Tour der harten Pässe der Schweiz! / Sterbensleiden...
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DLRF: 2
Erlebnisbericht: Tour der harten Pässe der Schweiz!
Erlebnisbericht von Greenhorn (weitere...)
Tag 5: Oberalppass - Meiringen: Sterbensleiden...
73,2 km / 1448 Hm
Oberalppass (0,0 km) - Andermatt (10,6 km) - Schöllenenschlucht (11,5 km) - Wassen (20,7 km) - Sustenpass (38,7 km) - Steingletscher (43,7 km) - Gadmen (54,3 km) - Innertkirchen (66,4 km) - Aareschlucht (69,5 km) - Meiringen (73,2 km)
Beschreibung
Da ich am Vortag bereits aufgegeben hatte, beschloss ich heute, einen ruhigen Tag zu fahren und liess mir Zeit zum Frühstücken. Ich wollte um halb zehn den Zug in Richtung Disentis schnappen, um von Dort aus noch weiter auf den Oberalppass gefahren zu werden. Ab dort wollte ich dann selber in Richtung Wassen fahren, um den Sustenpass in Angriff zu nehmen.Das Frühstücksbuffet erfüllte voll und ganz meine 4-Sterne-Erwartungen. Auch hier gabs wieder ein äusserst leckeres hausgemachtes Birchermüseli.
Da ich viel Zeit einkalkuliert hatte, schaffte ich es sogar auf den Zug, der eine Stunde früher fuhr und war somit nach einer landschaftlich wunderschönen Fahrt um zwölf auf dem Oberalppass. Es war sehr kühl im Vergleich zu den letzten Tagen (ca. 18°C) und es blies ein leichter Gegenwind.
In Andermatt holte ich Wasser für den Sustenpassaufstieg und fuhr nach Wassen herunter - wo ich schadenfreudig auf die Autobahn blickte und mich fragte, wieso die Auto- und Lastwagenfahrer die endlosen Stunden im Stau auf sich nahmen...
Kurz danach wünschte ich, ich wäre doch in einem der klimatisierten Wagen im Stau. Das Thermometer war wieder angestiegen und zeigte 30°C an - bei totaler Windstille. Die Bidons leerten sich schnell. Und recht schnell kam auch die Überlkeit. Und starkes Magenbrennen. Nur mit Mühe konnte ich noch ein Marmeladebrötchen auf mittlerer Höhe einschieben, dann war fertig. Ich fühlte mich so richtig mies. Ob das mit den aufziehenden Wolken zusammenhing weiss ich nicht. Auf jeden Fall musste ich 400 Meter vor der Passhöhe zum ersten Mal auf dieser Tour die Windweste und Ärmlinge anziehen. Nur mit Mühe erreichte ich den Pass, wo es 20°C kühl war. Ich zog die zusätzliche Windjacke an und fuhr ins Berner Oberland hinunter.
Dabei fühlte ich mich so richtig benommen. Was hatte ich schlechtes gegessen? Wieso rebellierte mein Magen? Wars des guten zu vi... Oh nein!! Ich hatte am Vorabend der Müdigkeit wegen völlig vergessen, meine Bidons sauber auszuwaschen (natürlich wäre das Beste, die Bidons jeweils auszukochen, doch das geht in den Hotelzimmer nicht so gut) und hatte sie in Andermatt nur mit kaltem Wasser kurz durchgespült. Wohl oder übel hatten sich bei den Temperaturen an den Voragen richtige Kulturen gebildet. Und nun bezahlte ich für meine Dummheiten.
Knapp als lebende Leiche kam ich in Innertkirchen an, kaufte mir eine Wasserflasche und ein Marsriegel, kletterte nur mit extremster Mühe die Aareschlucht hoch um nach Meringen runterzukommen und nahm dort den Zug nach Hause.
Schade. Eigentlich wollte ich noch über die grosse Scheidegg. Und erst noch mit dem Rad nach Hause fahren. Stattdessen hatten mir Staphilokokken (oder sonstwelche Bakterien/Schimmel) mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Ich schluckte am Abend (da ich solche Schmerzen kannte...) Schmerzmittel (Metamizol-Natrium wirkt am besten) und schlief durch. Am nächsten Morgen gings mir wieder viel besser.
Trotz diesem tragischen Ende meiner Tour muss ich zugeben, dass es insgesamt ein erfolgreiches Unterfangen war. Ich entdeckte neue Ecken in der Schweiz, besiegte den inneren Schweinehund einige Male und radelte durch wunderschöne Landschaften.
Und...
Verschoben ist ja nicht aufgehoben...









