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Pässe Allgäu

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Regionsbeschreibung

Von quälix – Ganz tief im Süden der Republik liegt das Allgäu.
Die landläufige Meinung, 'Allgäu' käme von Alpgau ist falsch, denn dann müßte es der Allgäu heißen, was den Einheimischen bitter aufstößt. Es muß das Allgäu heißen, was von den Alpen (= Hütten) und 'Geäu' kommt. Ein Geäu ist eine Ansammlung von Auen, also von grünen Wiesen. Dass die Wiesen so schön grün sind hat einen – für viele Touristen eher unangenehmen – guten Grund: die Niederschlagsmengen von bis zu 2500 mm/Jahr. Die Rindviecher, die das Allgäu zur Landschaft mit der höchsten Kuhdichte machen, sehen das sicherlich anders. Dem Vieh ist es auch zu verdanken, dass das Allgäu ausgezeichnete Käsesorten zu bieten hat.
Den Tourismus ziehen aber 2 andere Faktoren ins Land:
  • die wunderschöne Berglandschaft
  • die Bauwut von Bayernkönig Ludwig II (Stichwort Neuschwanstein).

Erst seit 1802 gehört das Allgäu zu Bayern. Durch den Rheinbund mit Napoleon verbandelt, wurde aus dem Wittelsbacher Kurfürstentum Bayern nicht nur das Königreich Bayern, sondern vier Jahre zuvor wurde das Allgäu an Bayern „angeschlossen“. Das blieb dann auch nach dem Untergang Napoleons so. Dass das Allgäu mit dem typischen, v.a. durch Oberbayern geprägten, alpenländischen Bayernbild – bis auf die Berge – nur wenig Gemeinsamkeiten hat, fällt einem sehr schnell bei einem Besuch auf. Die Sprache hat überhaupt nichts mit dem Bayerischen zu tun und auch das Essen unterscheidet sich bei den „Spätzle-Bayern“ deutlich vom dem der „Knödel-Bayern“. Das Allgäuerisch, das zum alemannischen Sprachbereich gehört und sehr nahe mit dem Vorarlbergischen und Liechtensteinischen verwandt ist, unterscheidet sich deutlich vom Oberbayerischen, aber auch von den schwäbischen Dialekten Württembergs.

Als Allgäu wird die Landschaft im Süden des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben bezeichnet. Man unterscheidet dabei
  • Oberallgäu (die Allgäuer Alpen und deren unmittelbarem Vorland),
  • Unterallgäu (das sich nördlich daran anschließende Hügelland).
  • Ostallgäu
  • Westallgäu
Geht man über die politschen Grenzen hinaus, auf die längerwährenden geographischen Gegebenheiten, so wird neben einem kleinen Teil Oberschwabens (Baden-Württemberg), auch das österreichische Kleinwalsertal und die kleine österreichische Enklave Jungholz zum Allgäu gerechnet.

Radfahren im Allgäu

Das Allgäu bietet in den Tälern ein ausgezeichnet ausgebautes Radwegenetz für Touristen. Auch für Mountain-Biker ist es ein kleines Paradies. Aber ist es das auch für den ambitionierten quaeldich.de Fahrer mit dem Rennrad?
Der Blick in eine Straßenkarte ist sehr ernüchternd: spektakuläre Pässe mit langen Anstiegen, wie in den anderen Alpenländern, sucht man vergeblich. Zwar findet man mit dem Riedbergpass im Allgäu die höchste deutsche Passstraße. Bei einer Höhe von 1420 m und einer Ausgangshöhe von fast 900 m bleiben jedoch „nur“ ca. 535 Hm. Selbst am Feldberg im Taunus sind mehr Höhenmeter zu bewältigen. Zum Glück haben die Straßenbauer mit 16 % Steigung die Strecke doch noch recht anspruchsvoll gestaltet. Parallel dazu findet sich noch der Geheimtipp Rohrmoossattel – schön und einsam, da unbekannt.
Die Oberjochstraße windet sich auf der Karte recht spektakulär den Berg hinauf, aber knapp 300 Hm und eine maximale Steigung von ca. 7 % würden nur für einen quaeldich.de-Stern reichen.
Und das war’s dann auch schon – auf der Straßenkarte! Man kann die Straßenkarten – auch bei Maßstab 1:200.000 – für die weitere Pass-Suche im Allgäu vergessen. Selbst Wanderkarten helfen kaum weiter, denn zwischen einer Schotterpiste und einem schön geteerten Weg wird meist nicht unterschieden. Was hilft ist:
  • Mund-zu-Mund Propaganda
  • Suchen im Internet
  • Suchen vor Ort
Dann findet man plötzlich wunderschöne, geteerte Sträßchen, die auf entlegene Alpen hinaufführen. Es sind dann zwar fast nie (einzige bisher entdeckte Ausnahme: das Edmund Probst Haus am Nebelhorn) über 1000 Hm zu bewältigen, aber die Steigung macht’s. Wer seine Grenzen in den Bergen mal auf dem Rennrad ausloten möchte, der findet im Allgäu genau das Richtige.
Der Vorteil dieser Sträßchen ist, dass sie meist für den Kraftverkehr gesperrt sind. Nachteilig dagegen, dass auf der Rückfahrt Wanderer und Rindviecher die Fahrbahn blockieren können.

Wichtiger Hinweis
Es gibt noch einiges an Touren im Allgäu zu „entdecken“. Was im letzten Jahr noch eine Schotterstrecke war, hat jetzt vielleicht den richtigen quaeldich-Belag. Deshalb: Mit auf die Suche gehen und die Strecken hier beschreiben!

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