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Bodone (1160 m)

Und noch eine. Im Hintergrund wieder Dosso del Liro.

Auffahrten

Von AP – So, wen diese Strecke wirklich interessiert, der muss auf der Hauptstraße von Gravedona, die ein bisschen versetzt vom Seeufer ist, solange entlangradeln, bis er an einer Kreuzung ein ganzes Rudel von Schildern sieht. Ausgewiesen werden dort eine halbe Hundertschaft von Dörfern, u.a. Peglio, Dosso del Liro, Traversa, PiPaPo. Man folgt der Beschilderung und beginnt über eine sanfte Rechtskurve in den oberen Bereich von Gravedona vorzustoßen.
Im ersten, knapp sieben Kilometer langen Abschnitt des Anstiegs bis Peglio liegt die Steigung bei um die 6 %, manchmal etwas darunter oder darüber. Über einige Serpentinen arbeitet man sich durch größtenteils bebautes Gelände nach oben. Wie so oft am Comer See geht ein Ort in den anderen über, sprich Gravedona in San Carlo und San Carlo in Travisa. Ausblicke auf Gravedona, dessen südlicher Ortsteil ganz offensichtlich auf einem Schwemmland-Delta steht, und das östliche Ufer des Sees fehlen natürlich nicht.
Ein längeres Stück ohne Häuser kommt erst hinter Travisa, und da ist man auch schon auf dem vierten Kilometer unterwegs. Auf einer langen Gerade an Rancio vorbei lässt man den See hinter sich und dringt ins Hinterland vor. Im nächsten Dorf, Traversa, biegt nach links ein Sträßlein nach Negrana hinab. Das ist im Grunde genommen die Variante der Anfahrt, denn es ist der direkte Weg von Gravedona über Negrana nach Traversa, der kürzer und folglich steiler ist.
Aus Traversa heraus sieht man rechts oberhalb der Straße eine helle, wuchtige Kirche, gewidmet dem San Martino, und schon ist man im schönsten Teil der Auffahrt angekommen. Über acht Serpentinen, engebettet in eine wunderbare Landschaft aus Wiesen, einzelnen Baumgruppen und dem einen oder anderen Weingarten arbeitet man sich hinauf nach Peglio. Hübsch anzusehen ist das Bergnest Dosso del Liro im Westen vor den hohen Bergen, über welche die Grenze zur Schweiz verläuft.
Noch vor dem eigentlichen Ortsanfang von Peglio passiert man die Kirche der Santi Eusebio e Vittore mit ihrem hohen Glockenturm. Die Durchfahrt durch Peglio ist sehr eng und führt auf eine kleine Hochebene, auf der das Dorf Livo und ein kleiner Stausee liegen. Noch bevor man beide erreicht, steht links an der Straße ein merkwürdiges Gebäude, das wie eine Mischung aus einer kleinen Burg und einem altertümlichen Getreidespeicher aussieht. Es ist aber weder das eine noch das andere, sondern wiederum eine Kirche, die Chiesa della Madonna del Gorghiglio. Direkt hinter der Kirche biegt eine Straße nach links ab. An jener Stelle auf ungefähr 620 m Höhe, an der die Fattoria Zertin ausgeschildert ist, beginnt der zweite Abschnitt der Auffahrt, sprich der Knüppelpfad.
Auf diesem über sechs Kilometer langem zweiten Abschnitt, der größtenteils im Wald verläuft, zieht die Straße über eine Serpentine nach der anderen nach oben. Die Steigung liegt nun bei π x Daumen 8 %. Erschwert wird das Vorwärtskommen durch die Qualität des Asphalts… je höher, desto ruppiger und brüchiger.
Bodone selbst ist eine Streusiedlung am dort oben ziemlich offenen Berghang, von dem aus man sowohl den mittleren als auch den nördlichen Teil des Sees überblickt. Man glaubt es kaum, aber bei Besuch des Autors stand vor fast jedem Haus mindestens ein Auto. Das heißt also, dass doch einige Leute auf die Straße angewiesen sind. Merkwürdig, dass man nichts für ihren Erhalt tut… in der Schweiz wäre sie bestimmt mit Flüsterasphalt ausgestattet.

Lohnt es sich, nach Bodone mit dem Rennrad zu fahren? Eigentlich nicht. Die Strecke an sich ist nicht schlecht und ziemlich abwechslungsreich, weil die Serpentinen die Fahrt auflockern und man immer wieder Peglio und den See darunter oder die Bergwelt um den See herum sehen kann. Allerdings gibt es solche Momente auch auf anderen Straßen um den See herum, die wesentlich angenehmer zu fahren sind. Auf jeden Fall empfehlenswert ist der Weg bis Peglio: es macht wirklich Spaß, dort hinauf zu radeln.

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