Alternativer Rosenmontagsumzug "Recken statt Jecken" durchs Westallgäu: 58 km, 1335 hm

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Erlebnisbericht: Alternativer Rosenmontagsumzug "Recken statt Jecken" durchs Westallgäu: 58 km, 1335 hm

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Wangen - Wangen: 57,7 km / 1119 Hm

Wangen (0,0 km) - Gießen (5,7 km) - Gerazreute (6,6 km) - Sechshöf (8,6 km) - Aufreute (13,2 km) - Siggen (14,5 km) - Argenbühl (18,3 km) - Eglofs (22,2 km) - Eglofstal (23,1 km) - Wolfertshofen (26,1 km) - Oberhäuser (29,5 km) - Heimenkirch (30,3 km) - Großholz (32,3 km) - Lindenberg im Westallgäu (35,4 km) - Schreckenmanklitz (37,3 km) - Ruppenmanklitz (39,7 km) - Engenberg (44,0 km) - Heimenkirch (45,4 km) - Oberhäuser (46,2 km) - Mapprechts (47,1 km) - Maria-Thann (50,3 km) - Engelitz (52,6 km) - Wangen (57,7 km)

Beschreibung

Epplings: Steige Richtung WindhäusernRosenmontag 7.3.11: 10.000 Narren bevölkern Wangen, 2 Narren flüchten auf ihren Rädern bei herrlichem Sonnenschein und schneidigkaltem Ostwind. Sinnfrei durchs Westallgäu im Zickzack auf und nieder, keinen Tobel und keinen Stich auslassend. Es ist gleichzeitig die erste Outdoor-Testfahrt für Recke Jürgens neues Kreuzband nach fast 4 Monaten.
Los geht es in Wangen Richtung Isny, aber nur bis zur Siedlung Epplings. Dort biegen wir links ab und fahren gleich den ersten 12 %-Stich hoch nach Windhäusern (an diesem Tag ein mehr als zutreffender Name für diesen Weiler) - Watt. In Watt fahren wir geradeaus am Sägewerk vorbei hinunter über Goldbach nach Gießen, nur um gleich wieder auf die K 8011 Richtung Ratzenried abzuiegen.
Auf der Rampe hoch nach Gerazreute und Sechshöf bieten sich die ersten herrlichen Panoramen: rechts der Waldrücken der Adelegg mit dem Schwarzen Grat, im Rücken die noch schneeeweiße Nagelfluhkette und, oben angekommen, vor uns der oberschwäbische Moränenkamm mit der Waldburg.
Von Sechshöf geht es wieder leicht hinunter, über den Damm des noch großteils zugefrorenen Oberen Schloßweihers und eine weitere Kuppe nach Ratzenried.
Bereits am Ortseingang biegen wir im spitzen Winkel ab auf die Straße nach Siggen, und auf einmal geht es trotz leichter Steigung an Mittelried vorbei flott fast schon und angenehm warm Richtung Siggener Höhe: der Sigger Wald neben uns bremst den Ostwind aus.
Auf der Siggener Höhe muss man einfach eine kleine Pause einlegen, auch wenn man schon zigmal oben war. Einfach zu schön ist das Panorama über das tief unten liegende Gießbachtal und Eglofs hinweg zur Nagelfluhhkette und nach Osten Richtung Isny-Adelegg. Und heute sind wir ganz alleine hier oben. Eine absolute Seltenheit, den Narren sei's gedankt.
Wer rastet, der friert bald, und die flotte Abfahrt nach Siggen sorgt auch nicht für innere Wärme. Auch der Siggener Weiher ist noch im schneefreien Winterschlaf, bildet aber mit seiner Eisplatte, dem Schilfgürtel und der Kirche das nächste Postkartenmotiv - wenn man nur nicht vergessen hätte die Kamera mitzunehmen.
In Siggen biegen wir rechts ab auf die L 320 a ins Gießbachtal hinunter, am Weiler "Unwert" vorbei bis Albris und dann auf die L 320 b Richtung Eisenharz. Gleich hinter der Albrismühle folgt der nächste Stich hinauf nach Sandraz, wo wir rechts abbiegen zu einer Extrarunde über Willatz-Hägelesweiler-Huttershöfle-Lochershöfle nach Schnaidt. Warum? Einfach der Aussicht wegen und weil man von diesen kleinen Hofverbindungssträßchen hier gar nicht genug kriegen kann. In Schnaidt wenden wir uns zunächst wieder 2 km Richtung Wangen, um dann am Waldrand vor Buchenberg links abzubiegen nach Mühlhalden in den Hochberger Gießbachtobel und - man ahnt es schon - wieder steil hinauf nach Greut und weiter über den Waibelhof nach Eglofs, immer mit der mächtigen Nagelfluhkette im Hintergrund.
In Eglofs überqueren wir den schönsten Dorfplatz weit und breit, um dann verbotenerweise die Kirchsteige hinunterzurollen nach Eglofstal. Dort müssen wir 500 m auf der B 12 bis zur Argenbrücke fahren (auch hier kaum Verkehr!), bis wir links abbiegen können zum nächsten Stich, hinauf am Schloss Syrgenstein vorbei nach Wolfertshofen, und von dort auf einem kleinen Moränenkamm weiter nach Berg, von wo es steil hinunter geht nach Heimenkirch ins Leiblachtal. Wir überqueren im Ort Richtung Lindenberg die B 32, unterqueren die Bahn und haben 2 Möglichkeiten: rechts ab über den Nadenberg oder nach links über Geigersthal-Goßholz. Wir wählen die linke Variante. Auch auf diesem Sträßchen hinauf nach Goßholz sind wir vollkommen alleine unterwegs, sieht man von einem straßenausfüllenden Traktor mit riesigem Gülleanhänger ab, der auf dem Weg ist, dem Allgäu das charakterisische Frühlingsparfum zu verpassen. In Goßholz überqueren wir die Hauptstraße und nehmen die ehemalige Bahntrasse gen Lindenberg, und oh Wunder, auf der Bahntrasse kommen uns tatsächlich einige Spaziergänger und Radler entgegen, die das schöne Wetter an die (sehr) frische Luft getrieben hat.
Dafür herrscht in Lindenberg Großstadtverkehr: scheinbar strebt alles, was 4 Räder sein eigen nennt, zum Einkaufszentrum in der Stadtmitte. Wir umschlängeln den Ministau und wenden uns schnell dem Weg Richtung Weiler zu, erst hoch bis zur "Deutschen Alpenstraße", dann steil hinab über Schreckenmanklitz nach Weiler - nur um gleich am Ortseingang auf die parallele Straße über Ruppenmanklitz wieder hinauf nach Lindenberg zu quälen. Langsam wird es auch ohne Wind kühler, wir veranstalten ein kleines Expressradeln über den Naden- und Biesenberg hinunter nach Heimenkirch, wo sich der 20 % -Stich nach Oberhäuser zum Aufwärmen anbietet. Nun folgt das bekannte Auf und Ab über Mapprechts-Lenggatzer Tobel nach Wangen zurück - mit einem kleinen Schlenker über Maria Thann und Engelitz.
Schön war's, kalt war's, und das Kreuzbandknie hat gehalten.