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Technik

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Schaltprobleme nach Zugwechsel

  • kletterkünstler, 27.03.2021, 11:03 Uhr
    Moin,

    mir ist der linke Schaltzug gerissen. Nach einigem Gefummel hat der Wechsel geklappt, doch sprang die Kette zunächst nur mit äußerster Mühe aufs große Blatt, unter Gewaltanwendung und zigmaligem festem Drücken des Hebels. Lag es an der Spannung? An der Einstellschraube am Rahmen hab ich nix geändert.
    Um dann wenigstens mit dem kleinen Blatt fahren zu können, erstmal den Zug hinten gekappt, das Endstück total ausgefranst, sodass keine Möglichkeit besteht, eine Endkappe draufzusetzen. Zug hängt seitdem wieder ziemlich durch, Einstellschraube oben am Unterrohr hängt locker raus, Schaltung tut natürlich nix mehr, fahren ging natürlich, wie geplant halt erstmal nur mit dem kleinen.

    Ich nehme an, ich muss jetzt nochmal einen neuen Zug einfädeln? In welchem Gang sollte dies geschehen? Vorne groß, hinten klein? Hatte vorne kleines Blatt, hinten größtes Ritzel eingestellt.

    In einem Onlinevideo wurde gesagt, man müsse den Bremszug lösen. Das erschließt sich mir nicht, ich möchte ja nur den Schaltzug wechseln.

    Grüße
    Marcel
  • lowrider, 27.03.2021, 12:06 Uhr
    Hallo Marcel,

    da hast du ja einen schönen Verhau verursacht.
    Als Erstes: Bis du absolut sicher, dass alle Teilchen des alten Schaltzugs aus dem STI draußen sind? Der 2. Satz klingt nicht danach. Also alles nochmal raus und ALLE Zugteile suchen/entfernen. Die Mechanik muß in beide Richtungen leichtgängig sein.
    Die Außenhülle muß an allen Enden sauber abgelängt und mit entsprechender Endkappe versehen sein. Sonst wird das nichts. Erst dann kann der Zug wieder rein, vorher Stellschrauben ganz rein drehen und STI sowie Umwerfer auf's kleine KB schalteten. Denn Zug gut straff ziehen und klemmen, auf's große KB schalten und falls sich etwas setzt Zug dann nochmal nachspannen. Erst dann macht es Sinn die Zugspannung zu justieren.

    Viele Grüße, Oliver
  • Uwe, 27.03.2021, 12:09 Uhr
    Hallo Marcel!

    Ich kenne jetzt nur die Bauweise von Shimano STI. Je nach Modell ist es ein unseliges Gefummel, den neuen Zug vorne durch den Hebel zu bekommen und dann geht es auch nur, wenn keine Reste des alten Zuges mehr im Hebel in der Führung stecken. Sowohl am Umwerfer (linker Hebel) als auch am Schaltwerk (rechter Hebel) wird der Zug auf dem jeweils kleinsten Zahnrad bzw. in der entsprechenden entspannten Schalthebenlstellung eingebaut. Die Schalthebelstellung bekommst du, wenn du den neuen Zug schon drin hast ohne ihn am fernen Ende angeschraubt zu haben. Du ziehst den Zug von Hand stramm und schaltest herunter bis nichts mehr kommt. Dann legst du den Schaltzug am Schaltwerk / Umwerfer handstramm in die Klemmung. Du hast aber vorher alle Zugeinsteller ungefähr auf Mittenstellung, damit du nachher noch in beiden Richtungen Luft zur Justage hast. Je nach Zugverlegung im Rahmen (modern) oder außen (einfachere Handhabung) musst du bei der ganzen Einfädelei natürlich aufpassen, dass du den Zug auch sauber verlegst und nicht mit anderen Zügen über Kreuz hast.

