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Passo delle Fittanze della Sega (1392 m)

Wieder Kehre bei angenehmer Steigung

Auffahrten

Von Wolfgang Winter – Der Aufstieg beginnt vom ersten Meter an knackig. Auf den ersten 6 km werden etwa 600 Hm überwunden, mit Spitzen bis zu 18 %. Hier heißt es gut mit seinen Kräften haushalten. Bei wenig Verkehr windet sich das Sträßchen den Hang hinauf. Immer wieder werden Blicke hinunter ins Etschtal frei. Nach 6 km wird es etwas flacher, ein paar Hundert Meter lang fährt man sogar horizontal, und dieses Stück sollte man gut zur Erholung nutzen, denn jetzt geht es erst richtig los. Die nächsten unendlich langen 2 km winden sich mit einer durchschnittlichen Steigung von 12,7 % durch den Wald, mit Maxima von 23 %.
Irgendwann nimmt die Steigung langsam ab, die Straße tritt aus dem Wald heraus, und man erreicht die Siedlung Sega di Ala, einen Touristenort. Hier lohnt sich aber nicht, Pause zu machen, denn die restlichen 5 km bis zur Passhöhe fliegen mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,2 % nach der Anstrengung vorher nur so dahin, und oben gibt es eine kleine unscheinbare Schänke am linken Straßenrand, wo man schön sitzen und sich erholen kann. Aussicht gibt es allerdings keine, bis auf ein seltsames Kriegerdenkmal.

35 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:54:13 | 10.05.2015
Stahlfex
Mittlere Zeit
01:15:00 | 03.09.2011
Niklas
Dolce Vita
01:31:29 | 16.08.2019
christoph
Südauffahrt von Peri
24 km | 1252 Hm | 5,2 %  Strava
Von Renko – Dieser Übergang ist seit 2009 durchwegs asphaltiert!

Wir sind in der Ortschaft Peri im Etschtal (hier Val d’Adige). Die Ortschaft liegt 108 km südlich von Bozen, aber der Höhenunterschied beträgt lediglich um die 100 m. Diesen Höhenunterschied werden wir aber auf dem ersten Kilometer der folgenden Auffahrt gewinnen!
In diesem Abschnitt des Etschtals liegt eine Nebenstraße an der linken, die Hauptstraße an der rechten Talseite. Letztere führt durch Peri, wo wir vom Süden kommend rechts in die SP57 einbiegen. Bereits am Anfang geht die Steigung auf 14 %, anschließend beginnt eine 8 km lange Serpentinenstraße. Die Steigung liegt hinter der ersten Kehre bei unter 10 %, so kann man die Blicke auf das immer tiefer unter uns liegende Etschtal genießen. Hinter dem Tal ragt der Monte Baldo auf, der das Etschtal vom 100 m tieferen Gardasee teilt.
Nach rund 9 km hat man Fosse erreicht, die Ortschaft liegt auf einer Hochebene. Hier gibt es zur Erfrischung ein Café.
Die Weiterfahrt zum Pass erfolgt über die östlich von hier liegende Ortschaft Provalo. Ich wähle dagegen die auf Karten eingezeichnete Nebenstraße über Coste. Diese schmale Straße führt nach Norden. Vor Coste folgt eine steilere Rampe. Hinter der Ortschaft weicht der Teer einer Staubpiste.
Etwas enttäuscht radle ich vorerst weiter und bin froh, als die Staubpassage endet, und ich neuen Asphalt unter den Rädern habe. Aber auch dieser Abschnitt ist nur von kurzer Dauer: hinter einer Kehre ist die Strasse staubig, und bald noch dazu schneebedeckt.
Es ist der „Winter-Ostern 2008”, am Vortag hatte es Sonne, es schneite, dann ein kurzes Gewitter, und schließlich auch Eis auf dem Passo del Telégrafo oberhalb des Gardasees. Zuvor im Etschtal war es sonnig gewesen, aber der Versuch, ohne Winterjacke im flachen Tal zu radeln, scheiterte, es war einfach zu kalt, und das bei 150 m Meereshöhe. Hier oben an der Südseite der Lessiner Alpen ist auch trotz Sonnenscheins die Luft recht kalt, der Schnee eher feucht als nass. Ich steige ab und beginne zu laufen. Eine Stunde später laufe ich immer noch. Die Füße sind im trockenen Schnee nicht erfroren, der Körper genießt die anderen Bewegungen zu Fuss, die angespannte Beziehung zum Sattel beruhigt sich wieder. Mit der Sache komme ich gut zurecht, das Fahrrad hängt an der Schulter, die 8,4 Kilo machen mir nichts aus, ich laufe halt, die Welt ist hier oben ganz in Ordnung...
Nach einer weiteren Stunde stehe ich kurz vor dem Übergang nach Norden. Wie der östlich von hier liegende Passo Fittanze ist unsere Straße auch ein Kind des Ersten Weltkrieges, denn an dieser unbewohnten Hügelkette (die Lessiner Alpen) verlief die Grenze zwischen Österreich und Italien.
Am Übergang biegt scharf rechts ein Weg ab, der zum Passo Fittanze führen dürfte. Ohne adäquate Karte folge ich dagegen den einzigen Fussspuren. Nun beginnt ein einstündiger Abstieg durch trockenen Schnee. Am Ende erreiche ich Sega di Ala, etwa drei Kilometer unterhalb des Passo Fittanze.
Der Passo Fittanze bildet zwar den einzigen Übergang weit und breit, zwischen dem Etschtal und dem Passo di Campogrosso gibt es keinen anderen Pass. Aber an diesem Dienstag Nachmittag nach Ostern ist kein Mensch zu sehen, bei der folgenden Abfahrt nach Norden passiere ich kein einziges Auto. Diese Abfahrt erfolgt zuerst flach und geradeaus. Der folgende „Sturz” ins Etschtal gehört wohl zu den spannendsten Abfahrten der Alpen! .
Die Sonne ist verschwunden, ich habe wieder gegen die Kälte zu kämpfen, die trotz aller Bekleidung den Weg ins Knochenmark findet. Nach der ersten Steilpassage flacht die Straße kurz ab. Hier halte ich an und versuche, nach einer langen Dauerbremsung etwas Leben in die Finger zu kriegen. Dann geht es wieder abenteuerlich steil hinab ins Etschtal. Die Ausblicke ins geradeaus verlaufende, trogartige Etschtal in Richtung Rovereto sind aus dieser Höhe atemberaubend, da will ich nur fotografieren. Aber der Akku in der Kamera ist leer, ich habe nur noch eine schlechte Einwegkamera mit dabei.
Leider haben alle tollen Dinge ein Ende, wie auch diese Abfahrt. Hinter Sdruzzinà folgen 22 flache Kilometer mit kaltem Gegenwind bis Rovereto und ein schlechtes Hotel. Für den nächsten Tag kündigt sich der nächste Schneemarsch an: der in der kalten Jahreszeit nicht immer schneefreie Passo della Borcola.

19 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
02:21:18 | 31.07.2021
tommi63
Dolce Vita
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