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Col des Balistres (165 m) Coll dels Belitres, Cap Cerbère

Die wenig spektakuläre Passhöhe.

Auffahrten

Von majortom – Wir listen hier zwar Cerbère als letzten Ort vor dem Pass als Ausgangspunkt, man sollte sich jedoch bewusst sein, dass der Weg nach Cerbère recht anstrengend werden wird. Auf der Küstenstraße von Argelès kommend, dem Ort am Übergang von der Ebene des Roussillon zu den Pyrenäen, muss man namlich von Bucht zu Bucht jeweils einen kurzen Anstieg bewältigen. Couillure, Port Vendres, Banyuls-sur-Mer und Cerbère liegen jeweils auf Meereshöhe, dawischen geht es immer auf zwischen 50 und 110 m Höhe. Die Höhenmeter summieren sich also. Kommt man dagegen vom Col de Banyuls hinunter in den gleichnamigen Ort, so ist nach Cerbère lediglich der letzte Abschnitt mit knapp 110 Höhenmetern zu überwinden.

Schließlich erreicht man Cerbère, den letzten Ort vor der Grenze, und fährt ein letztes Mal wieder auf Meereshöhe hinab. In drei weiten Serpentinen, die einen grandiosen Ausblick Richtung Pyrenäen, über das Meer und auf den Verladebahnhof von Cerbère bieten, strebt man dem höchsten Punkt der Küstenstraße entgegen. Die Steigung ist nur mäßig, und man sollte ohne Probleme den Grenzübergang und somit auch die Passhöhe erreichen. Der ehemalige Grenzposten ist hier zwischen die Felsen gequetscht, viel mehr Platz wäre auch gar nicht, und ein schlichtes Schild kündigt an, dass man sich nun in España befindet.
Weiter geht es, schon wieder in rasender Abfahrt, nach Portbou, dem ersten Ort auf spanischer Seite. Dass sich hier ein Schnapsladen an den nächsten reiht, scheint darauf hinzudeuten, dass diese Güter in Spanien wesentlich erschwinglicher sind als in Frankreich.
Auf den verbleibenden 15 km nach Llança wären theoretisch wiederum einige Höhenzüge zu überwinden, die Spanier haben sich aber statt einer am Hang gebauten Straße für Tunnels entschieden, so dass sich hier nicht mehr viele Höhenmeter ansammeln. Beleuchtung wäre jedoch empfehlenswert. Man kann jedoch auch über den Coll del Frare auf lohnenswerte Art und Weise einen der Tunnels umfahren.
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01:00:38 | 03.09.2009
Jochen40
Dolce Vita
Von Flugrad – Die eigentliche Südanfahrt zum Grenzpass beginnt im spanischen Grenzort Port Bou, analog zur Beschreibung der französischen Nordanfahrt sei aber als Ausgangspunkt der größere Ort Llançà gewählt. Somit lässt sich nicht nur das Vergnügen eines kurvenreichen Auf-und-Ab auf der Küstenstraße verlängern, sondern es ergibt sich – sofern man die sehr zu empfehlende Tunnelumfahrungsvariante zwischen Colera und Port Bou wählt – auch noch eine Vorpassbefahrung (die sogar etwas höher liegt als der Grenzpass) mit herrlichen Ausblicken aufs Meer und die zerklüftete Küste.

Wir starten also in Llançà an der Ampelkreuzung. Links geht es zum Bahnhof, rechts in den Ort, zum Hafen und in Richtung el Port de la Selva. Wir fahren geradeaus auf der recht breit ausgebauten N 260 Richtung Colera-Port Bou. Die Straße dient, anders als ihre Klassifizierung vermuten lässt, so gut wie nicht mehr dem Transitverkehr, sondern praktisch nur noch dem lokalen (Tourismus-)Verkehr.
Durch eine Siedlung entlang der Platja de Grifeu steigt die Straße sanft an. Doch bald schon verlieren wir die Höhenmeter wieder und umrunden eine Bucht. Nach wiederum kurzem Anstieg geht es in ein Seitental hinunter. An der folgenden Kreuzung geht es nach rechts in den Ortskern von Colera. Bis hierher haben wir gut 6 km und 125 Hm auf dem Konto. Wir fahren geradeaus und passieren, wieder einige Höhenmeter gewinnend, den nördlichen Ortsrand von Colera.
Nach etwa einem Kilometer stehen wir vor der entscheidenden Frage: machen wir uns das Leben leicht und fahren geradeaus, flach und faul durch die neuen Tunnels, oder rechnen wir uns zu den Gefahrgütern. In diesem Fall folgen wir der entsprechenden Beschilderung schräg links aufwärts auf der alten Straße. In diesem Fall haben wir den schwereren aber ungleich schöneren Weg ausgesucht. Links oben sehen wir schon unseren ersten Hochpunkt (Coll del Frare), den wir auf über 200 m Höhe nach drei ausladenden Serpentinen erreichen. Die Ausblicke entschädigen für den Schweiß allemal.
Und es geht gleich wieder abwärts: unter uns liegt der spanische Grenzort Port Bou in einer engen Bucht. Kurz vor dem Ortseingang treffen wir wieder auf die neue Straße. Port Bou ist ja schon ausreichend beschrieben. Wir durchqueren den Ort – entweder auf der winkligen Straße oder auf der Uferpromenade. Unmittelbar danach folgt der finale Anstieg: in weitem Rechtsbogen gewinnen wir entlang der Bucht bereits tüchtig an Höhe, dann nach einer Kehre fahren wir an einer Tankstelle linksdrehend bis zur Passhöhe. Auf der gesamten Strecke können wir die Bucht, den Ort und den großen Grenzbahnhof überblicken.
Oben erinnert eine Gedenktafel an die finsteren Zeiten des Spanischen Bürgerkrieges, als Zigtausende auf der Flucht vor dem Franco-Faschismus hier die rettende französische Grenze überquert haben.

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