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Kamor (1722 m)

Hoher Kasten mit Seilbahn.

Auffahrten

Von danielhauser – Rüthi im St. Galler Rheintal (430 m), ein unscheinbares Dorf zwischen Oberriet und Sennwald, ist der Ausgangspunkt für das Erklimmen des Kamors mit dem Rennrad. Von hier führt die einzige fast durchgehend asphaltierte Straße zum Kamor. Die sehr verkehrsarme Stichstraße ist ab Kilometer 5 auf 887 m für Motorfahrzeuge gesperrt und wird daher im unteren Teil nur von Wanderern und wenigen Einheimischen benutzt. Für nicht ortskundige ist die Strasse relativ schwierig zu finden. Von der Hauptkreuzung in der Dorfmitte folgt man verheißungsvoll der Kamorstrasse ca. 250 m Richtung Nordwesten. Mit den Wegweisern Brunnenbergstrasse und „Mountainbike-Route” ausgeschildert muss man dort rechts in die Brunnenbergstrasse einbiegen. Nach gut 700 m wird mit bereits markanter Steigung der Waldrand erreicht.
Der erste für Motorfahrzeuge nicht gesperrte Abschnitt weist eine gleichmäßige Steigung von ca. 10 % auf und verläuft zum allergrößten Teil im Schatten spendenden Wald. Ab der Fahrverbotstafel wird die Steigung mit ca. 12 % etwas härter, bleibt jedoch ebenso gleichmäßig. Nach 13 Kehren inmitten von Alpweiden wird die Wegkreuzung Ruschwald (7 km, 1200 m) mit der ersten Ausschilderung Kamor erreicht. Hier besteht für Mountainbiker die Möglichkeit, eine zweite, mit dem Rennrad nicht befahrbare Route über den Montlinger Schwamm Richtung Brülisau, Eggerstanden oder Oberriet zu wählen. Nach weiteren 500 m Anstieg folgt ein ca. 1,5 km langer relativ flacher Abschnitt Naturstraße. Kaum beginnt die Straße bei 1350 m Höhe wieder merklich zu steigen (12 %), musste als Erosionschutz wieder ein Asphaltbelag aufgebracht werden. Auf 1550 m Höhe werden die letzten Alphütten passiert. Hier muss ein zweites kurzes Stück Naturstraße befahren werden. Ab 1580 m Höhe auf wieder asphaltierter Strasse folgt der finale Anstieg. Mit dem Ziel vor Augen wird die entlang eines schwindelerregenden Berggrates führende über 20 % steile Steigung erklommen. Nach gut 550 m auf 1675 m Höhe ist die Tortur überlebt. Die abschliessenden gut 300 m zum Wendeplatz auf 1722 m Höhe wirken wie eine Erholung.

Aufgrund des bereits fortgeschrittenen Nachmittags habe ich eine nicht zu empfehlende, aber mit Einschränkungen und Risiken durchaus mögliche Ergänzung gewählt. Ich bin querfeldein mit geschultertem Rennrad über Wanderwege zum Hohen Kasten (1795 m Höhe) aufgestiegen (25 Minuten). Diese Zusatzleistung ermöglichte es, im grandiosen Drehrestaurant das wohlverdiente Bier zu genießen. Auf dem Kamor sind nichts als militärische Bauten. Mit großer Wahrscheinlichkeit war dieser Rennradausflug der erste derartige Besuch auf dem mit einer Seilbahn erschlossenen Aussichtsberg. Die anwesenden Gäste und nicht zuletzt das Personal der Seilbahngesellschaft haben nicht schlecht gestaunt. Die Seilbahn transportiere keine Fahrräder! Fatal! Da die knapp bemessene Kabine (max. 50 Personen) aber höchstens zur Hälfte ausgelastet war, wurde mir die 8 Minuten dauernde Talfahrt nach Brülisau auch mit dem Rennrad erlaubt. An einem Wochenende ist ein derartiges Vorhaben mit großer Sicherheit zum Scheitern verurteilt.
Ein Besuch des Hohen Kasten ist aufgrund des grandiosen Panoramas und der einzigartigen Sicht auf das Alpstein-Gebirge aber auf jeden Fall empfohlen.

Mit dem Kamor ist jetzt auch die höchste Stichstrasse im Alpstein-Gebirge mit dem Rennrad dokumentiert. Fantastisch, wenn man bedenkt, dass hier oben Gleitschirmflieger starten, und schroffe Felsabgründe lauern.

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