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Pässe La Réunion

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Regionsbeschreibung

Von Mika972 – Die Insel La Réunion ist ein französisches Überseedépartement im Indischen Ozean, etwa 800 km östlich von Madagaskar gelegen. Die etwa 2500 km² große Insel (in etwa so groß wie das Saarland) ist bekannt für ihre große vegetative und landschaftliche Vielfalt. Aus vulkanischem Gestein rasch aufgebaut, weist sie durch ihr geologisch junges Alter eine extreme Topographie auf, so dass das Land von der Küste schnell zum Inneren hin ansteigt und große Höhen bis 3069 m (Piton des Neiges) erreicht werden.
Durch das subtropische Klima erreichen je nach Saison die Niederschlagswerte an exponierten Stellen der Berge, wie zum Beispiel an der Ostflanke des noch aktiven Vukans Piton de la Fournaise (2631 m), Rekordmarken. Die Insel gliedert sich in eine schroffe Küste im Osten mit dem Piton de la Fournaise, drei Talkessel (Cirque de la Mafate, Cirque de Cilaos und Cirque de Salazie) im Inneren, sowie flachere Bereiche an den nördlichen und westlichen Küsten. Diese befinden sich um die Hauptstadt Saint-Denis im Norden, im Bereich von Saint-Gilles im massentouristisch erschlossenen Westen und im Süden im Bereich um Saint-Pierre. Die Insel ist durch Nationalstraßen (Route Nationale) N1 und N2 an der Küste vollständig umrundbar, jedoch kommt es vor, dass die N2 im Bereich der ins Meer fallenden Flanke des Piton de la Fournaise fast jährlich mindestens einmal von Lavaströmen abgeschnitten wird. Kommt der Lavastrom zum Stillstand, wird die Straße neu asphaltiert, und man kann den Weg wieder nutzen. Das Inselinnere kann nur im Bereich zwischen den drei Talkesseln und dem Fournaise über die Plaine des Palmistes (N3) und den Col de Bellevue durchquert werden.

Die drei oben erwähnten Talkessel stellen das landschaftlich reizvollste Gebiet der Insel dar, nicht zuletzt wegen ihrer atemberaubenden Straßen, die aufgrund ihrer Streckenführung viele Alpenpässe in den Schatten stellen. Jedoch können nur der Cirque de Salazie und der Cirque de Cilaos befahren werden, in den Cirque de Mafate führt keine asphaltierte Straße. Die drei Talkessel bilden durch ihre steilen, sie trennenden Wände eine Art Kammer, die sie sowohl klimatisch als auch vegetativ von der Umgebung einzigartig erscheinen lässt. Während es außerhalb der Kessel regnen kann, herrscht an manchen Tagen innerhalb der Kessel das schönste Wetter, da die Wolken oft von den Bergkämmen abgehalten werden. Umgekehrt können dort schneller als an anderer Stelle Wolken gebildet werden, die sich vor allem in der zweiten Tageshälfte abregnen. Eine Fahrt zu bzw. in diese Kessel ist daher vor allem in den Morgenstunden zu empfehlen. Während der Cirque de Mafate nicht mit dem Rennrad erschlossen werden kann, sind die beiden anderen Talkessel mit dem Rennrad befahrbar. In den Cirque de Cilaos führt die N5, die „Straße der fünfhundert Kurven“ bis nach Cilaos, in den Cirque de Salazie die D48. Für den Cirque de Mafate eignet sich der lange, schwere Anstieg zum Piton Maïdo, um bei günstigen Wetterbedingungen die wunderschöne Aussicht in den Cirque de Mafate zu genießen.

Weitere Anstiege der Insel sind die Wege zum Piton de La Fournaise von Saint-Benoit (N3) bzw. von Saint-Pierre über die Plaine des Sables. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ist der Anstieg über Saint-Pierre allerdings nicht zu empfehlen. Von Saint-Benoit geht es zunächst gemäßigt bis zum Col de Bellevue zum Ort Le Vingt-Septième, bevor es links hinauf zum Vulkan geht. Die Beschaffenheit der Straße ist auch in 2300 m Höhe noch bestens. Die Steigung bewegt sich im Bereich von 5–13 %.
Als Geheimtipps sind außerdem die über sechzig Serpentinen zählende Straße von Saint-Denis nach Le Brûlé, die auf 13 km ca. 850 Hm überwindet, zu nennen, sowie die von Saint-Denis über die N1 führende Straße nach La Montagne, die bei La Possession wieder auf Meereshöhe mündet.

Die Insel La Réunion ist eher bei Mountainbikern als bei Rennradlern bekannt, da sie einfach eine extreme Topographie und daher auch eine umständliche Streckenführung aufweist. Man gelangt nur über die stark befahrene N1 von Saint-Denis aus in den westlichen Teil. Sie erscheint auf den ersten Blick wie eine Autobahn, wird jedoch von Radwegen begleitet. Dennoch ist das Befahren gefährlich, vor allem an den Ausfahrten. Um die Anstiege zu fahren, empfiehlt sich daher eine Anreise mit dem Auto bis zum Fuße der Anstiege, damit man in optimaler Verfassung hineingehen kann. Das Fahren auf den Straßen ist nicht zuletzt wegen des feuchtheißen Klimas sehr anstrengend, und es geht im Prinzip nur hoch und runter. Deshalb ist la Réunion für Rennradler zu empfehlen, die auch im Winter hart trainieren und Berge lieben. Der landschaftliche Reiz tröstet aber über alle Anstrengung hinweg; es einfach ein Traum, mit Blick auf den Indischen Ozean durch die Tropen zu radeln.
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