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Regionsbeschreibung Ligurische Alpen

DSC01892. Von Jan

Die Ligurischen Alpen sind der südöstlichste Zipfel der Westalpen, der sich zwischen dem Colle di Tenda und dem Colle di Cadibona erstreckt. An letzterem gehen die Ligurischen Alpen in den Apennin über, an ersterem in die Seealpen.

Somit enden die Alpen keineswegs in Nizza, Monte Carlo oder Menton. Dort endet nur die berühmte Route des Grandes Alpes. Sie enden vielmehr viel weiter östlich, oberhalb von Savona. Der Alpenhauptkamm quert vom Colle di Cadibona bis zum Colle di Tenda acht weitere Pässe, die beidseitig asphaltiert und vollständig rennradtauglich sind. Damit nehmen die Ligurischen Alpen eine Ausnahmestellung unter den Alpenregionen ein. Der höchste dieser Pässe ist der Colle di Caprauna (1372 m), den ich auch landschaftlich hervorheben möchte. Auch der im unteren Teil verschluchtete Giogo di Toirano ist eine klare Empfehlung wert.

Der höchste Pass der Ligurischen Alpen (abgesehen vom Colle di Tenda) und gleichzeitig auch der höchste Pass Liguriens ist die Colletta delle Salse (1620 m), ein landschaftlicher Leckerbissen fernab der Zivilisation im nordwestlichsten Zipfel der Region, von dem das Hauptbild stammt und über den man ins Piemont gelangt. Hier fährt man zu Füßen der mächtigsten Massive der Region und ist dem Monte Mongioie (2630 m) scheinbar zum Greifen nah. Auch die Punta Marguareis (2651 m), der höchste Gipfe der Region, sollte zu sehen sein, bedarf aber der Überprüfung.

Allgemeine Geographie

Da das Grundniveau der Poebene im nördlich angrenzenden Piemont bereits um 450 m hoch ist, sind die Pässe zum Teil aus nördlicher Richtung mit sehr sanften, kaum wahrnehmbaren Anstiegen zu erreichen, wie etwa am Colle Scravaion, der keine 400 Höhenmeter auf 34 km Anfahrtsstrecke verteilt und somit auf der mittelmeerabgewandten Seite Hochebenencharakter aufweist. Somit sind die südlichen Anstiege aus Richtung Meer stets deutlich fordernder. Umso deutlicher zeigt sich der Unterschied, je näher der Alpenhauptkamm am Meer verläuft, ab Savona bis etwa Loano. Erst mit dem Arrosciatal wendet sich der Alpenhauptkamm weiter vom Mittelmeer ab.

Die vom Mittelmeer abgewandte, der Poebene zugewandte Seite der Ligurischen Alpen wird ebenfalls von vielen, vielen Tälern und vielen, vielen Straßen gequert. Diese sind aber auf quäldich fast alle nicht beschrieben. Neuland wartet hier noch auf eine Entdeckerin!

Die südlichen Täler der Ligurischen Alpen

Das Arrosciatal ist das beherrschende Tal der Ligurischen Alpen südlich des Alpenhauptkamms. Es mündet bei Albenga ins Meer. Nördlich von Albenga liegt der Alpenhauptkamm zu nah am Mittelmeer, um tief eingeschnittene Täler zu bilden. Südwestlich des Arrosciatals sind weiterhin das Imperotal, das Argentinatal sowie das Nerviatal von Bedeutung. Die westliche Grenze der Ligurischen Alpen bildet dann das vom Colle di Tenda hinunter führende Rojatal. All diese Täler werden von unzähligen Straßen und Pässen verbunden. Passjäger, was willst du mehr?

Arrosciatal

Der Talschluss des Arrosciatals liegt 46 Straßenkilometer weiter westlich als der industriell geprägte Mündungsort Albenga, und der abschließende Colle San Bernardo di Mendatica auf 1263 m Höhe. Auf dem Weg dahin verzweigt sich das Tal mehrfach, und auf quäldich sind nicht weniger als elf Pässe beschrieben, die das Arrosciatal oder einen seiner Zuflüsse verlassen. Im Uhrzeigersinn sind dies Colle di Caso, Passo del Ginestro, Colle San Bartolomeo, San Bernardo di Conio, Passo della Teglia, Colle San Bernardo di Mendatica, Colle di Nava, Colle di Caprauna, Colle San Bernardo, Colle Scravaion, Monte Croce. Stand 2023 befindet sich der Straßenbelag auf all diesen Straßen in ordentlichem bis sehr guten Zustand.

