Traumtouren im Goldenen Herbst 2009 / Traumhafte Speichersackgassen

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Erlebnisbericht: Traumtouren im Goldenen Herbst 2009

Erlebnisbericht von tobsi (weitere...)

Tag 2: Hippach - Hippach: Traumhafte Speichersackgassen
134,7 km / 3618 Hm

Hippach (0,0 km) - Mayrhofen (4,9 km) - Zillergründl (22,6 km) - Beginn Tunnel (23,3 km) - Ende Tunnel (23,9 km) - Speicher Zillergrund (25,9 km) - Ende Tunnel (27,9 km) - Beginn Tunnel (28,5 km) - Zillergründl (29,2 km) - Brandberg (43,0 km) - Ginzling (57,6 km) - Schlegeis (71,5 km) - Zamser Grund (72,4 km) - Schlegeis (73,3 km) - Ginzling (87,2 km) - Vorderlanersbach (101,1 km) - Lanersbach (102,7 km) - Juns (105,5 km) - Madseit (106,6 km) - Hintertux (108,8 km) - Talstation (109,8 km) - Hintertux (110,8 km) - Madseit (112,9 km) - Juns (114,0 km) - Lanersbach (116,8 km) - Vorderlanersbach (118,4 km) - Finkenberg (125,7 km) - Laubichl (130,6 km) - Hollenzen (131,6 km) - Eckartau (132,2 km) - Ramsau (134,1 km) - Hippach (134,7 km)

Beschreibung

Almabtrieb in MayrhofenTag zwei sollte mit über 130 km die längste Tour werden, dank der eher flachen Anstiege aber nicht die schwerste. Das Wetter war wieder perfekt für diesen wunderschöne Tour in die Seitentäler zu den Speichern im Zillertal. Von Hippach ging es auf der B168 direkt nach Mayrhofen, wo im Ortskern einen für diesen Tag typisches Motiv auf mich wartete. Es war Zeit des Almabtriebs und genau bei der Durchfahrt durch Mayrhofen, kam eine erste Herde mit festlich geschmückte Rindviecher mir entgegen. Ein gern genommenes Fotomotiv. Nach kurzer Pause ging es in den Wald und die kurze, steile Schluchtstrecke zum Südportal des Brandberger Tunnels, der die Autofahrer zum Ausgangspunkt hinauf zur Bärenbadalm bringt. Die Schluchtstrecke war ihrem Charakter nach schon ein erstes Highligt, denn rechts der Straße plädscherte der Ziller in seinem tiefer liegenden Flussbett, auf der linken Straßenseite der nackte Fels. Am Tunnelportal angekommen weitete sich das Tal etwas und es ging entlang der Almen und steilen Berghänge moderat bis zum Kraftwerk Häusling, dass aus Wasserkraft Strom macht. Vorbei an ein paar Lokalen geht es dann in einer Kurvenkombination dann etwas herausfordernder bergan. Doch nur kurz mussten die Muskeln etwas schwerer arbeiten, dann ließ die Steigung wieder Souplesse zu. In wunderbarer Landschaft erreichte man dann die Bärenbadalm, wo man schon einen ersten Blick auf den 400 Hm höher liegenden Speicher Zillergrund genießen konnte. Für Autofahrer versperrt eine Schranke den weiteren Aufstieg zum Speicher. Für autorisierte Busse und auch für Radfahrer ist die Weiterfahrt erlaubt. Für Radfahrer weist ein Schild darauf hin, dass die Weiterfahrt auf eigene Gefahr erfolgt, aber immerhin nicht ausdrücklich diese verbietet. Ab der Schranke kommt man als Radfahrer dann ordentlich ins Schwitzen, obwohl zwei längere, kaum beleuchtete Tunnel zu durchfahren sind. Denn die 400 Hm verteilen sich auf ca. 4 km. Schön ist jedoch die Fahrt auf kaum befahrener Straße und der Fahrt direkt auf den imposanten Damm zu, den man lange Zeit im Auge hat. Schön auch, erst mit der Herausfahrt aus dem zweiten Tunnel die Dammkrone auf 1860 m zu erreichen. Für Wagemutige und Schwindelfreie empfiehlt sich nicht nur der Blick in das Tal sondern auch der Blick senkrecht den Damm hinunter. Diesen Blick ersparte ich mir.

