Tour Transpyrenée 2008

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Erlebnisbericht: Tour Transpyrenée 2008

Erlebnisbericht von Flugrad (weitere...)

14 Tage / 651,3 km / 17037 Hm

St. Jean-de-LuzTatsächlich gefahren: 10 Tage / 992 km / 18020 hm.
Diese Tour stellt die Verwirklichung eines schon Jahre alten Traumes dar: einmal Pyrenäen vom Atlantik zum Mittelmeer. 2 Wochen haben wir, Bergziegenmutant und Flugrad, einkalkuliert, tatsächlich wurden es 10 Tage vom Bad im Atlantik bis zum Bad im Mittelmeer. Trotz einer dauerhaft festsitzenden Schlechtwetterfront konnten wir nahezu die gesamte Tour bis auf 1 1/2 Tagesetappen nach Plan fahren. In der Planung waren die Klassiker der Tour de France ebenso enthalten wie das Ziel, möglichst täglich zwischen Spanien und Frankreich zu pendeln. Letzteres war nicht ganz einfach zu realisieren, da es auf spanischer Seite wenig Straßen gibt, die entlang des Pyrenäenkamms in West-Ostrichtung verlaufen. Nach den bis dato ausnahmslos positiven Erfahrungen bei Touren in der Schweiz und in den französischen Alpen verzichteten wir auf Vorbuchung von Quartieren. Das erwies sich aber in den Pyrenäen zumindest in unserer Reisezeit (Mai/Juni) als problematisch, da die Sommersaison sehr kurz ist und sich auf 6 Wochen im Juli-August konzentriert. Außerhalb dieser Zeit kann man insbesondere im östlichen Teil auch in größeren Städten - Ausnahme: die Jakobswege im Westen - auf komplett geschlossene Hotellerie treffen. Auch sollte man die ansonsten sprichwörtliche spanische (und auch französische) Gastfreundlichkeit nicht voraussetzen. Sowohl die Basken im Westen als auch die Katalanen im Osten (französisch wie spanisch) pflegen ihre Eigenheiten.
Faszinierend sind Landschaftsbild und Pflanzenwelt: man startet in den an irische oder schottische Landschaften erinnernden Westpyrenäen, fühlt sich in den hochalpinen Zonen im mittleren Teil schon fast heimisch, um dann mediterrane Gebirgslandschaft zu durchqueren, und das innerhalb weniger Tage. Insbesondere im westlichen Teil durchquerten wir sehr dünn besiedelte Gegenden. Rekord waren 50 km ohne Dorf oder auch nur ein Gehöft.
Für die Anreise nutzten wir eine mehrmals wöchentlich verkehrende Nachtzugverbindung Genf-Irun mit Velobeförderung, für die Rückreise einen Nachtzug Port Bou-Mulhouse. Es gibt darüber hinaus auch einige wenige TGV Lille-Bordeaux mit Velobeförderung, während die TGV Paris-Bordeaux-Irun bisher zumindest Velos nur verpackt mitnehmen. Informationen und Fahrkarten gibt es über www.tgv-europe.com. Bei der SNCF befördern neben einigen TGV auch fast alle Corail-Tages- und Nachtzüge Velos. In Frankreich wie auch in Spanien nehmen die allermeisten Nahverkehrszüge Velos sogar gratis mit.
Am Atlantik legten wir vor dem Tourstart noch einen Tag Pause ein, ebenso am Mittelmeer. Da wir unseren Zeitplan unterschritten hatten, hängten wir noch 3 Tage dran in Tarragona, auch um endlich einmal warm und regenfrei in den dortigen Sierras radeln zu können.