Veliki Alan (1406 m)

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Veliki Alan (1406 m)
Planinarska kuća Alan, Almhütte Alan, Kosica

Dinarisches Gebirge, Velebit, Lika-Senj.
....Impressionen....
Der Veliki Alan ist der große Bruder des Mali Alan und gleichzeitig der höchste Pass im Velebit an der nördlichen Adria. Möglicherweise ist er sogar der höchste Pass überhaupt in Kroatien, aber dessen sind wir uns nicht ganz sicher.
Wie es sich für richtige Brüder gehört, gibt es Gemeinsamkeiten zwischen beiden Pässen. Die für Rennradfahrer unangenehmste Gemeinsamkeit ist die, dass beide nicht vollständig asphaltiert sind. Beim Veliki Alan ist die Schotterstrecke aber kürzer als am Mali Alan und beträgt etwa 7 bis 9 km zwischen der Almhütte Alan auf 1340 m Höhe (Meeresseite) und der Berghütte Mrkvište auf 1280 m Höhe (Inlandsseite), an der die Passstraße auf einen asphaltierten Waldweg trifft, der von Krasno aus an Štirovača vorbei weiter nach Süden verläuft.
Eigentlich hat der Veliki Alan zwei Passnamen, denn Einheimische bezeichnen nur den Sattel etwa einen halben Kilometer oberhalb der Almhütte, der auf diesem Bild zu sehen ist, als den Alan-Pass. Den höchsten Punkt der Strecke, der nach weiteren zwei Kilometern erreicht wird und nach einem dort befindlichen Weiler benannt ist, kennt man als Kosica-Pass. Veliki Alan ist aber der Name, unter dem der Weg überregional bekannt ist, weswegen wir ihn auf quaeldich.de als Hauptnamen benutzen.
Angeblich wurde diese Strecke über den Velebit schon in der Antike von illyrischen Stämmen benutzt, um vom Hinterland der Lika an die Küste zu gelangen und zwischen beiden Regionen Güter auszutauschen. Im 18. Jahrhundert baute man den Weg als Ochsenpfad aus. Die Tiere mussten nämlich Baumstämme, die man zum Schiffsbau benötigte, aus dem Velebit zur Küste schleifen. Eine weitere Ausweitung des Pfads zu einer Straße erfolgte Ende des 19. Jahrhunderts, als man im Hinterland Sägemühlen errichtete, um die Wälder des Velebit noch intensiver zu nutzen. Diese Entwicklung gipfelte in dem Bau einer Seilbahn, mit der man die Baumstämme zur Küste herab schaffte. Die Reste der Seilbahn stehen noch auf der Alm unterhalb des Passes.
Glücklicherweise wurde die vollständige Abholzung der Wälder des Velebit noch rechtzeitig vermieden. Gerade das Tal von Štirovača auf der Ostseite des Veliki Alan ist heutzutage bekannt für seine ursprünglichen Fichtenwälder und seine klaren Quellen. Obwohl das Tal eigentlich schon im mittleren Teil des Velebit liegt, hat man es in den Nationalpark Nördlicher Velebit (Nacionalni park Sjeverni Velebit auf Kroatisch) aufgenommen.
Eigentlich ist der Nationalpark heutzutage der einzige Grund, warum die Straße zur Almhütte Alan instandgehalten wird, denn neben der Hütte befindet sich der südliche Eingang zum Park. Und da der Haupteingang des Nationalparks im Norden in der Nähe vom Oltari liegt, muss man sich auch nicht über allzuviel Verkehr auf der Straße den Kopf zerbrechen. An der Almhütte Alan führt der Premužić-Wanderweg (Premužićeva staza auf Kroatisch), der bekannteste Pfad des Velebit, vorbei.
Wie schon oben gesagt, kann man mit dem Rennrad den Veliki Alan nicht überqueren, aber wenn man mit dem Rennrad an der Kvarner Bucht unterwegs ist, darf man sich die Auffahrt zur Almhütte Alan nicht entgehen lassen. In Nordkroatien ist es ohne Zweifel die Strecke mit der prächtigsten Aussicht. Je höher man auf dem Sträßchen kommt, desto mehr Inseln sieht man im Meer unter sich. An der kroatischen Adriaküste wird dieser Ausblick nur übertroffen von dem der Straße zum Sveti Jure weiter im Süden in Dalmatien.
Über die Inlandsanfahrt zum Veliki Alan kann der Autor wegen Unkenntnis des Hinterlands und dem Fehlen detaillierter Karten nur spekulieren. Vermutlich gibt es von Krasno aus kommend einen durchgehenden Anstieg zum Sattel des Veliki Alan von 7–10 km Länge und knapp 300 Hm Anstieg. Vielleicht kommt in der Zukunft jemand mit einem GPS dort vorbei und kann genauere Daten liefern.
Noch eine Anmerkung zu der unten stehenden Beschreibung: Im Grunde genommen hat die Straße zum Veliki Alan ihren Anfang an einer Kreuzung mit der Adriatischen Küstenstraße (Jadranska Magistrala) oberhalb von Jablanac, einem kleinen Küstendorf zwischen Senj und Karlobag, das bekannt ist als Fährhafen, um nach Rab überzusetzen. Da Jablanac aber mehr als 250 Höhenmeter unterhalb der Kreuzung liegt, und man vom Fährhafen aus ohne Unterbrechung zur Almhütte aufsteigen kann, legen wir dort auch den Ausgangspunkt der unten beschriebenen Westanfahrt fest.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westanfahrt von Jablanac bis zur Almhütte21,5 km1338 HmSchön: 6 SterneHart: 3 Sterne

