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Euschelspass (1563 m)

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Auffahrten

Von Droopy – Die Südseite ist für schmale Reifen die bevorzugte Seite des Euschelspass, allerdings nicht weniger einfach. Allein der Startpunkt verdient mehr als eine Erwähnung. Jaun ist ein wunderschönes Dorfensemble mit alten Bauernhäusern, einer wuchtigen Kirche und einem schönem Wasserfall. Malerisch im Talschluss gelegen. Beim Aufstieg zum Euschelspass in den ersten Serpentinen lässt sich dieser Eindruck richtig bewundern und lässt die Steigung erträglich werden. Wobei wir hier von 12 Prozent sprechen, und zwar durchgängig.
Leider geht der schöne Asphalt bereits nach 700 Metern verloren und wird bis zum Abzweig nach Jansegg durch Betonplatten ersetzt. Vermutlich aufgrund der besseren Befahrbarkeit in der kalten Jahreszeit haben die Baumeister noch den guten alten „Besenstrich quer“ in die Platten gefräst. Es lässt sich aber besser fahren als gedacht, nur bergab gibt die ganze Fuhre Geräusche wie ein Waschbrett.
Da der Weg insgesamt nicht sehr lang ist, sind wir schneller als gedacht auf dem Schlussabschnitt. Die Ritzli-Alp ist bereits von weitem zu sehen und die Straße flacht zunächst ab. Vor der Labe wartet nun allerdings eine fiese Steilrampe zur Alp. Der Weg bäumt sich an dieser Stelle bis zu 21 Prozent auf und fordert nochmal alles. Und hinter der Alp das Ganze noch einmal, vielleicht zwei drei Prozent weniger, aber immer noch bocksteil. Der Gipfel wird somit hart erkämpft.
Die Passhöhe befindet sich dann bereits auf dem Schotterweg, der Asphalt hört hier etwa 200 Meter zu früh auf. Trotz Steilrampe und Besenstrich quer lohnt der Weg unbedingt auch als Stichstraße. Die Ritzli-Apl ist wirklich schön gelegen, lässt keinen Wunsch offen und der Ausblick auf die Gastlosen ist einzigartig. Vorsicht bei der Abfahrt, der Güterweg ist schmal und die Straße kennt relativ viele schmale Ablaufrinnen, die leicht schräg in die Fahrbahn eingesetzt sind.
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Von Droopy – Die Nordauffahrt steht unter dem Motto, dass man nicht alles glauben sollte, was im Internet veröffentlicht wird. Der Tourismusverband Schwarzsee klassiert eine Mountainbikerunde über den Euschelspass und Charmey in die Kategorie einfach.
Um das Bild abzugleichen, ist der Autor zunächst die Südauffahrt abgefahren und hat den Pass von oben inspiziert. Hier war das Bild noch stimmig: eine gut ausgefahrene Naturstraße mit Schotterbesatz. Das passt. Fehlt die Probe aufs Exempel. Und die brachte relativ früh die Ernüchterung. Der Karrenweg über den Euschelspass ist im unteren Drittel ziemlich unwegsam und steil. Mit einer Kleinstübersetzung und Motorhilfe vielleicht machbar, aber nicht mit einer Standardkompaktkurbel und dünnen Reifen.
Wobei das Fleisch durchaus willig ist, nicht aber der lose Kies in den Steilstücken, der die Räder bei über 15 Prozent Steigung relativ zügig zum durchdrehen bringt. Dazu erschweren die vielen Ablaufrinnen das Experiment. Kein Grund zu wenden, wir schieben die ersten 500 Meter den Weg hinauf in der Hoffnung auf Besserung. Mit dem ersten Seeblick lässt sich die Mühle auch wieder fahrbar machen, zumindest für einen guten Kilometer bis zur Alp Unteres Bödeli. Nicht einfach, aber möglich. Der Steuersatz rumpelt und ächzt genau wie der Fahrer.
Hier folgt das nächste Steilstück im Karrenweg. Leider etwas länger, vielleicht 700 bis 800 Meter. Der Fußmarsch lohnt trotzdem, denn nach einer Kurve sind wir im Hochtal angekommen und können die Passfurche erahnen. Der Weg über die Almen ist dann überraschend einfach. Erst kurz vor der Alp Untere Euschels wird es wieder steiler, bleibt aber fahrbar. Der restliche Weg verläuft dann in Wellen nach oben, häufig müssen für zwanzig bis dreißig Sekunden alle Kräfte forciert werden, um über die steileren Kuppen des Weges zu kommen. Es geht sozusagen in Intervallen nach oben.
Positiv gesehen lässt sich festhalten, dass gut zwei Drittel der Wegstrecke machbar sind und die Gesamtstrecke schließlich auch mit Blick auf den Fußmarsch überschaubar ist. Da doch einige Wanderer unterwegs sind, muss es nicht unbedingt ein Wochenende sein. Rücksichtnahme ist angebracht. Eine Grenzerfahrung bleibt es trotzdem, die Härtesterne sind berechtigt. Das merkt jeder spätestens, wenn er unten angekommen den Weg Richtung Simmental einschlägt.
Der nicht unbedingt einfache Jaunpass beispielsweise sollte nach dem Euschels wie geschmiert laufen – ohne Nebengeräusche, ohne Gehoppel.

Vielleicht daher als Tipp für eine schöne Grand Tour im Freiburgischen: Den Wagen am Schwarzsee abstellen und direkt mit dem „Fußmarsch“ beginnen. Dann über Jaunpass und Saanenmöser Oeschseite runter nach Gstaad. Anschließend immer die Veloroute an der Saane entlang über Rougemont, Chateu-d-Oex bis Montbovon. Weiter die Route über die Nebenstrecke Lessoc, Grandvillard bis nach Broc und östlich entlang des Lac de Gruyère bis Mouret. Über die Nebenstrecke St. Silvester dann nach Plasselb und zurück zum See.
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