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Pässe Wicklow Mountains

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Regionsbeschreibung

Von AP

1. Allgemeine Informationen:

Die Wicklow Mountains mit ihren lauschig-grünen Tälern und kahlen, windzerzausten Höhen sind die Art von Mittelgebirge, die es auf den beiden großen britischen Inseln zuhauf gibt. Im Norden reichen sie bis in die Dubliner Vorstädte heran, ziehen sich nach Süden die Ostküste Irlands entlang und fusseln als Hügelkettchen auf Höhe von Arklow aus. Summasummarum sind sie das flächenmäßig größte Gebirge Irlands; wenn auch nicht das höchste, denn kein Berg erreicht die tausend Meter, der Lugnaquilla bleibt mit 925 m Höhe ziemlich deutlich darunter.
Der Name Wicklow entstammt dem Altnordischen, haben die Wikinger doch im frühen Mittelalter Teile des Ostens Irlands erobert und Dublin gegründet. Auf Irisch hieß die Gegend einmal Cuala, der heutige Name ist Sléibhte Chill Mhantáin, was soviel heißt wie die Berge der Kirche von Mantan.
Die oben erwähnten windzerzausten Höhen sind, ebenso wie in Großbritannien, natürlich Folge des Raubbaus, sprich der Abholzung der Wälder durch den Menschen. Allerdings darf vermutet werden, dass die Gipfelbereiche wohl schon immer kahl waren, da die oft hohen Windgeschwindigkeiten die Ausbreitung höherer Vegetation verhindert haben dürften.
Im Vergleich mit den nordenglischen Mittelgebirgen (andere irische Mittelgebirge kenne ich nicht) erschienen mir die Wicklow Mountains vegetationsreicher. Am Fuß der Berge, gerade auf der Ostseite in Richtung Irish Sea, erstrecken sich üppige parkähnliche Landschaften. In den Hanglagen sieht man größere aufgeforstete Gebiete, als man das von England her kennt. Die Forste sind aber ökologisch arme Fichtenschonungen anstatt artenreiche Mischwälder wie vor einigen Jahrhunderten noch.
Wunderschön sind manche Täler der Wicklow Mountains. Das bekannteste Tal ist das von Glendalough mit seiner verfallenen Mönchssiedlung. Eindrucksvoll auch die wie mit dem Lineal gezogenen Hänge des Gletschertals von Glenmalure. Oder das verwunschene Tal von Glenmacnass, das mit einem 80 m hohen Wasserfall endet. Oder das breite, idyllische Glen of Imaal. Mag man früher den Wicklow Mountains arg zugesetzt haben, heutzutage ist ein großer Teil von ihnen geschützt durch einen Nationalpark.

2. Radfahren in den Wicklow Mountains:

Möglicherweise bieten sich für Rennradler auf der Halbinsel Kerry im Westen Irlands noch eindruckvollere Landschaften als in den Wicklow Mountains. Aber die Wicklow Mountains sind eine fast gleich große Spielwiese mit einem gerade im Nordteil, den Dublin Mountains, ziemlich dichten Netz an Straßen und asphaltierten Wirtschaftswegen. Will man das gesamte Mittelgebirge erkunden, sollte man etwa drei oder vier Tage einplanen.
Ungemein praktisch ist, dass man die Wicklow Mountains quasi aus der Innenstadt von Dublin ansteuern kann (die Old Military Road beginnt in den südlichen Randbezirken). So lässt sich Rad- mit Städteurlaub verbinden, ohne das Hotel zu wechseln. Außerdem gibt es in Dublin mehr als einen Rennradverleih, so dass die Suche nach einem passenden Untersatz nicht schwerfallen dürfte.
Um eine zünftige Tour in den Wicklow Mountains zusammenzustellen, kann man sich am Streckenplan des teilnehmerstärksten irischen Radmarathons, des Wicklow 200 orientieren. Allerdings spart der Radmarathon den Sally Gap aus, vielleicht der Höhepunkt der Wicklow’schen Passwelt. Mich persönlich hat die Old Military Road zwischen Laragh und Sally Gap am meisten beeindruckt, weil man hier auf 20 km einen wunderbaren Querschnitt aller Landschaften der Wicklow Mountains bekommt. Traut man dem irischen Straßenverkehr aber nicht, so sei der Mountainbike-Park in Ballinastoe empfohlen. Dort gibt es auch einen Radverleih direkt am Eingang. Alle 5 Pässe der Region ansehen