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Regionsbeschreibung La Gomera

Von AP

Allgemeine Informationen:

Wer seinen Urlaub in den Touristenzentren im Südwesten Teneriffas verbringt, dem wird die Silhouette La Gomeras vetraut sein. Die beiden Inseln liegen etwa 30 Kilometer auseinander, so daß La Gomera auch bei schlechter Sicht auszumachen ist. La Gomera ist eine eher kleine Insel im Vergleich zu den anderen Kanaren, aber extrem zerklüftet. Man kann sich La Gomera als einen Berg vorstellen, in den auf allen Seiten wie mit einer Riesenaxt steile Schluchten gehauen wurden, die abwärts bis ans Meer reichen.
Da diese barrancos bis in die moderne Zeit größtenteils nur durch schwierig zu begehende Pfade und Pisten miteinander verbunden waren, hat sich auf La Gomera die kanarische Pfeifsprache El Silbo erhalten. Zwar hat man mittlerweile die Insel mit einem recht dichten Straßennetz versehen, El Silbo wird aber immer noch gepfiffen und sogar in der Schule gelernt. Vorsicht also, wenn man auf La Gomera geistesabwesend vor sich hin trillert, man könnte unbewußt etwas pfeifen, was einen gomero beleidigt....

Der höchste Punkt der Insel ist der Gipfel des Garajonay mit 1487 m Höhe. Diese Höhe bedingt, daß die Passatwolken an der Insel hängenbleiben und ihre Feuchtigkeit abgeben können, im Gegensatz zu Lanzarote oder Fuerteventura, wo die Wolken gerne mal drüberziehen. Anders als auf Gran Canaria hat man es geschafft, den Lorbeerwald der Insel nicht vollständig abzuholzen. Was noch übrig geblieben ist, und das ist eine ganze Menge, wird heutzutage durch den Nationalpark Garajonay geschützt. Der Wald ist absolut sehenswert in seiner einzigartigen Urtümlichkeit aus verknorzelten Bäumen, hohen Farnen und dicken Moosteppichen. Falls die Passatwolken zuschlagen, sollte man sich auf kühles und nebliges Wetter in der nördlichen Inselmitte, über die sich der Wald erstreckt, einstellen.

La Gomera ist alles andere als dicht besiedelt. Im Grunde genommen gibt es dort nur vier größere Ortschaften (San Sebastián mit dem Fährhafen, Playa de Santiago mit dem kleinen Flughafen, Valle Gran Rey mit ein paar Späthippies und Hermigua mit Gofio-Mühlen und Bananenplantagen) und ein paar Dörfer mehr. Der Nordosten mit dem Naturpark Majona ist sogar fast vollständig menschenleer. Wer also eine Kanareninsel ohne Massentourismus sucht, der wird auf La Gomera fündig. Hinzukommen erfordert einen Zwischenstopp, in aller Regel auf Teneriffa, da der Flughafen nur von einer lokalen kanarischen Fluglinie angeflogen wird.


Radfahren auf La Gomera:

Rennradfahrer, die es flach lieben, sollten ihre Finger von der Insel lassen. Es geht in aller Regel entweder bergauf oder bergab. Radfahrtechnisch bietet La Gomera somit dem bergaffinen Rennradler mehr als Lanzarote und Fuerteventura und weniger als Gran Canaria und Teneriffa. Um eine solche Aussage zu treffen, muß man aber nicht auf La Gomera gewesen sein, das ergibt sich aus Größe und Höhe der Insel.
Interessant ist der Vergleich mit La Palma: denkt man sich den Roque de los Muchachos weg, findet man auf La Gomera, obwohl kleiner, praktisch genau so gute Umstände zum Radfahren wie auf La Palma. Allerdings gibt es auf La Gomera keine inselumrundende Küstenstraße. Die wäre, siehe Madeira, nur durch unzählige Tunnels zu bewerkstelligen, was bei der dünnen Besiedelung keinen Sinn macht. Tatsächlich ist die am stärksten befahrene Straße der Insel die Kammstraße durch den Nationalpark in der Mitte, aber was auf La Gomera als stark befahren bezeichnet wird, würde anderswo als ”kaum was los” durchgehen.
Die oben geschilderte Geographie der Insel mit den vielen barrancos und dem ziemlich dichten Straßennetz ohne Inselumrundung führt dazu, daß man einige Straßen hat, die durchaus als Übergänge zwischen den Schluchten zu sehen sind. Manchmal haben diese Übergänge Paßnamen (Degollada de Peraza und Alto de Jimonete seien als Beispiele genannt). Manchmal ergeben sich diese Übergänge nur aus dem Ausbau der Straßennetzes und werden nicht als eigene Pässe betrachtet (zum Beispiel die Verbindung vom Valle Gran Rey über Chipude nach La Dama im Barranco de la Rajita). Insgesamt dürfte man aber mit drei oder vier Tagestouren fast alle Straßen und Anstiege La Gomeras abgeklappert haben.

Fazit: Kennt man keine andere der Kanaren, würde ich nicht unbedingt nur wegen La Gomera dort hinfliegen. Kennt man schon einige der Inseln und ist ein Kanarenfan, sollte man auch auf La Gomera zumindest eine Runde gedreht haben. Natürlich läßt sich diese eine Runde sehr gut im Rahmen eines Urlaub im Südwesten Teneriffas bewerkstelligen, da man von Los Christianos aus morgens mit der Fähre hin und abends wieder zurückfahren kann. Die Fährtickets sollte man vorab buchen, an der Hafenkasse sind sie etwas teurer. Von den zwei Fährlinien heißt es, NavasArmas sei die zuverlässigere.
Noch ein kleiner Hinweis: Die Radverleihe auf Teneriffa sehen es nicht so gerne, dass man ihre Räder auf andere Inseln mitnimmt. Was ihr nun in der Kommunikation mit dem Radverleih eures Vertrauens mit diesem Hinweis macht, bleibt euch überlassen....;). Alle 6 Pässe der Region ansehen