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Corona-Pandemie und die quäldich-Reisen: Es geht wieder los!

Eisenkappler Hütte (1555 m) Hochobir-Panoramastraße

terassenpanorama.

Auffahrten

Von Droopy – Die zwei Einstiegsstraßen zur Eisenkappler Hütte sind de facto nicht zu verfehlen. Große Hinweisschilder zeigen den Weg. Es ist wahrscheinlich eine Frage des Geschmacks, welche Variante tatsächlich eingeschlagen wird. Die untere Variante ist anspruchsvoller. Auf den ersten 3,5 Kilometern Wegstrecke wollen dreihundert Höhenmeter überwunden werden. Zahlreiche Kehren und Kurven lockern hier das Fahrvergnügen auf. Jedoch braucht es die auch, denn es geht die meiste Zeit blickdicht durchs Unterholz. Für die restlichen 1,5 Kilometer bis zur Mautschranke folgt dann ein flaches Erholungsstück, die Straße fällt sogar wieder ab.

Die obere Variante sieht auf den ersten Metern zunächst etwas unfreundlich nach Finsterwald aus und präsentiert sich zunächst ebenfalls anspruchsvoll. Wenig später wird es aber schon wieder freundlicher und wir queren in einer 180-Grad-Kehre eine Lichtung mit Einfamilienhäusern. Bereits nach zwei Kilometern meint es diese Variante dann restlos gut mit uns, die Straße lehnt sich zurück und gibt in einer Wiesenhangpassage schöne Motive frei. Hier gerät der dominante Gipfel der Uschowa (1883 m) an der slowenischen Grenze ins Blickfeld. Und hinter uns ragt die Koschuta hervor.
Es folgt ein Flachstück, an dessen Ende auf einem Vorsprung malerisch die Pfarrkirche Ebriach liegt. Aufgrund der prominenten Lage und des hier im unteren Bereichs schon sehenswerten Panoramas für mich landschaftlich der schönere Einstieg. Dazu noch einen Kilometer seichte Abfahrt und wir landen top erholt an der eigentlichen Stichstraße.

Die Mautstrecke selbst ist ein äußerst schmaler Weg, ein Automat mit Schranke regelt hier den Verkehr. Also zunächst kurz absteigen und wieder aufsatteln. Der Platz reicht auf den restlichen acht Kilometern häufig nur für ein Kraftfahrzeug. Zum Ausweichen müssen die Fahrzeuglenker mitunter anhalten oder ihr Auto zumindest technisch versiert steuern können. Also Obacht bei holländischen Kennzeichen und so genannten SUV. Die einen können nichts dafür, die anderen benötigen im Grunde genommen einen noch größeren Wagen, für noch mehr Sicherheit.

Ansonsten ist die Strecke ein Genuss. Steile Rampen und mittlere Steigungswerte wechseln sich mit Rollerpassagen ab. Zwischen zwei und zwölf Prozent ist wahrscheinlich alles dabei. Die vielen Kurven um den Berghang machen doppelt Spaß. Rechts der Fels, links immer wieder der Koschutablick. Es bleibt somit häufig Gelegenheit, sich zwischendrin zu erholen. Für die letzten fünf Kilometer gibt es dazu kleine Motivationshinweise auf der Straße. Die Flachstücke haben übrigens ihren Grund: Die Panoramastraße überwindet mit dem Kurnik- (1007 m) und Petschniksattel (1169 m) zwei ungekennzeichnete Vorpässe.
Das nächste Stück führt an der Obiralm vorbei. Die zwei Weideroste im Boden sind unproblematisch, dafür bleibt die restliche Strecke jetzt anspruchsvoll im oberen einstelligen Bereich. Hier oben gibt es wieder Panoramen bis zum Abwinken. Steiner Alpen und Koschuta im Doppelpack. Welches Bergmassiv eindrucksvoller grüßt, lässt sich schwer entscheiden.
Wer schlussendlich die Eisenkappler Hütte erreicht, hat sich meines Erachtens dann schon fast sattgesehen und kann sich seinem Haferl und dem hausgemachten Kuchen widmen. Auch eine einfache regionale Küche wird geboten mit Kärntner Kas- oder Fleischnudeln. In Summe fünf Sterne für Landschaft und Hütte. Ein Stern wird davon aber leider wieder abgezogen, wegen der hohen Frequenz an Wanderverkehr.
Die Testfahrt war leider Sonnabend Vormittag in der Wander-Rush-Hour. In Summe zwar nicht viel, aber doch störend. Insbesondere bergab, da in der ohnehin technisch sehr anspruchsvollen Abfahrt bei Gegenverkehr zusätzlich stark in die Bremsen gegriffen werden muss. An manchen Stellen sogar Schleichfahrt aufgrund der uneinsichtigen Kurven. An anderen Tagen sieht es aber bestimmt besser aus. Für den fünften Härtestern fehlt die durchgängig hohe Steigung, die verhältnismäßig vielen Rollerpassagen entschärfen den Hüttenweg. Die Länge und die Höhendifferenz machen ihn trotzdem zum Riesen der Karawanken.
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01:12:58 | 23.05.2020
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