckte. Danach gabs eine Tomatencrèmesuppe mit anschliessendem Lammrack und (extrem trockenen) Schupfnudeln. Als Dessert eine Kugel Eis.

Danach fiel ich müde ins Bett und schlief fast sofort ein. Sicher auch dank des Antihistaminikums. Fieses Medikament...