Das Arrosciatal ist somit ein kleines Dorado des Päsefahrers. Kein Wunder, dass quäldich unweit der Einmündung des Arrosciatals das Basislager für die Standortreise Ligurien – Alpen der Ponente aufschlägt, im schönen Küstenörtchen Laigueglia.

Imperotal

Das Imperotal mündet bei Imperia ins Meer. Verbindungen aus dem Arrosciatal sind die oben bereits aufgeführten Pässe Ginestro, San Bartolomeo und San Bernardo di Conio. Landschaftlich hervorzuheben ist der aus dem Argentinatal herauf führende Colle d'Oggia.

Durch das Imperotal führt die am stärksten befahrene Straße der Ligurischen Alpen, die SS28 del Colle di Nava. Die Namensgebung überrascht auf den ersten Blick, führt der Colle di Nava doch aus dem Arrosciatal über den Alpenhauptkamm. Deren Hauptzufahrtsstrecke ist allerdings die SS28, die von Imperia unter dem Colle San Bartolomeo hindurch nach Pieve di Teco im Arrosciatal und weiter zum Colle di Nava führt. Die SS28 ist stets über Nebenstraßen umfahrbar und stellt daher kein Hemmnis bei der Befahrung des Imperotals dar.

Argentinatal

Die Argentina mündet bei Arma di Taggia ins Mittelmeer. Auch das Argentinatal hat einen Zugang aus dem Arrosciatal, den 1387 m hohen Passo della Teglia, der auf der freien Westrampe monumentale Blicke in die Seealpen erlauben soll. Im oberen Argentinatal führen der Colla di Langan und der Passo Ghimbegna in das Nerviatal. Zwischen den beiden liegt der Monte Ceppo. Die Monte-Ceppo-Straße ist auch 2024 noch in sehr schlechtem Zustand. Auch die Abfahrt von Monte Ceppo / Ghimbegna ins Argenteratal ist mit Vorsicht zu genießen.

Nerviatal

Das Nerviatal ist das südlichste der großen Ligurischen Alpentäler. Aus ihm führen keine Übergänge über die Wasserscheide zum Rojatal, die im oberen Tal auch die Grenze zu Frankreich bildet.

Die nördlichen Täler der Ligurischen Alpen

Wie oben geschrieben sind die Täler der Ligurischen Alpen nördlich des Alpenhauptkamms ein weißes Blatt bei quäldich. Die beiden Haupttäler sind einerseits das Tanaro-Tal, in das die Hauptkammpässe Colle San Bernardo di Mendatica, Colle di Nava, Colle di Caprauna und Colle San Bernardo führen, alle aus dem Flusssystem des Arrosciatals. Andererseits ist es das Tal der Bormida di Millesimo mit den Alpenhauptkammzugängen Colle Scravaion, Giogo di Toirano und Colle del Melogno.

Wie am Scravaion ausgeführt, werden diese beiden Haupttäler von drei Pässen verbunden. Von Süd nach Nord sind dies der Colle del Quasso (1131 m), der Colle della Rionda (989 m) sowie der Colle del Giovetti (931 m). Alle sind, Stand März 2024, noch nicht auf quäldich beschrieben.

Kulinarik

Die ligurischen Anteile der Küche sind sehr ähnlich wie die im östlichen Ligurien: Farinata und Trofie al Pesto kennt man auch hier Da das Meer nie weit ist, spielen Meeresfrüchte und Fisch eine herausgehobene Rolle. In Italien kann man kaum schlecht essen. Noch seltener möglich ist das in Ligurien. Interessant sind die Einflüsse aus dem Provenzalischen. Über dieses weiß der Autor aber zu wenig, um hier näher darauf einzugehen. Das dürfen kundigere Personen übernehmen.

Abgrenzung gemäß SOIUSA

Für die Einteilung der Alpen in Gebirgsmassive und Unterregionen gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Nomenklaturen, aber keine verbindliche internationale Übereinkunft (siehe diesen interessanten Artikel. Wir folgen hier dennoch im wesentlichen der französich-italienischen SOIUSA (Suddivisione Orografica Internazionale Unificata del Sistema Alpino).

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