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Rionda (2156 m) Les Martinaux

Immer sichtbar: Die Dents du Midi

Auffahrten

Von Renko – Der Ausgangspunkt befindet sich im unteren Rhône-Tal knapp auf Waadtländer Kantonalgebiet. Auf der anderen Flussseite liegt bereits der Kanton Wallis. Vom Genfersee kommend fährt man durch Aigle und Bex. Nach weiteren sieben Kilometern kommt man zum Ort Lavey, dann zum Kurort Lavey-les-Bains.
Hier beginnt eine nur auf wenigen Landkarten eingezeichnete Straße. Das Dorf Morcles ist ausgeschildert. Nach wenigen flachen Metern beginnt die Straße zu steigen. Bereits am Anfang kündigt sich eine für die Schweiz untypische Trassierung an. Die Straße ist schmal und recht steil. Gibt es zunächst auch ein paar flachere Abschnitte, so liegt die Steigung nach zwei Kilometern fast ununterbrochen jenseits der 10 %-Marke. Größtenteils im Wald folgen Serpentinen in zum Teil sehr kurzem Abstand.
Bei Kehre 28 geht es nach rechts, und eine Horror-Rampe kommt in Sicht, allerdings biegt die Straße vor ihr wieder nach links ab. Man kann aber auch geradeaus fahren und die (geschätzte 20 %) steile Rampe befahren. Auch hier kommt man wieder auf die Auffahrt zurück.
Flach wird die Straße erst unterhalb der ersten und letzten Siedlung Morcles. Dies wird aber anschließend mit einem deftigen Aufstieg durch das Dorf und danach ausgeglichen (hier geschätzte 15 %). Oberhalb Morcles fährt man an einer größeren Militärkaserne vorbei; man folgt immer der Beschilderung nach Rionda.
Erst nach acht Kilometern wird die Straße auf einem längeren Abschnitt flach, was dem Radfahrer endlich die Möglichkeit bietet, seine müden Beine zu pflegen und den Durst zu stillen. Rechts liegt eine Schießanlage. Am Ende des Flachstücks beginnt die Straße erneut anzusteigen, und eine weitere Serpentinengruppe folgt.
Bei rund 1480 m Höhe ist leider Schluss mit Asphalt (Angaben im Internet, wonach die Asphaltierung erst in Les Martinaux endet, erwiesen sich als falsch). Eine Weiterfahrt ist jedoch mit Vorsicht noch gut möglich. Die Autospuren sind ziemlich sauber und bestehen meist aus harter, kompakter Erde. Nur kurz unterhalb eines Ferienhauses rutscht das Hinterrad auf Schotter aus.
Auf 1670 m Höhe ist aber definitiv Schluss. Eine Schranke versperrt die Weiterfahrt und der Belag besteht zumindest hier nur noch aus losem Schotter. Auch das hätte ich schließlich in Kauf genomme, aber eine Art „unwillkommene Begleitung” war immer noch mit dabei: die Steigung, welche auch hier oben nach über 11 Kilometern weiterhin bei rund 12 % liegt. Zudem waren die Hänge oberhalb des letzten Straßenstücks sichtlich noch nicht von den Schneemassen des Winters befreit, was eine Weiterfahrt definitiv leichtsinnig gemacht hätte. Somit war Schluss.

Von Les Martinaux steigt die Straße ähnlich steil noch 3,5 km. Der letzte Kilometer vor der Ruine Rionda dürfte fast flach sein.

Dies ist ein ausgesprochen anstrengender Aufstieg. Mit Ausnahme eines nur etwa 500 m langen Teilstücks ist er so gut wie immer über 10 % steil. Dadurch wird man irgendwann müde.
Tourenfahrer mit viel Zeit finden hier jedoch eine sehr zu empfehlende Straße. Es gibt kaum Autoverkehr. Ab Morcles begegnete ich keinem einzigen Wagen. Schon auf den ersten sechs Kilometern gibt es über dreißig Haarnadelkurven. Der untere Bereich ist durch meist geschlossenen Wald geschützt vor der brennenden Sonne. Oberhalb Morcles öffnet sich ein zunehmend spektakuläres Panorama auf das Rhônetal sowie die umliegenden Berge.
Wer mit dem MTB unterwegs ist, kann weiter bis zur Ruine Rionda fahren, und damit den nach Salite fünfthärtesten Aufstieg Europas schaffen. Ich dagegen blieb leicht sauer fast 500 Hm früher stehen.

7 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:18:00 | 12.09.2015
Friedrich M
Mittlere Zeit
Dolce Vita
01:20:30 | 07.10.2009
Manfred
Von poli – Bis zur Skihütte von Les Martinaux hat man auf einer Strecke von 1,2 Kilometern bereits 150 Höhenmeter auf Schotter zurückgelegt. Dieser Abschnitt ist über die gesamte Straßenbreite mit einer Verschleissschicht versehen. Heftige Unwetter haben diese vor meiner Befahrung im Sommer 2014 stark beschädigt. Es darf aber damit gerechnet werden, dass dieser Abschnitt regelmäßig unterhalten wird.
Kurz oberhalb von Les Martinaux ändert sich dann der Belag. Nun sind nur noch die beiden Fahrstreifen geschottert. Das Material ist recht grob, aber gut verdichtet. Bindemittel, welches ausgewaschen werden könnte, ist nicht vorhanden. Dadurch ist die gesamte restliche Strecke recht gut befahrbar. Zwischendurch kann sogar immer mal wieder in den Wiegetritt gewechselt werden.
Die verbleibenden knapp 480 Höhenmeter werden auf einer Strecke von 3,7 Kilometern gewonnen. Das ergibt einen Schnitt von annähernd 13 %. Nach dem doch schon recht anstrengenden unteren Teil wird es hier oben also so richtig hart. Die mit jedem Meter großartigere Aussicht und die sehr schöne Straßenführung entschädigen aber großzügig für die Mühen. Man verpasst viel, wenn man nicht ganz bis nach oben fährt!
400 Meter oberhalb von Les Martinaux erreicht man einen Wandererparkplatz. Ab hier ist die Straße für den motorisierten Verkehr gesperrt. Nach der Schranke wird eine Steilstufe mit sieben schönen Kehren überwunden. Danach quert der Weg einige hundert Meter nach links. Hier fällt die Steigung sogar vorübergehend auf unter 10 %.
Man hat aber nur ganz kurz Zeit, um sich etwas zu erholen. Denn nach der letzten Rechtskehre folgt das subjektiv härteste Teilstück der gesamten Auffahrt. Die nächsten 1,2 Kilometer sind rund 14 % steil und führen ohne Kehren einfach entlang des steilen Hangs nach oben. Dann hat man es aber geschafft. Die letzten gut 500 Meter bis zum Ende der Straße sind dann flach.

Die Rionda war früher eine Gruppe von Militärunterkünften, die an einer Stelle errichtet wurden, welche wie ein Adlerhorst hoch über dem Rhônetal klebt. Diese wurden zwischenzeitlich zurückgebaut. Hier oben herrscht für immer Frieden. Die Auffahrt endet nun einfach an einem grandiosen Aussichtspunkt. Das einmalige Panorama umfasst das Mont Blanc-Massiv, die Dents du Midi, den Genfersee und das sich tief unter uns erstreckende Rhônetal.

6 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:38:30 | 07.10.2009
Manfred
Mittlere Zeit
Dolce Vita
00:39:30 | 12.09.2015
Friedrich M
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