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Muro di Guardiagrele (565 m)

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Auffahrten

Von Droopy – Eine größere Bekanntheit erlangte der Anstieg im Jahre 2014. Hier wurde die Mauer anlässlich der 5. Etappe des Tirreno–Adriatico als Bergankunft ins Programm genommen. Nach 192 Kilometern hieß der Gewinner Alberto Contador. Wer sehen will, wie der spanische Klettergroßmeister die gleichen Verzweiflungsserpentinen wie ein Hobbyfahrer in die Straße schraubte (wenn auch nicht so viele), sucht im Internet einfach nach entsprechenden Videos der damaligen Etappe.
Nur als Richtzeit: Alex Dowsett, 2015 zwischenzeitlicher Inhaber des Stundenweltrekords, war seinerzeit einer der schnellsten in diesem Abschnitt und hat laut Strava-Messung 3 Minuten 58 Sekunden benötigt. Oder in Leistung ausgedrückt: 408 Watt im Schnitt. Ein einheimischer Lokalmatador ist mit 2 Minuten und 45 Sekunden bei 629 Watt der King of Mountain. Wahrscheinlich ein All-Out oder Beschiss mit der Vespa.
Objektiv betrachtet spielt die Muro di Guardiagrele damit in einer Liga mit der aus der Lombardei-Rundfahrt unendlich bekannteren Muro di Sormano. Letztere ist mit 2,1 Kilometern deutlich länger und misst nach offiziellen Angaben des Rennens 15,8 Prozent im Schnitt, mit einer Spitze bei 25 Prozent. In Guardiagrele bringt es die gesamte Strecke auf einen Schnitt von 22,2 Prozent. Die ersten zweihundert Meter sind es fast 25 Prozent im Schnitt, mit Spitzen von bis zu dreißig Prozent.
Da ich beide Mauern schon gefahren bin, kann ich subjektiv berichten, dass ich bei der Muro di Sormano schon ziemlich geklemmt habe. Ich hatte aber immer das Gefühl hochzukommen, wenn auch langsam. Bei der Muro di Guardiagrele beschlich mich hingegen ein paarmal die Sorge gleich umzukippen. Ein schwieriger Vergleich im Rückspiegel, dennoch lege ich mich fest: Die lombardische Mauer könnte ich mir vorstellen noch einmal zu fahren, bei der Abruzzenvariante ist eine Wiederholung definitiv ausgeschlossen. Nur, wenn mir jemand die Pistole an den Kopf hält.
Oder um mal die Hosen runter zu lassen: In der persönlichen Auswertung bringe ich es immerhin auf 6 Minuten 19 Sekunden Fahrzeit bei einer sagenhaften Kurbelkadenz von 40 U/min und einer Geschwindigkeit von 5,7 km/h. Als Ausrede mag gelten, dass ich bereits 1000 Höhenmeter in den Beinen, die Mittagshitze gegen mich und den Anstieg zum Blockhaus noch vor mir hatte. Es war einfach ein Versuch anständig hochzukommen ohne alles zu investieren.
Bei einem All-Out und besseren Bedingungen sind sicherlich fünf Minuten drin. Mit Rennradfahren hat das jedenfalls nicht mehr viel zu tun, ein Zirkusberg par excellence. Dazu aufgepasst: Der Anstieg ist nicht irgendein Feldweg, sondern eine offizielle Straße der Gemeinde. Bei der Testfahrt kamen mir von oben zwei Fahrzeuge entgegen.
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