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Pässe Schwarzwald

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Regionsbeschreibung

Von majortom

Den Schwarzwald...

... kennt jeder. Oder meint jeder zu kennen – und hat dabei eine ganze Reihe von Assoziationen im Kopf: Tannenbäume und Kuckucksuhren, Kirschtorte und Bollenhüte, die Schwarzwaldklinik natürlich nicht zu vergessen. Doch nicht nur für amerikanische und japanische Touristen, sondern auch für Radsportler hat der Schwarzwald einiges zu bieten. Wo sonst in Deutschland findet man wohl so eine Dichte an gut befahrbaren Straßen, die einen direkten Höhenunterschied von bis zu 1000 Metern überwinden?

Geographisch betrachtet ist der Schwarzwald das höchste deutsche Mittelgebirge, das sich im Südwesten von Baden-Württemberg über etwa 160 Kilometer entlang des Oberrheingrabens von Nord nach Süd erstreckt. In Ost-West-Richtung ist der Schwarzwald im Süden etwa 60, im Norden dagegen nur etwa 30 Kilometer breit. Während er nach Süden und Westen sehr scharf vom Tal des Hoch- bzw. Oberrheins begrenzt ist, geht er nach Osten eher sanft in die Baar-Hochebene, sowie im Norden ins Kraichgauer Hügelland über. Eine historische Gliederung teilt die Region in Nord und Südschwarzwald ein, wobei die grobe Trennlinie durch das Kinzigtal markiert wird. Neuere, auf geologischen Merkmalen beruhende Gliederungen teilen den Schwarzwald in Nord, Mitte und Süd, und so untergliedern auch wir das Gebirge grob in diese drei Teile. Als Trennlinien definiert man hierbei meist die Verbindung von Freiburg und Donaueschingen entlang des Dreisamtals (als Grenze zwischen Süd und Mitte) sowie die Verbindung zwischen Offenburg und Freudenstadt entlang des Renchtals (als Grenze zwischen Mitte und Nord). Das Kinzigtal als bedeutendste Ost-West-Route stellt also den zentralen Tal des mittleren Schwarzwaldes dar.

Wie unterscheiden sich jedoch die drei Abschnitte? In erster Linie nur durch ihre absolute Höhe. So liegen die höheren Berge im Süden, an erster Stelle sind Feldberg (der höchste Punkt Baden-Württembergs; 1493 m), Herzogenhorn (1415 m) und Belchen (1414 m) zu nennen. Die Berge im Nordschwarzwald wie z. B. die Hornisgrinde (1164 m) sind deutlich niedriger. Dennoch ist der Nordschwarzwald deutlich wald- und regenreicher; dies liegt am fehlenden Regenschatten durch die im Norden ebenfalls viel niedrigeren Vogesen.
Auf Besonderheiten der Unterregionen gehen wir auch bei den dortigen Beschreibungen ein.

War der Schwarzwald früher vor allem von Land- und Forstwirtschaft, sowie Bergbau (beispielsweise das Silberbergwerk im Schauinsland) geprägt, so ist in der heutigen Zeit der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Während im Winter den nordischen und alpinen Skiläufern einiges geboten wird, locken im Sommer ein dichtes Netz an Wanderwegen, sowie auch abgesehen von Uhren und Kirschwasser noch einige kulturelle Höhepunkte, wie zahlreiche von Fachwerkhäusen geprägte Stadtkerne, die Klosterkirche von St. Blasien oder das Kloster in Alpirsbach.

Für den quaeldich.de-Leser ist natürlich vor allem die Erschließung durch ein dichtes, gut ausgebautes Straßennetz von Interesse. Die meisten Straßen führen durch dichten Wald, es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von landschaftlichen Höhepunkten, die dem Rennradurlauber im Schwarzwald nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen touristischen Anreiz bieten. Während man die Hauptverkehrsstrecken, wie die von Freiburg nach Donaueschingen führende B31, oder die Schwarzwaldhochstraße, die B500, besser meidet, kann man auf einsamen Nebenstrecken fernab der Verkehrsströme sehr idyllische Schwarzwaldkilometer zurücklegen. Den eher sportlich orientierten Rennradler, der weniger entdecken, sich dafür mehr quälen will, locken natürlich vor allem die langen Anstiege aus der Rheinebene wie die Zuflucht von Oppenau, der Kandel ab Waldkirch oder der Hochblauen ab Badenweiler – hier sind überall ordentliche, fast schon alpine Höhenunterschiede zurückzulegen.

Auch der Profiradsport hat den Schwarzwald nicht nur als Trainingsrevier, sondern auch als Austragungsort entdeckt. Die Deutschland-Tour führt regelmäßig durch den Schwarzwald, und 2003 und 2005 wurden spektakuläre Bergankünfte auf dem Feldberg durchgeführt. Und der Grand Prix Triberg-Schwarzwald, der im Juni stattfindet, und auch mit einem Radmarathon und Jedermannrennen aufwartet, zählt – auch wenn er meistens nicht mit internationalen Spitzenteams besetzt ist – zu den härtesten Eintagesrennen in Deutschland. Ein weiteres besonderes Highlight für Hobbyfahrer ist der Schwarzwald-Ultra-Radmarathon (kurz SURM), der im September in und um Alpirsbach stattfindet. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Infrastruktur für Radurlauber hier geradezu ideal ist. Viele Orte im Schwarzwald haben ihr Angebot auch auf Radtouristen abgestimmt, und eine ganze Reihe von Hotels lockt mit fahrradfreundlichen Angeboten.

Somit lässt sich zusammenfassend sagen, dass es nicht immer die Alpen sein müssen, auch im Schwarzwald findet man als Rennradler eigentlich alles, was das Herz begehrt – wunderschöne Landschaft, wildromantische einsame Straßen und lange steile Anstiege.

Quellenangaben:
Wikipedia
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