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Mali Alan (1044 m)

Wir näheren uns der Passhöhe.

Auffahrten

Diese Beschreibung ist kürzlich bei uns eingegangen und befindet sich momentan noch in Redaktion. Sie endet voraussichtlich am 01.01.2022.
Zuständiger Redakteur: kletterkünstler  - mehr zur Redaktion erfahren.
Von Flugrad – Diese Auffahrt teilt sich je zur Hälfte in guten Asphalt und teils sehr ruppigen Schotter. Als Ausgangspunkt wählen wir in Obrovac die Brücke über die Zrmanja, jenen Fluss, der sich nicht so recht entscheiden kann, (Süßwasser-)Flußgewässer oder ein wenig eingesalzener Mittelmeerfjord sein zu wollen. Gleich hinter der Brücke biegen wir links ab und steil bergauf. Die ersten 2 km am "Fjord"hang hinauf sind auch gleich die steilsten, dann haben wir eine Hochfläche und ein größeres Industrieareal erreicht.
Einen Kilometer weiter folgt die Kreuzung mit der nun als Autobahnzubringer dienenden, breit ausgebauten ehemaligen Hauptstraße von Gracac her. Diese überqueren wir und sehen vor uns ein beeindruckendes Karstgebirge, den zu Naturpark-Ehren gekommenen südlichen Velebit. Da müssen wir hinauf. Unsere Straße ist immer noch breit ausgebaut, gut beschildert mit Wegweisern - und nichts deutet auf Schotter hin. Auch die nun wieder zunehmende Steigung hält sich sehr im Rahmen, man erkennt die hohe k.u.k.-Straßenbaukunst: kunstvoll in die Landschaft eingepasst und konstante 5 bis max. 6 % Steigung. So bleibt es auch bis oben, abgesehen vom Belag.
Ab Modrici gewinnen wir Höhe mittels dreier Kehren am steiler und gebirgiger werdenden Hang. Deutlich unter uns sehen wir nun die Windkraftanlagen, die ein Speicherbecken säumen. Unsere Straße verschwindet hinter der erste Reihe des Gebirgszuges, gleichzeitig gerät die in die Landschaft geklotzte Autobahn samt zugehöriger Raststätte in unser Blickfeld. Wir passieren einen Steinbruch unmittelbar am Rand der Autobahn, dann zeugt eine kurze Rampe davon, dass hier am Südportal des Sveti Rok-Tunnels mit dem Autobahnbau ein Stück unserer Straße neu trassiert worden ist. Wir wechseln also über die Tunnelportale hinweg auf die Nordseite der Autobahn.
500 m weiter, in Höhe einiger zur Autobahn gehörenden Betriebsbauten, ist dann bei km 11,5 auch das Ende des Asphaltbandes erreicht. Dies deutet darauf hin, dass unsere Straße erst durch den Tunnelbau zu Asphaltehren gekommen ist. Überraschenderweise nimmt aber auf dem Schotterabschnitt weder die Straßenbreite ab noch die Steigung zu, im Gegenteil. Wenn auch die restlichen 11,5 km asphaltiert wären, könnte man von einem herrlichen, flott zu fahrenden Rollerpass sprechen. So aber muss die Schmalreifenfraktion sich mühevoll einen einigermaßen fahrbaren Pfad zwischen Grobschotter und Feinsand suchen. 2,5 km zieht sich die Schotterpiste am Hang hoch bis zur ersten Kehre - und diese ist gleichzeitig ein wahrer Aussichtsbalkon.
Nun fahren wir etwa 2 km in Ostrichtung, eine Geländestufe höher, bis wir einen aus Ruinen bestehenden verlassenen Weiler erreichen. Dessen Kirche wird gerade wiederaufgebaut (2021). Bis dahin haben wir schon einige Gedenktafeln passiert - es kommen noch viele davon. Auf diesen wird an die dort ums Leben gebrachten, den Daten nach durchweg jüngeren Menschen erinnert, Opfer des hier auf einer Hauptkampflinie tobenden Jugoslawienkrieges Anfang der 1990er Jahre.
Wir umrunden einen Bergrücken, dann folgt der wohl beeindruckendste Abschnitt der Schotterauffahrt. Zunächst fahren wir an einer fast senkrechten Felswand entlang, besser: die Straße wurde in die Felswand geschlagen, und die arg löchrigen Straßenbegrenzungsmauern schützen im Ernstfall kaum vor tiefem Fall. Dann folgt eine in die Felswand modellierte Doppelkehre, oben mit einer kleinen Kapelle als Abschluss garniert.
Nun gelangen wir auf die Innenseite des Gebirgszuges, auf inzwischen bereits 850 m Höhe. Unsere Straße säumt eine lange Mauer, offensichtlich als Windschutz vor den Bora-Stürmen erbaut. An dieser Mauer befindet sich eine Erinnerungstafel. Hier hat Winnetou einst den Filmtod gefunden, weshalb auf der Tafel auch an dessen Darsteller Pierre Brice erinnert wird.
Wir sollten uns nicht täuschen lassen: gut die Hälfte des Schotterabschnittes bis zur Passhöhe liegen noch vor uns, trotz der schon erreichten Höhe. Der Straßenverlauf ist nicht mehr so spektakulär, die Umgebung nicht mehr so karstig-karg, vielmehr sogar noch spärlich landwirtschaftlich genutzt. Wir bewegen uns mitten im Gebirge, und entsprechend beeindruckend sind trotz fehlender Fernsicht die Bergketten um uns. Die Passhöhe selbst liegt in einer Linkskurve, kurz vor Erreichen eines geschlossenen Waldgebietes. Warnhinweise auf Minen abseits der Straße waren 2021 nicht mehr zu sehen.
8 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:55:00 | 30.09.2015
OeTTZI
Mittlere Zeit
01:58:00 | 28.08.2018
Torkelradler
Dolce Vita
02:10:00 | 02.09.2011
dl4dcw
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