Pasul Bâlea (2042 m)

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Rumänien Pasul Bâlea (2042 m)

Karpaten, Südkarpaten, Făgăraș-Gebirge, Argeș, Sibiu.
In Rumänien ist die Transfăgărăşan die bekannteste Straße in den Karpaten. Die Straße ist während der Ceauşescu-Diktatur Anfang der siebziger Jahre gebaut worden. Die Sache war eine ziemliche Schweinerei, es sind viele Leute dabei gestorben. Aber die Straße ist genial, und wenn sie in den Alpen läge, würde jeder hinfahren wollen.
Wie der Name sagt, durchquert sie das Făgărăş, das höchste Gebirge in Rumänien. Dunkle Wälder, enge Schluchten, schroffe Berge in kalten Wolken, wilde Hirten mit mageren Schafen und grimmigen Hunden, das ist das Făgărăş. Die Straße ist über 100 km lang und führt von Muntenia nach Transilvania, das heißt, von der Großen Walachei nach Siebenbürgen. Im Norden beginnt sie bei Cârţişoara (nicht weit weg von Sibiu), im Süden hinter Curtea de Argeş.
Das rumänische Wikipedia behauptet, man musste für die Straße insgesamt 830 kleine und 27 große Brücken bauen, also ein paar mehr als die 7, von denen Peter Maffay singt. 830 Brücken wären fünf bis zehn Brücken pro Kilometer, das dürfte übertrieben sein.
Eigentlich ist die Transfăgărăşan ziemlich überflüssig, weil westlich davon das Olttal die Karpaten durchbricht und am höchsten Punkt, dem Pasul Turnu Roşu, keine 400 m hoch ist. Es ist viel einfacher, da lang zu fahren, aber auch viel langweiliger.

Der höchste Punkt der Straße liegt am Lacul Bâlea, einem Gletschersee. Dort gibt es auch ein paar Cabanas, in denen man essen oder Souvenirs kaufen kann. Im Sommer ist dort immer was los. Allerdings ist der Sommer kurz am Pasul Bâlea, weswegen er nur ab Ende Juni bis in den Oktober rein offen ist.
Von der Nord- zur Südseite der Transfăgărăşan fährt man durch einen Tunnel, der sich beim See öffnet. Der Tunnel ist keinen Kilometer lang, aber er macht auf der Südseite einen Knick. Fährt man rein, ist das Ende nicht zu sehen. Es ist unheimlich, laut und gefährlich im Tunnel, also nichts für Radfahrer.

In Rumänien gibt es noch die Transalpina, auch eine Bergstraße, die geht durch den Parâng von Oltenia (Kleine Walachei) nach Transilvana. Die Straße ist sogar noch höher als die Transfăgărăşan mit über 2100 m am Pasul Urdele. Allerdings mit weiten Strecken ohne Asphalt, aber jedes Jahr wird ein bißchen mehr daran gearbeitet. Man braucht Geduld....
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Liste der Auffahrten

Nordauffahrt ab Cârţişoara31 km1450 HmSchön: 4 SterneHart: 3 Sterne
Südauffahrt ab Vidraru-See25 km1150 HmSchön: 3 SterneHart: 2 Sterne

Nordauffahrt ab Cârţişoara  31 km / 1450 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 3 Sterne

In Cârţişoara ist der Hund begraben, aber im Süden steht das Făgărăş wie eine himmelhohe Mauer. Schräg links ist der Moldoveanu, der höchste Berg in Rumänien. Er ist aber nur schwer zu erkennen, weil die Gipfel alle gleich aussehen. Nur Einheimische finden ihn zwischen den anderen Bergspitzen heraus.
Die Straße läuft schnurgerade nach Süden, Bäume nebendran, Felder und Wiesen links und rechts. Die Bauern arbeiten mit alten Traktoren wie aus dem Museum, manche auch mit Pferdekarren. Die Berge kommen näher, und ein Fluß wird überquert (Laiţa). Erste mit Wald bedeckte Hügel kommen hier in Sicht, und Leute machen Picknick auf den Wiesen.
Sechs Kilometer hinter Cârţişoara fängt das Tal des Bâlea an. Der Bach rauscht rechts, links ist der Wald. Eine erste Serpentine kommt, dahinter zieht die Straße im Wald hinauf. Viele Kurven im Wald sind zurückzulegen, und die Straße wird steiler. Komischerweise verläuft die Straße abseits der Bâlea-Schlucht in den Ausläufern der Făgărăş, anstatt dem Bach zu folgen. Dieser Abschnitt ist nicht so interessant. Der Wald ist ziemlich dicht. Man meint fast, in ihm die Wölfe heulen zu hören.
Ab Kilometer 16 kommt eine lange Gerade am Berghang, jetzt wieder mit dem Bâlea unterhalb der Straße. Bergbäche rauschen die Hänge hinunter. Hin und wieder auch erste Galerien. In der nächsten Serpentine (ca. 1240 m) nach über 18 km stehen ein Hotel und ein paar Buden. Was ist hier los? Von hier aus kann man zum Bâlea-Wasserfall laufen! Man sieht ihn aber auch von der Straße aus.
Danach wird es spannend. Die Bäume, fast nur noch Fichten, werden immer niedriger. Nach über 20 km Fahrt dreht die Straße in einer Serpentine wieder nach Süden, genau auf den Făgărăş-Kamm zu. Jetzt wird es grandios, weil man die Berge vor sich sieht. Es geht lange, lange am Berghang weiter, mit einigen Aussichtspunkten und zwei Felsdurchbrüchen, der Poarta Geniştilor auf etwa 1450 m und der Poarta Întâlnirii auf etwa 1530 m. Immer wieder sieht man auch den Wasserfall.
Hinter dem zweiten Durchbruch ist das Hochtal des Bâlea erreicht, fast genau über dem Wasserfall, nach über 24 langen Kilometern von Cârţişoara. Es beginnt der letzte Abschnitt. Spektakulär ist dabei untertrieben. Ein karger Bergkessel mit steilen Wänden drumherum, und mittendrin zieht die Straße nach oben. Man nennt diesen Abschnitt auch drumul din nori (Straße in den Wolken), weil oft Wolken über Transilvana hängen und man beim Runterfahren in selbigen verschwindet.
Es folgt eine Serpentine hinter der anderen. Fast wie am Großglockner vor dem Fuscher Törl, nur rauher. Hier gibt es keine deftig-grünen Bergwiesen, nur eine karge Urzeitlandschaft mit vielen Steinen.
Das Ende des Anstiegs am See ahnt man schon von weiter unten. Der Blick auf die Straße im Hochtal ist gigantisch. Aber leider kann man oben die Bergwelt nicht richtig genießen, weil so viele Leute hin- und herrennen. Dafür hat man aber die ungeheure Abfahrt noch vor sich.
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Südauffahrt ab Vidraru-See  25 km / 1150 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 2 Sterne

Es geht erst durch ein enges Tal zum Barajul Vidraru (einem Stausee) hoch. Mitten im Tal steht die Cetatea Poenari, eine verfallene Festung, die eine der Hauptburgen von Vlad III. Drăculea (ein schlimmer Finger, das Vorbild für Dracula) war.
Die Straße zieht sich endlos (30 km) am See entlang und nimmt jede Bucht mit. Ab dem See geht es eigentlich los mit vielen nicht so steilen Kilometern im erst dicht bewaldeten Tal der Capra. Am Ende ist das Tal aber auch alpin, ohne Wald, und dann kommen die letzten tollen Serpentinen bis zum Tunnel.
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