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Regionsbeschreibung Massís del Garraf

Von AP

1. Allgemeine Informationen

Heutzutage sind die Küsten des nördlichen Mittelmeeres so vollgepflanzt mit Palmen, dass man manchmal denkt, man hätte sich aus Versehen in die Karibik verirrt. Dabei sind Palmen gar nicht typisch für Europa. Es gibt nur eine einzige autochthone europäische Art, und die kommt selten vor, ist klein und trägt weder Datteln noch Kokosnüsse:

die Zwergpalme (Chamaerops Humilis).

Das Gewächs ist noch zäher als Unkraut, es hat die Eiszeiten an einigen wenigen trockenen und sonnenüberfluteten Plätzen Südeuropas überstanden, ohne mit den Blättern zu wackeln. Einer dieser Orte ist das Massís del Garraf.
Das Massís del Garraf ist eine Ansammlung von kleinen Mittelgebirgsketten und gleichzeitig die südlichste Region der Serralada Litoral. Es grenzt im Nordosten an das untere Llobregattal, im Westen an den Penedès (bekannt für den Cava, der in Katalonien gerade sonntags in rauhen Mengen geschlürft wird) und fasert nach Süden bei Vendrell in die Ebene um Tarragona aus. Sein höchster Berg ist vermutlich der Montau mit 658 m Höhe. Ein Teil des Mittelgebirges ist als Naturpark ausgewiesen. Gerade die Küstenseite des Massís del Garraf ist aufgrund des von einer hohen Sonneneinstrahlung und geringen Niederschlägen geprägten Mikroklimas eine mediterrane Trockenlandschaft par exellence, in der (außer Zwergpalmen) eine niedrige Busch–Vegetation wächst, die man in Katalonien als garriga bezeichnet (entspricht der französischen garrigue im Languedoc). Auf der landeinwärts gerichteten Seite des Massís finden sich aber auch kleine Wälder aus Steineichen und Aleppo-Kiefern.
Vielen Leuten wird das Massís del Garraf unbewusst vertraut sein, da im Fernsehen hin und wieder Autowerbesendungen zu sehen sind, die dort gedreht wurden. Bekannteste location ist die kurvige Küstenstraße zwischen Castelldefells, wo viele Fußballer Barças ihre Villen haben, und dem trubeligen Sitges, wo die muntersten Karnevalsfeiern Kataloniens und ein überregional bekanntes Filmfestival stattfinden. Aber auch die Anfahrt zum Rat Penat war in 2008 der Werbehintergrund für ein Modell eines Automobilherstellers aus dem oberbayrischen Raum, dessen Namen wir vergessen haben.

2. Radfahren im Massís del Garraf

Was uns zum Radfahren bringt. Gerade der Weg zum Rat Penat ist eine reizende und schweißtreibende Möglichkeit, mit dem Massís del Garraf Kontakt aufzunehmen. Aber natürlich nicht die einzige, es gibt ähnlich wie im Maresme einige niedrige Pässe, und zudem mit dem Puig Bernat den höchsten asphaltierten Ort der Serralada Litoral. Problematisch ist allerdings der Nord-Ostrand des Massís zum Llobregattal hin, wo aufgrund der enorm angewachsenen Ortschaften wie zum Beispiel Gavà, Sant Boì de Llobregat oder Sant Viçens dels Horts mit entsprechend viel Verkehr zu rechnen ist. Gerade die N-340 über den Coll de la Creu d’Ordal ist eine der ätzendsten Passstrassen Europas, ohne Zweifel. Weiter nach Süden hin entspannt sich die Situation, und gerade im Hinterland von Sitges lassen sich nette Touren zusammenstellen, die dann ins Penedès hoch beliebig verlängert werden können.
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