Westanfahrt von Jablanac bis zur Almhütte  21,5 km / 1338 Hm Schön: 6 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westanfahrt von Jablanac bis zur Almhütte
Jablanac ist ein winziges Dorf an der Küste des Velebitski Kanal, das aber wegen des sommerlichen Andrangs auf die Fähre zur beliebten Ferieninsel Rab eine kuriose Verkehrsführung hat. Oberhalb von Jablanac gibt es eine Kreuzung, ab der die Zufahrtsstraße zur zweispurigen Einbahnstraße wird. Eine Spur ist zum Fahren gedacht, auf der zweiten soll sich der Rückstau der Fährenbenutzer bilden. Ob das in der Praxis klappt, weiß der Autor nicht zu berichten, weil die beiden Male, die er in Jablanac war, kein besonders großer Andrang herrschte.
Diese Einbahnstraße fällt im Halbkreis von Süden her nach Jablanac ab. Direkt hinter der kurzen Hafenpromenade mit einer Kirche und einer Handvoll von Cafés und Restaurants steigt die Straße auch schon wieder nach Norden aus Jablanac heraus. Sprich man beginnt die Auffahrt zum Veliki Alan direkt am Meeresufer. Ein keinesfalls alltäglicher Startpunkt, wenn man nur Alpenpässe gewohnt ist.

Ein kleiner Ratschlag: Lieber nicht die Auffahrt beginnen, wenn eine Fähre gerade dabei ist, anzulegen. Das zieht nach sich, dass man wenig später auf der engen Straße aus Jablanac hinaus, die zunächst an einer Felswand oberhalb des Rt („Kap” auf Deutsch) Štokić entlangführt, dicht an dicht von einer kompletten Bootsladung von Autos und Wohnmobilen überholt wird.

