Traumtouren im Goldenen Herbst 2009 / Speicher Stillup und Zillertaler Höhenstraße doppio light

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Erlebnisbericht: Traumtouren im Goldenen Herbst 2009

Erlebnisbericht von tobsi (weitere...)

Tag 4: Hippach - Hippach: Speicher Stillup und Zillertaler Höhenstraße doppio light
99,8 km

Hippach (0,0 km) - Burgstall (2,4 km) - Mayrhofen (4,5 km) - Speicher Stillup (13,3 km) - Grüne-Wand-Hütte (20,8 km) - Speicher Stillup (28,3 km) - Mayrhofen (37,1 km) - Burgstall (39,2 km) - Schwendau (41,4 km) - Hippach (42,2 km) - Laimach (43,8 km) - Zellberg (45,6 km) - Aschau im Zillertal (63,6 km) - Kaltenbach (68,6 km) - Ried im Zillertal (70,3 km) - Kaltenbach (86,4 km) - Rohr (94,0 km) - Zell am Ziller (95,5 km) - Zellberg (96,3 km) - Laimach (98,1 km) - Hippach (99,8 km)

Beschreibung

Frühmorgens im stillen StilluptalZiel von Tag vier im Zillertal war es die noch fehlenden Auffahrten der Zillertaler Höhenstraße mit dem Garmin abzutracken. Dabei konzentrierte ich mich bei der Etappenplanung darauf, nicht allzu viele Höhenmeter in die Tour einzubauen, da die vorherigen Tage schon Spuren bei mir hinterlassen hatte.

Ich mag es schon gar nicht sagen, aber wie die Tage zuvor machte ich mich bei sehr sonnigem Wetter vormittags nach einem guten Frühstück auf den Weg über Burgstall nach Mayrhofen. Der Ortskern von Mayrhofen war fast menschenleer, so dass ich unbemerkt mich auf den Weg zur Grüne-Wand-Hütte machen konnte. Der Anstieg ist gleich zu Beginn am schwersten. Kurz vor der Mautstation, die eingangs des Waldes auf zahlungswillige Autofahrer wartet, und auch danach schlängelt sich die Straße bei um die 10 % und mehr durch den Wald. Mit dem Zusammentreffen der Straße mit dem Stillupbach wird sie aber dann sehr moderat und man kann das wunderschöne, schmale Stilluptal genießen. Zudem störte kaum ein Auto die Stille des Morgens. Hierher haben sich im Moment nur ein paar Bauern verirrt, die die Almen mit den Hinterlassenschaften der Kühe düngen. Deshalb ist wieder einmal, wie all die Tage zuvor, auf unliebsame Tretminen zu achten. So erreiche ich alsbald den kleinen Stillupspeicher, der nicht wie die anderen mit einem hohen Damm glänzen kann. Hier beginnt die für Autos gesperrte Auffahrt zur Hütte. Durch ein paar kurze Tunnel, die unliebsame Nässe an die Radlerbeine bringen, geht es durch die Almen immer weiter in das enger werdende Tal und das alles bei sehr moderaten Steigungswerten. Erst ganz zum Schluss, als die Grüne-Wand-Hütte von weitem zu sehen ist, zeigt der Anstieg nochmals sein Härte. Den auf den verbleibenden vielleicht 2 km kommt man trotz der morgendlichen Frische bei mehr als 10 % nochmals schwer ins Schwitzen. Doch Lohn des Schweißes ist das Erreichen des ersten Etappenziels und eine wunderbare Aussicht auf den Talschluss und die fast unberührte Natur. Es kann für Bergvelofahrer einfach nicht schöner sein. Einsamkeit, schöne Landschaft und das Gefühl einen Anstieg geschafft zu haben.

