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Wir freuen uns auf eine normalisierte Rennradreise-Saison 2022! Sie ist möglich dank euch!

Mali Alan (1044 m)

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Beschreibung der Südanfahrt von Obrovac

  • Flugrad, 12.10.2021, 12:41 Uhr
    Vorschlag für eine ausführlichere Beschreibung der Südanfahrt aus Radlerperspektive:

    Diese Auffahrt teilt sich je zur Hälfte in guten Asphalt und teils sehr ruppigen Schotter. Als Ausgangspunkt wählen wir in Obrovac die Brücke über die Zrmanja, jenen Fluss, der sich nicht so recht entscheiden kann, (Süßwasser-)Flußgewässer oder ein wenig eingesalzener Mittelmeerfjord sein zu wollen. Gleich hinter der Brücke biegen wir links ab und steil bergauf. Die ersten 2 km am "Fjord"hang hinauf sind auch gleich die steilsten, dann haben wir eine Hochfläche und ein größeres Industrieareal erreicht. Einen km weiter folgt die Kreuzung mit der nun als Autobahnzubringer dienenden breit ausgebauten ehemaligen Hauptstraße von Gracac her. Diese überqueren wir und sehen vor uns ein beeindruckendes Karstgebirge, den zu Naturpark-Ehren gekommenen südlichen Velebit. Da müssen wir hinauf. Unsere Straße ist immer noch breit ausgebaut, gut beschildert mit Wegweisern - und nichts deutet auf Schotter hin. Auch die nun wieder zunehmende Steigung hält sich sehr im Rahmen, man erkennt die hohe k.u.k.-Straßenbaukunst: kunstvoll in die Landschaft eingepasst und konstante 5-max. 6 % Steigung. So bleibt es auch bis oben, abgesehen vom Belag. Ab Modrici gewinnen wir Höhe mittels dreier Kehren am steiler und gebirgiger werdenden Hang,. Deutlich unter uns sehen wir nun die Windkraftanlagen, die ein Speicherbecken säumen. Unsere Straße verschwindet hinter der erste Reihe des Gebirgszuges, gleichzeitig gerät die in die Landschaft geklotzte Autobahn samt zugehöriger Raststätte in unser Blickfeld. Wir passieren einen Steinbruch unmittelbar am Rand der Autobahn, dann zeugt eine kurze Rampe davon, dass hier am Südportal des Sveti Rok-Tunnels mit dem Autobahnbau ein Stück unserer Straße neu trassiert worden ist. Wir wechseln also über die Tunnelportale hinweg auf die Nordseite der Autobahn. 500 m weiter, in Höhe einiger zur Autobahn gehörenden Betriebsbauten, ist dann bei km 11,5 auch das Ende des Asphaltbandes erreicht. Dies deutet darauf hin, dass unsere Straße erst durch den Tunnelbau zu Asphaltehren gekommen ist. Überraschenderweise nimmt aber auf dem Schotterabschnitt weder die Straßenbreite ab noch die Steigung zu, im Gegenteil. Wenn auch die restlichen 11,5 km asphaltiert wären könnte man von einem herrlichen, flott zu fahrenden Rollerpass sprechen. So aber muss die Schmalreifenfraktion sich mühevoll einen einigermaßen fahrbaren Pfad zwischen Grobschotter und Feinsand suchen. 2,5 km zieht sich die Schotterpiste am Hang hoch bis zur ersten Kehre - und diese ist gleichzeitig ein wahrer Aussichtsbalkon. Nun fahren wir etwa 2 km in Ostrichtung, eine Geländestufe höher, bis wir einen aus Ruinen bestehenden verlassenen Weiler erreichen. Dessen Kirche wird gerade wiederaufgebaut (2021). Bis dahin haben wir schon einige Gedenktafeln passiert - es kommen noch viele davon. Auf diesen wird an die dort ums Leben gebrachten, den Daten nach durchweg jüngeren Menschen errinnert, Opfer des hier auf einer Hauptkampflinie tobenden Jugoslawienkrieges Anfang der 1990er Jahre.