Die Straße verbreitert sich aber rasch. Platz genug ist vorhanden, denn das Velebit-Vorland oberhalb von Jablanac ist weit und offen und nur bestanden mit niedrigem Gestrüpp. Nach 2 km trifft man auf die oben erwähnte Einfallstraße nach Jablanac hinunter. Dort biegt auch eine Straße in ein zweites Küstenörtchen namens Stinica ab. Von dieser Kreuzung aus sind es weitere 2 km bis zur großen Kreuzung mit der Adriatischen Küstenstraße, die an jener Stelle doch ziemlich hoch über der Küste verläuft.
Der Weg zum Veliki Alan zweigt schräg gegenüber von der Kreuzung von der Jadranska Magistrala ab. Vermutlich werden die meisten von den wenigen unserer Leser, die jemals auf die Idee kommen, mit dem Rad diesen Teil des Velebit zu befahren, die Auffahrt an diesem Ort starten. Verfehlen kann man den Abzweig nicht, da der Nationalpark deutlich ausgeschildert ist. Bis zur Almhütte Alan sind es von dort aus etwas mehr als 17 km.
Was erwartet den tapferen Radler hinter dieser Kreuzung? Großes Indianerehrenwort: Eine der faszinierendsten Auffahrten der Adria. Einschränkend muss der Autor gestehen, dass er nicht allzu viele Straßen an der Adriaküste kennt, aber von denen, auf denen er unterwegs war, ist nur die Serpentinenstrecke nach Krstac spektakulärer. Oder vielmehr: Atemberaubender. Aber die Straße zum Veliki Alan ist wesentlich ungefährlicher, weil kaum befahren vom motorisierten Verkehr. Jedenfalls ist es schwer vorstellbar, dass es an der Adria noch viele andere Strecken gäbe, neben denen die Küstenanfahrt zum Veliki Alan verblassen könnte.
Die Auffahrt ist übrigens bemerkenswert gleichmäßig, nicht nur von der großen Kreuzung an der Adriatischen Küstenstraße an, sondern schon ab Jablanac, mit einer Durchschnittssteigung von 7 %, die nur um den Kilometer 8 herum untertroffen und eigentlich nie für länger als ein paar Meter übertroffen wird.
Direkt oberhalb der Adriatischen Küstenstraße kommt man an ein paar Häusern vorbei. Dieser Weiler heißt wohl Dundović Podkuki und liegt unterhalb eines Felskamms, dessen Rückseite man später noch ausführlich wird begutachten können. Hinter dem letzten Haus beginnt eine schier endlose Gerade, die sich am Velebit-Hang nach Süden zieht. Die Gerade ist herrlich zu fahren, weil man ständig den grandiosen Kontrast von hellem Fels, blauem Meer und dem langen Sporn des Nordteils der Insel Pag vor sich sieht. Nach knapp 10 km Auffahrt endet die Gerade mit einem allerfeinsten Serpentinenabschnitt, an dessen Ende man anhalten sollte. Von dort aus reicht der Blick über die Kehren der Auffahrt auf den Bindfaden der Adriatischen Küstenstraße durch das Velebit-Vorland und weiter über die Insel Rab bis zur Insel Krk im Norden. Die Insel Losinj ist ebenfalls am westlichen Horizont auszumachen, und wenn die Luft ganz klar ist, dürfte auch die Učka weit weg im Norden zu erkennen sein.
Hinter den Serpentinen biegt die Straße nach Osten auf den Hauptkamm des Velebit zu. Man kommt an einer Stelle vorbei, an der eine Piste zum Weiler Rupčići abgeht. Gleich dahinter fristet der nächste Weiler namens Baričević Pod sein Dasein, von dem aber nur ein Haus neben der Straße steht. Vielleicht gibt es aber auch nicht mehr davon. Möglicherweise sind diese verlorenen Ansiedlungen gar nicht mehr ständig bewohnt. Auf älteren Internetseiten ist zu lesen, dass ab dem letzten jener Weiler sich die Straße zur Almhütte in eine Schotterpiste verwandelt, was aber nicht mehr der Fall ist.
Der Weg führt nun wieder nach Norden auf einer kleinen Hochfläche zwischen dem eben erwähnten Felskamm und der gewaltigen Hauptmasse des Velebit entlang. Die Vegetation der Hochfläche ähnelt noch der des Velebit-Vorlandes, sprich es dominieren niedrige Büsche, unter die sich aber langsam höhere Bäume mischen. Oberhalb der Hochfläche verdichten sich die Bäume zu einem Bergwald, der sich großflächig über den Velebit-Hang erstreckt. Ungefähr am Übergang zwischen der Macchia zum Wald ist man so weit oben angekommen, dass man über den Felskamm hinweg wieder das Meer und die Insel Rab sieht, die nun wie eine Halbinsel des Festlands wirkt.
Der Rest der Auffahrt besteht aus drei langen Geraden im Wald, die jeweils mit einer Serpentine enden. Ausblicke aufs Meer sind leider über weite Strecken nicht gegeben, weil die Bäume die Sicht versperren. Auf der ersten Gerade passiert man auch während des fünfzehnten Kilometers die Grenze des Nationalparks Nördlicher Velebit. Die Grenze ist durch eine Informationstafel angezeigt. Erst am Ende dieser fast 3 km langen Hechtsuppen-Ziehgeraden öffnet sich in einer Serpentine der Wald. An dieser Stelle hat man die Straße verbreitert und einen Aussichtspunkt geschaffen, für dessen Beschreibung dem Autor die Wörter fehlen. Dort könnte man einen ganzen Nachmittag lang stehen und den Blick über die Kvarner Bucht in sich aufsaugen.
Und weiter geht es im Wald voran. Die vorletzte Serpentine wird vor Kilometer 19 passiert. Es steht die letzte Gerade an, auf der sich wiederum der Wald gegen Ende hin öffnet. Diese Passage ist umwerfend, weil man meint, man führe direkt in den blauen Himmel hinein. Was die Faszination noch verstärkt, ist der Unterschied zum Startpunkt Jablanac, denn mittlerweile ist man so hoch oben, das die Landschaft alpinen Charakter hat und sich unterhalb der zerrissenen Karstfelsen des Velebit grüne Wiesen ausbreiten. Vom Mittelmeer hoch zur einer Alm, wo kann man das schon einmal erleben?
Hinter der letzten Serpentine steuert die Straße geradewegs auf die Almhütte Alan zu. Die rostigen Maste der alten Seilbahn stehen links und rechts der Straße und verlieren sich zwischen den Bäumen weiter oben am Berg. Der Einschnitt des Passes ist zur rechten Hand gut zu erkennen. Von der Almhütte fehlt kein halber Kilometer mehr bis zu dem Einschnitt, aber der Schotter, der direkt an der Hütte beginnt, ist so grob, dass man mit dem Rennrad keine Chance hat, weiterkommen.
Schade, aber auch so eine unbedingt lohnenswerte Auffahrt. Und steht man vor der Almhütte auf der Straße und sieht das Meer vor sich, dann möchte man am liebsten Anlauf nehmen, abspringen und wie ein Adler über die blaue Kvarner Bucht mit ihren weißen Inseln fliegen!
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.grandeturisme Mail an Absender1 h 58 m 00 s17.09.2011