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Regionsbeschreibung Dauphiné

Von majortom

Die französische Region Dauphiné ist rennrad-affinen Mitmenschen wahrscheinlich vor allem durch das Profirennen Critérium du Dauphiné bekannt, das im Juni stattfindet und (neben der Tour de Suisse) als das wichtigste Vorbereitungsrennen für die Tour de France gilt. Obwohl das Rennen also vielen ein Begriff ist, dürften die wenigsten wissen, was die Dauphiné überhaupt ist, die sich hinter dem Namen verbirgt. Kurioserweise erstreckt sich das Rennen oft über die gesamte ehemalige Verwaltungsregion Rhône-Alpes, die inzwischen mit der Auvergne zur Region Auvergne-Rhône-Alpes fusioniert wurde. Das liegt daran, dass das Rennen ursprünglich von der regionalen Tageszeitung Le Dauphiné Libéré ins Leben gerufen wurde, die in großen Teilen von Rhône-Alpes vertrieben wird. Seit 2010 hat Tour-de-France-Veranstalter ASO das Critérium du Dauphiné übernommen und interpretiert den Begriff ebenfalls recht frei. Dennoch beinhaltet das Rennen immer einige schwere Alpenetappen in den nördlichen französischen Alpen, was es für Kletterer als Tour-Generalprobe attraktiv macht. In der Vergangenheit war die Dauphiné auch oft eine Art Versuchslabor für die Tour de France, und neue Strecken wie beispielsweise der Grand Colombier oder das Plateau des Glières wurden hier „ausprobiert“ bevor sie dann in den Folgejahren bei der Grande Boucle zum Einsatz kamen.

Dauphiné - was ist das?

Was und wo ist aber nun diese ominöse Dauphiné? Man kann die französischen Alpen grob in drei historische Regionen unterteilen. Savoyen im Norden (Départements Savoie und Haute-Savoie), Provence im Süden (Départements Alpes-de-Haute-Provence, Vaucluse und Var) und zwischendrin die Dauphiné mit den Départements Isère, Drome und Hautes-Alpes. Die Dauphiné hat somit nicht nur Anteil an den Alpen, sondern umfasst auch die sogenannte Basse-Dauphiné im Dreieck Lyon-Valence-Voiron. Eine Sonderstellung in den französischen Alpen nimmt übrigens das Département Alpes-Maritimes ein, das größtenteils aus der Grafschaft Nizza hervorgegangen ist.

Historisch gesehen hat sich die Dauphiné aus der Grafschaft Albon entwickelt, die im 11. Jahrhundert entstand. Aus nicht näher bekannten Gründen hat sich Graf Guigues IV. im 12. Jahrhundert selbst den Titel des Dauphin (wörtlich übersetzt: Delphin) verliehen, der dann auch beibehalten wurde und der Region zu ihrem Namen Dauphiné verhalf. Im 14. Jahrhundert gelangte die Dauphiné an die französische Krone, wurde aber vom jeweiligen Thronfolger regiert, um einen Konflikt mit dem Heiligen Römischen Reich zu vermeiden. Auch nach der vollständigen Annexion der Region durch Frankreich wurde die Tradition beibehalten, dass der Thronfolger den Titel Dauphin trug, ahnlich wie der Prince of Wales im Vereinigten Königreich.

Rennradfahren in der Dauphiné

Die Region Dauphiné-Alpen, die wir auch hier auf quäldich verwenden, entstammt der Alpeneinteilung SOIUSA und ist nicht völlig deckungsgleich mit der Dauphiné. So verläuft die Nordgrenze der Dauphiné-Alpen beispielsweise im Maurienne-Tal, während die Dauphiné schon am Gebirgskamm mit dem Col du Galibier endet. Außerdem gehören auch Teile der Cottischen Alpen zur Dauphiné, nämlich das Gebiet um den Col d'Izoard sowie die Nordrampen von Col d'Agnel und Col de Vars. Auch die Voralpenregionen Vercors, Diois und Teile der Chartreuse gehören zur Dauphiné, wie zumindest historisch gesehen auch der Drome Provencale genannte südliche Teil des Départements Drome, wo die Grenze zur Provence eher fließend ist.

Daraus wird klar: wie auch Savoyen und die Provence ist die Dauphiné eine sehr heterogene Region, die vom Flachland über die Voralpen bis zu den Hochalpen des Ecrins-Massivs reicht, wo mit der Barre des Ecrins der südlichste Viertausender der Alpen liegt. Man wird daher auch die unterschiedlichsten Rennradreviere vorfinden. Im Osten liegen in den Hochalpen Tour-de-France-Monumente wie Col du Galibier und Col d'Izoard, aber auch die berühmte Bergankunft in Alpe d'Huez. Im Westen hingegen eröffnen die Voralpenregionen ein dichtes Straßen- und Pässenetz mit zahlreichen Möglichkeiten, darunter sind auch echte Geheimtipps wie die Combe Laval am Col de la Machine, die prototypisch für die Schluchtenlandschaft des Vercors stehen mag.

quäldich bietet einige geführte Rennradreisen in die Region an:

  • Die Reise Provence - Drome, Vaucluse, Ventoux segelt zwar unter Provence-Flagge, streng genommen liegt der Standort Buis-les-Baronnies jedoch in der Drome und somit in der Dauphiné. Das Voralpenmassiv Diois steht dort unter anderem auf dem Streckenplan. Die Reise findet im Mai statt.
  • Die Tour du Dauphiné ist eine der Region gewidmete Rundreise, die im Juli oder August ausgehend von Grenoble die Dauphiné durchfährt.
  • Dasselbe Territorium wird auch von den Französischen Alpen Relaxed I mit Start und Ziel in Chambéry durchfahren. Auch diese Reise findet im Juli oder August statt.
  • Anteile an der Dauphiné haben auch die Rundreisen in den Savoyer Alpen und Cottischen Alpen.

Alle 126 Pässe der Region ansehen

quäldich-Rennradreisen nach Dauphiné

quäldich.de bietet 3 Rennradreisen nach Dauphiné an. Hauptsache bergauf!

Zum Beispiel Provenzalischer Rennradherbst am Mont Ventoux vom 18.-25.09.2021