    Wir umrunden einen Bergrücken, dann folgt der wohl beeindruckendste Abschnitt der Schotterauffahrt. Zunächst fahren wir an einer fast senkrechten Felswand entlang, besser: die Straße wurde in die Felswand geschlagen, und die arg löchrigen Straßenbegrenzungsmauern schützen im Ernstfall kaum vor tiefem Fall. Dann folgt eine in die Felswand modellierte Doppelkehre, oben mit einer kleinen Kapelle als Abschluss garniert. Nun gelangen wir auf die Innenseite des Gebirgszuges, auf inzwischen bereits 850 m Höhe. Unsere Straße säumt eine lange Mauer, offensichtlich als Windschutz vor den Bora-Stürmen erbaut. An dieser Mauer befindet sich eine Erinnerungstafel. Hier hat Winnetou einst den Filmtod gefunden, weshalb auf der Tafel auch an dessen Darsteller Pierre Brice erinnert wird. Wir sollten uns nicht täuschen lassen: gut die Hälfte des Schotterbaschnittes bis zur Passhöhe liegen noch vor uns, trotz der schon erreichten Höhe. Der Straßenverlauf ist nicht mehr so spektakulär, die Umgebung nicht mehr so karstig-karg, vielmehr sogar noch spärlich landwirtschaftlich genutzt. Wir bewegen uns mitten im Gebirge, und entsprechend beeindruckend sind trotz fehlender Fernsicht die Bergketten um uns. Die Passhöhe selbst liegt in einer Linkskurve, kurz vor Erreichen eines geschlossenen Waldgebietes. Warnhinweise auf Minen abseits der Straße waren 2021 nicht mehr zu sehen.

    Ulrich
  • kletterkünstler, 12.10.2021, 13:52 Uhr
    Vielen Dank! Ich füge sie ein.
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Mali Alan Runde

  • madhias, 03.09.2021, 21:14 Uhr 04.09.2021, 08:33 Uhr
    Im August 2021 gefahren von Obrovac aus mit einem Crosser und 38 mm Slicks: Die Minenwarnschilder sind weg, Steigung einfach zu fahren, Weg durch den Schotter findet man - bergauf einfacher als bergab! Traumhafter Ausblick, am Tulove Grede vor allem sehr tolle Landschaft, der Pass unscheinbar wie schon geschrieben. Als Tip um die Tour aufzupeppen: auf der anderen Seite des Passes (Richtung Sveti Rok) führen entlang des Gebirgszuges 2 Schotter / Wald Wege Richtung Süden durch Almlandschaften und schöne Wild West Landschaften ohne viel Höhenverlust. Also wenn man das mitnehmen will, es zahlt sich aus (auch Schotter & Waldautobahn). Auf jeden Fall wieder retour fahren zur D547, Abstiege nur für MTB geeignet (oder Bike & Hike).
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Mali Alan

  • Unterhofer_01, 01.09.2019, 07:56 Uhr
    Grundsätzlich gibt es den Kommentaren nicht viel hinzuzufügen. (Zustand der Straße, Wind usw.)
    Ich bin den Mali Alan mit dem Rennrad und 23mm Reifen gefahren. Wenn man konzentriert ist und die Straße richtig "liest", dann geht es erstaunlich gut. Nach der Windschutzmauer am Tulove Grede wurde die Straße aus meiner Sicht aber schon recht schlecht. Beinahe hätte ich meine Auffahrt beendet. Aber wie das so ist ... So schnell gibt man nicht auf. Die Straße wird dann wieder besser und somit war ich froh bis zum Ende gefahren zu sein. Auf der Passhöhe, die kein Schild aufweist und auch recht unspektakulär ist, habe ich seinen Suchtrupp für Minen angetroffen. Es ist wohl schon viel geräumt. Am Tulove Grede besuchen schon wieder viele die Geierweise und die Sterbestelle von Winnetou. Ein Schäfer mit seiner Herde war am Tulove Grede ebenfalls unterwegs. Kletterer habe ich auch angetroffen. Es muss jeder selbst entscheiden welches Risiko er eingeht.
    Fazit: Ich würde die Auffahrt mit dem Rennrad in diesem Fall (ich war im Urlaub und hatte keine MTB dabei; ich habe die Auffahrt auch spontan in Angriff genommen) wieder unternehmen. Sinnvoller ist aber unbestritten eine Auffahrt mit dem MTB.
  • firlie, 23.09.2019, 13:12 Uhr 23.09.2019, 16:56 Uhr
    Bin die SüdAuffahrt mit meinem zum ReiseRennrad umgebauten Strada900 von Stevens mit 2x 25 L Seitentaschen (hinten) am 4.08.2019 gefahren. Das Rad hat Systemlaufräder und 35 mm Continental Grand Prix Urban Reifen.
    Wie @Unterhofer_01 schon so ähnlich schreibt: "Wo ein Wille, da ein Weg". Das Ziel im Rahmen meiner diesjährigen RadFernReise von Wien nach Split war der "Tulove Grede", der legendäre "Finger Felsen" aus den Winnetou-Verfilmungen.
    Obwohl die Landschaft grandios ist, die Auffahrt ein abenteuerliches Erlebnis war, empfehle ich (objektiv gesehen)
    allerdings nicht, mit dem Rennrad oder dünnen Reifelchen da hoch zu fahren. Mir ist mehrfach das Vorderrad im stellenweise groben Kies weggerutscht. Ein Thema war dann auch der starke Wind, der mir nach der Windschutzmauer stark zugesetzt hat. Die Abfahrt musste ich Schritttempo fahren.
    Einen Bericht mit aussagekräftigen Bildern gibts hier:
    https://www.rennrad-news.de/forum/threads/reisebericht-wien-split-trogir-vollst%C3%A4ndig.165749/page-2#post-4568022
    Meine Empfehlung: Tut es Euch mit dem Rennrad nicht an, es ist keinerlei Vergnügen. Nehmt ein MTB !
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Urlaubsziel ein Pass in Kroatien