    Auf gar keinen Fall die Endanschläge des Schaltwerks / Umwerfers (die Schrauben mit H und L) verändern. Die haben mit der Einstellung der Schaltpunkte rein gar niemals nie nichts etwas zu tun. Auch die B-Schraube am hinteren Schaltwerk hat nichts damit zu tun. Sie verändert den Umschlingungswinkel und die Vorspannung des Schaltwerks und wird entweder genau einmal im Leben oder beim Einbau exotischer Übersetzungen eingestellt.

    Die Schaltzüge sollte man je nach Einsatz des Rades (Winter, Salz, Dreck, Regen) einmal im Jahr oder auch alle zwei Jahre erneuern. Alle dann und wann mal lasse ich das ganze Zugwerk mit Hüllen usw. tauschen.

    Wenn du die neuen Schaltzüge drin hast, kannst du am einfachsten auf dem Montageständer mehrmals die Schaltung rauf und runter schalten und dabei kontrollieren, ob sie sauber läuft bzw. die Schaltpunkte sauber einstellen, indem du am hinteren Schaltwerk an der Zughüllenverstellung entsprechend drehst oder auch falls vorhanden am Unterrohr an den Anschlägen die Einsteller betätigst. Vielleicht hast du auch Einsteller vorne in der Kurve der Züge. Am Umwerfer hast du vermutlich keine Einstellmöglichkeiten oder maximal nur einen Einsteller in der Kurve des Zuges. Wenn da gar keine Möglichkeiten sind, musst du nur den Zug in der entspannten Stellung sauber stramm festschrauben. Dann sollte der Rest passen.

    Woher der Tipp kommt, die Bremszüge zu lösen ist mir nicht erschlossen und ergeben für mich nicht viel Sinn. Du kannst ja von mir aus die Bremskörper öffnen (den Hebel auf "Radwechsel" stellen).

    Wenn du Campa oder Sram hast, mag alles anders aussehen...

    Viele Grüße und viel Erfolg, Uwe
  • kletterkünstler, 07.04.2021, 02:43 Uhr 07.04.2021, 02:43 Uhr auf Uwe
    Hallo Uwe und Oliver,

    bevor Günther noch meckert, geb ich noch schnell verspätet eine Rückmeldung. Erstmal vielen Dank natürlich für eure Lösungansätze!

    Zusammen mit meinem Schwiegervater haben wir es dann noch am Tag der Fragestellung hinbekommen. Zug nochmal am Umwerfer gelöst und während des Festziehens hat er den Umwerfer Richtung großes Blatt gedrückt. Dazu noch WD40 in den Griff und an den Umwerfer. Anschließend wechselte die Kette problemlos aufs große Blatt, nur schleift sie jetzt auf den größeren Ritzeln innen am Leitblech. Vermutlich den Umwerfer etwas zu weit nach außen gedrückt? Traue mich allerdings nicht mehr ran. Das zerfranste Ende des Schaltzugs haben wir provisorisch getaped.

    Nächsten Montag geht das Rad hoffentlich in Inspektion, dann können sie den Zug gerne nochmal wechseln, Umwerferstellung wieder korrigieren etc.

    Schlaflose Grüße
  • Uwe, 07.04.2021, 16:28 Uhr auf kletterkünstler
    Hallo Marcel!

    Der Günter meckert nicht. Er spricht nur manchmal das aus, was andere denken, aber zu feige sind, es zu sagen ;-)

    Viele Grüße, Uwe
  • Cinelli09, 07.04.2021, 16:35 Uhr auf Uwe
    .....und dafür steck ich oft auch aus gewissen Ecken Prügel ein und ihr feixt immer alle dabei ;-)
  • Uwe, 07.04.2021, 16:39 Uhr auf Cinelli09
    Wir lachen uns kaputt, dass wir mal wieder rechtzeitig den Schwanz eingezogen haben ;-)

    Übrigens ist es auch einfach, aus der sicheren Entfernung zuzusehen, wenn jemand ins Fettnäpfchen latscht ohne dass man selbst vollgesifft wird.
  • Cinelli09, 07.04.2021, 16:42 Uhr auf Uwe
    Nach fast 40 Jahren in meinem Job kann mich eh keiner mehr anpinkeln - ich bin schon naß
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