Als Sackgasse bleibt nach einer kurzen Pause nur die Rückfahrt nach Mayrhofen. Über Schwendau und Hippach geht es zum zweiten Anstieg des Tages, der steilen Auffahrt von Zellberg zur Zillertaler Höhenstraße. Da ich tags zuvor schon fast Schiffbruch habe erleiten müssen beim Aufstieg von Hippach, flößte mir der Anstieg Respekt ein, da er noch etwas steiler als die Hippacher Auffahrt war. Umso erstaunlicher wie leichtfüßig im Vergleich zum vorherigen Tag es doch ging. Dank der Sonne, die voll auf den Hang schien, kam ich richtig ins Schwitzen. Aber nicht so sehr, um den atemberaubenden Ausblick auf das Zillertal zu genießen, bevor dieser im oberen Teil durch den aufziehenden Wald einem versagt bleiben würde. Nach dem Passieren der Mautstation und dem Genießen der kurzen kleinen Abfahrt, ging es im Wald sehr gleichmäßig bei meist über 10 % weiter bergan. Auch hier begegnete ich im oberen Teil einer Herde Kühe, die ihren Weg von der Alm ins Tal nahmen. Begleitet natürlich von den Treiberleuten. Einer von diesen war vom meinem Quetschen anscheinend so angetan, dass er mir sagte, dass ich wohl gut in Form sei. Was für ein Kompliment, dem ich aber nicht viel Glauben schenken wollte, wusste ich doch, dass ich nicht die beste Form ins Zillertal mitgebracht hatte und so die steilen Anstiege fast mehr Tortur als Spaß waren. Dennoch habe ich es halbwegs ordentlich zur Zillertaler Höhenstraße geschafft. Hier nahm ich den leichteren Weg in Richtung Auffahrt Aschau, um die letzten zum Teil noch steilen Kilometer zum Melchboden zu umgehen. Die Lightversion des Anstiegs.

Also nahm ich die Abfahrt nach Aschau, der wohl steilsten Variante. Das war mir in diesem Moment egal, da ich sie ja nur bergab bezwingen musste. In Aschau angekommen stärkte ich mich erst einmal in einer Bäckerei, wo ich auf der Sonnenterrasse die Wärme der Sonne genoss, bevor ich den Ziller überquerte, um bei wenig Verkehr nach Kaltenbach bzw. Ried zu gelangen, wo der letzte Anstieg des Tages zur Mautstation auf mich wartete. Auch dieser Anstieg ging im unteren Teil noch richtig gut, der kaum Vegetation aufweist und somit Blick nach unten bietet. Erst im oberen, sehr steilen Teil, bevor eine Weide auftaucht, sah ich den Mann mit dem Hammer wieder mit dem Hammer wedeln. Doch er ließ es nur beim wilden Fuchteln, denn kurz darauf war ja die Mautstation erreicht. Die 400 Hm zum Zirmstadel ersparte ich mir im Hinblick darauf, dass noch vier weitere harte Tage folgen sollten und ich ja mein Ziel erreicht hatte alle Auffahrten und die Zillertaler Höhenstraße höhenmetertechnisch für den Tourenplaner zu erfassen. Also wiederum entschloss ich mich nur für die Light-Version der Auffahrt. Ich trat den Rückzug nach Kaltenbach bzw. Ried an. Die Abfahrt kannte ich ja schon vom Vortag, weshalb ich sie schnell nehmen konnte. Über Ried und Aschau wechselte ich wieder die Flussseite, um über Rohr nach Zell am Ziller einzufahren. In Hippach angekommen waren dann die vier Tage Zillertal zu Ende, die mich einiges gelehrt hatten. Plane eine Tour in den Alpen nie nur nach Kilometern, sondern habe auch stets die Höhenmeter im Auge. Die sind es, die die Quälerei ausmachen. So habe ich meinen Plan alle Auffahrten der Zillertaler Höhenstraße zu fahren nicht umsetzen können, aber dafür bleibt sicher beim nächsten Mal die Zeit dazu.

Da der Tag noch einige Stunden für einige Erkundigungen für mich übrig gelassen hatte, nutzte ich die Gelegenheit das Zillertal einmal ohne Rad zu erkundschaften. Vier Tage Zillertal waren also zu Ende gegangen und die Gewissheit, dass das Zillertal bzw. dessen steile Hänge den Radler alles abverlangen.