  • dl4dcw, 02.09.2011, 20:28 Uhr 03.08.2012, 11:16 Uhr
    ...mein Urlaubsziel einen Pass in Kroatien zu fahren, habe ich mit der Südanfahrt erreicht. Allerdings habe ich das MTB genommen, da große Teile des Passes geschottert sind...vorallem habe ich auf dem Rückweg einen Weg über den Bergkamm genommen (keine Abfahrt über Nord-Südpass) - dort geht es nur mit dem MTB. Für den reinen Pass sollte ein Rennrad auch funktionieren - habe es nicht probiert.

    Insgesamt eine schöne Strecke. Wer den Weg über den Bergkamm fahren möchte - den habe ich hier gefunden. Dort warten auch noch ein paar Steigungen, so dass insgesamt ca. 1200 Höhenmeter anstehen.
  • Gast, 03.08.2012, 11:16 Uhr
  • Udo B., 29.08.2014, 22:49 Uhr
    Kleiner Kommentar zum Mali Alan, Stand 08.2014:
    Zur Strecke:
    Wir sind mit dem Auto auf einer kleinen Tour im Urlaub von Sveti Rock aus über den Pass nach Zadar gefahren. Erst haben wir gedacht, dass die Ankündigung von 18 km Schotterpiste ein Witz sei, dann wurde es zur Gewissheit (sorry, liebe Autoreifen).
    Wie schon in der Pass-Beschreibung gesagt, ist es zwar möglich mit dem Rennrad dort hinauf und hinuter zu fahren, aber......
    Wer seine Laufräder und Reifen zugrunde richten will, bitte sehr. Eher noch bergauf fahren als bergab. Nach heftigem Regen sind doch recht tiefe Auswaschungen auf der Piste vorhanden. Der Belag besteht aus schafkantigem Kalksplitt und auch aus runden Steinen ,Korngrösse 0-64 und mehr.
    Ich vertrete die Meinung, dass es Unsinn ist, hier ein Rennrad einzusetzen.

    Zur Landschaft:
    Aus der Hochebene mit Farnfeldern steigt die Strasse dauerhaft gemächlich an und führt durch Kiefern-, Eichen-, Buchenwäldern zur Passhöhe. Eine Szenerie wie in deutschen Mittelgebirgen. Dann, unvermittelt auf der Passhöhe, hinter einer Kurve, ein krasser Wechsel der Landschaft: Alpine Kalkfelsen, Karstlandschaft, Hitze, Trockenheit. Ein fantastischer Blick auf Gipfel und das ferne Meer.
    Ein absolutes MUSS.

    Persönliche Bemerkung:
    Der oben beschriebene Segen hat aber auch einen Fluch. Die Pass-Strasse wurde unter Kaiser Franz Joseph zu militärischen Zwecken angelegt und hatte auch im Balkankrieg eine strategische Funktion. Die Gedenktafeln am Strassenrand für die jungen Männer und die Warnung vor dem verminten Gelände haben mir wieder einmal mehr sehr deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich für Frieden und gegen Hass einzusetzen (siehe auch die Bildunterschrift "Deutsche Technik, die begeistert").
    In diesem Sinne: Schwerter zu Fahrrädern.



  • Torkelradler, 08.09.2018, 11:27 Uhr auf Udo B.
    Die Strassenverhältnisse haben sich nicht zum Besseren verändert, die Schotterpiste der Südauffahrt ist immer noch genauso lang und teilweise auch ausgewaschen, somit nur mit Stollenreifen sinnvoll zu befahren (ein SUV-Fahrer aus SÜW hat am Beginn der Piste aus Angst um sein Auto umgedreht...). Ich mußte bei der Befahrung dreimal absteigen, weil ich fürchtete, durch den Wind vom Rad geblasen zu werden ... Für Winnetou-Fans Pflicht, eine Gedenktafel für Pierre Bryce will bestaunt werden.
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