Nach erfolgter Rückfahrt über Brandberg, wo es kurzzeitig auch recht steil bergan geht, nach Mayrhofen und anschließendem Auftanken an einem Supermarkt ging es durch die Schluchtstrecke samt Baustelle in Richtung Ginzling. In den folgenden Galerien nach dem Tunnel, der die Autofahrer nach Ginzling bringt, stand Begegnung 2 mit den Statisten des Almabtriebs an. Völlig unaufgeregt scheinen sich die Kühe ihren Weg in das Tal zu bahnen. Dieses Hindernis hinter sich gelassen geht es bis zur Mautstation recht flach durch ein schönes Tal. Ab der Mautstation beginnt dann aber der schwere Teil, bis nach zwei kürzeren Tunnel die Straße wieder verflacht. Im folgenden Abschnitt entlang eines Bachs und einiger Kletterfelsen ging es vor dem Damm dann wieder in ein paar Kehren sehr steil bis zum Schlegeis-Speicher und zum Zamser Grund. Hier verleitete mich die Sonne zu einer kurzen Pause am Stausee mit verdienter Stärkung. Nach dieser Pause folgte ein rasante Abfahrt, in der ich die schleichenden Autofahrer lange Zeit in Schach halten konnte, was ich auch am Portal zum Tunnel von einem Autofahrer zu hören bekam, der mir sagte, dass ich es ganz schön hab laufen lassen.

Aber ich bin der Meinung, wenn man sich den Berg schon hinaufkämpft, sollte man sich für eine schöne und schnelle Abfahrt entlohnen. Durch die Schluchtstrecke nahm ich dann den kürzesten Weg nach Finkenberg, wo es nochmals kurz steil wurde, bevor dann die etwas stark befahrene Straße nach Hinterux folgte, die auch nicht wirklich herausfordernd ist. Bis auf ein paar steilere Stücke zieht sich dieser Anstieg sehr moderat bis nach Hintertux und durch die vielen Orte. Dieses Tal ist nicht so ursprünglich, weil viel breiter als die vorher gefahrenen. Dennoch kann man auch hier schöne Abschnitte mit plädscherndem Bach finden. Kurz vor Hintertux stauten sich dann die Autos. Denn Grund sollte ich dann mit dem Erreichen von Hintertux sehen. Auch hier stand der Almabtrieb an und die Rindviecher wurden gerade durch Hintertux getrieben. Die Hinterlassenschaften der Kühe sorgte bei mir für Schlangenlinien. An der Talstation angekommen, dann hektisches Treiben. Der Almabtrieb wurde in einem Zelt lautstark gefeiert. Direkt an der Talstation konnte ich dann die Begegnung mit Skifahrern, die die günstigen Zimmerpreise wohl zum Herumrutschen auf dem Gletscher nutzten.

Dank des Almabtriebs hatte sich zwischen Talstation und Hintertux eine lange Autoschlange gebildet, die ich dank meines Gefährts schnell hinter mir lassen konnte. Allerdings musste ich aufgrund der Kühe jetzt etwas vorsichtiger agieren, weil man ja nie weiß, wie so ein Ungetüm auf einen Radler reagiert. Nachdem auch diese Hindernisse hinter mir lagen, genoss ich nun die Abfahrt nach Mayrhofen, wo es über Laubichl, Hollenzen und Ramsau flach nach Hippach ging.

Tag 2 war also auch bei bestem Wetter zu Ende gegangen. Das Leiden hielt sich heute deutlich in Grenzen. Ob die eher moderaten Anstiege dafür verantwortlich waren, vermag ich nicht beurteilen zu können. Auf jeden Fall war es ein Tag, wo ich viele Eindrücke habe sammeln können und viel Spaß dabei hatte. Am Abend konnte ich im Garberwirt bei einem tollen Büffett die Speicher wieder füllen. Neben Lamm, Ente, Rind gab es noch köstliche Spinatknödel, warmen Krautsalat und viele weitere Köstlichkeiten. Ein fast perfekter Tag ging also sehr gut zu Ende.