Traumtouren im Goldenen Herbst 2009 / Königin der Passstraßen, Ofenpass und Vinschgauer Radweg
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Erlebnisbericht: Traumtouren im Goldenen Herbst 2009
Erlebnisbericht von tobsi (weitere...)
Tag 7: Prad - Prad: Königin der Passstraßen, Ofenpass und Vinschgauer Radweg
123,1 km / 3480 Hm
Prad (0,0 km) - Gomagoi (6,4 km) - Stilfser Joch (24,7 km) - Tibethütte (25,2 km) - Stilfser Joch (25,6 km) - Umbrailpass (29,0 km) - Sta. Maria (41,9 km) - Valchava (43,4 km) - Tschierv (50,3 km) - Ofenpass (55,5 km) - Tschierv (60,7 km) - Valchava (67,5 km) - Sta. Maria (69,0 km) - Sielva (69,9 km) - Müstair (72,1 km) - Latsch (82,1 km) - Glurns (84,2 km) - Prad (91,2 km) - Tschengls (95,4 km) - Laas (101,0 km) - Kortsch (106,1 km) - Silandro (107,3 km) - Kortsch (108,5 km) - Eyrs (117,8 km) - Prad (123,1 km)
Beschreibung
Tag 7 widmete ich ganz der Königin der Passstraßen, die in jedem Palmares eines Passfahrers stehen sollte. Nach langer Fahrt von Sölden über das Timmeljoch und durch den Vinschgau kam ich am Abend in Prad an, wo ich eine typische südtiroler Spezialität genoss: Spinatkäsenocken. Diese sollten mir an Tag 7 dazu verhelfen, dass Stilfser Joch zu erstürmen bzw. vielmehr hochzukriechen. Euphorisiert von den vielen Bildern im Internet über die letzten Kehren des Stilser Joch begab ich mich gegen 8.30 Uhr auf die 25 km hinauf zum höchsten Punkt. Schon hier strahlte die Sonne und der frühe Starttermin sorgte dafür, dass ich im gesamten Aufstieg kaum mit motorisierten Verkehr zu tun hatte. Einen Radfahrerkollegen habe ich aber leider auch nicht gesehen. Die 5 % bis Gomagoi konnte ich sehr gut zum Aufwärmen nutzen. Es ging dank der Steigung ohne große Probleme. Gar nicht auszudenken, wie es wäre mit frischen Beinen in Bestform dort hinaufzufahren. Auch Trafoi ist dann schnell erreicht und damit bald die ersten Kehren. Hier zeigte das bisherige abgespulte Programm seine Wirkung, indem mit der gestiegenen Steigung der Tritt schwerer wurde. Für einen flüssigen Tritt sorgte die nun in regelmäßiger Folge aufkommenden Kehren, in der man kurz beschleunigen konnte. Diesen Rhythmus behielt ich bis oben halbwegs bei. Das erste Aha-Erlebnis hatte ich dann als ich aus dem Wald herausfuhr und der Blick nach oben frei wurde. Hierfür war ich den langen Weg gefahren, um auf die 600 Hm höher liegende Passhöhe mit den darunterliegenden Kehren zu schauen. Nun hatte ich einen Fixpunkt. Außerdem verhalfen die Kehren zu einem regelmäßigen Rhythmus. Kehre für Kehre schraubte ich mich näher an Traum Nr. 7. Oben angekommen nahm ich das aufgebaute Podest in Augenschein mit dem Gedanken, dass nach dieser Leistung ich diesem nicht ganz würdig bin, obwohl ich ganz zufrieden mit mir war. In mir geisterte nur der Gedanke, wie schnell ich wohl mit frischen Beinen hierauf gekommen wäre. Dieser Frage werde ich wohl an einem anderen Tag nachgehen.
Nach einer längeren Pause mit den obligatorischen Abknipsen der vielen Kehren ging es dann über den Umbrail in eine ganz andere Landschaft. Die Naturpiste kannte ich nur vom Hörensagen, die Lärchenwälder von Bildern. Irgendwie wechselte die Stimmung der Landschaft vollends. Auch das Müstair-Tal war irgendwie grüner dank der Wälder und Almen als bei der Auffahrt zum Stilfser Joch. Begeistert von der Landschaft warteten noch die steilen oberen Kilometer hinauf zum Ofenpass, wo ich ein paar Mountainbiker sah, die einzige Begegnung mit Radlern an diesem Tag. Nach dem Erreichen der Passhöhe ging es dann in rauschender Abfahrt wieder zurück nach Santa Maria durch das Val Müstair zurück in den Vinschgau, wo ich über Laatsch und Glurns zurück zum Ausgangsort Prad gelangte. Hier wollte ich noch etwas für das Kilometerkonto machen und entschied mich auf der Radroute Richtung Meran zu fahren. Entlang der Obstplantagen und einem wildromantischen Bachtal ging es bis Silandro, von wo aus ich die viel befahrene Straße durch den Vinschgau nach Prad nahm, wo die Traumtour Nr. 7 endete.










