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Coll del Frare (197 m)

Port Bou I.

Auffahrten

Von Flugrad – Portbou ist ein heute etwas verschlafen wirkender Ort. vor nicht allzulanger Zeit war er jedoch neben Irun/Hendaye am westlichen Ende der Pyrenäen der wichtigste Grenzort zur Iberischen Halbinsel. Cerbère und Portbou waren und sind Wechselbahnhöfe zwischen der Normalspur und der iberischen Breitspur, und in der Zeit des deutschen und spanischen Faschismus verbanden die beiden Grenzorte über mehr als ein Jahrzehnt dramatische Fluchtschicksale, ab 1933 von jüdischen Europäern nach Spanien, um über Portugal Schiffspassagen nach Amerika zu bekommen, und in Gegenrichtung etwas später für vom Franquismus Verfolgte, um vom spanischen Bürgerkrieg ins sichere Frankreich zu gelangen. Einer derjenigen, die sich vor dem Hitlerregime in Sicherheit bringen wollten, war der Philosoph Walter Benjamin, der sich verzweifelt 1940 in Portbou das Leben nahm. Heute ist ihm im Ort ein Denkmal gewidmet.

Die einzige Straße aus dem Ort heraus nach Süden ist die N-260. Wir verlassen auf ihr die kleine im Ortskern gelegene Promenade mit Strand und kleinem Hafen mittels zweier Kehren. Schon hoch über dem Sporthafen kommen wir zum Abzweig in den neuen Tunnel. Wir folgen jedoch den Hinweisen für Gefahrentransporte (!) und wählen die links abzweigende alte Straße. Auch diese ist gut ausgebaut mit gleichmäßiger und moderater Steigung. Sie führt uns zu einer engen Kehre mit Parkplatz an den Küstenfelsen. Hier gibt es nicht nur feines Küstenpanorama für einen Fotostopp, man kann über einen steilen Felspfad sogar hinunter zum Meer klettern.
Wir fahren weiter. Rechts unter uns liegt Portbou, und man gewinnt langsam einen Eindruck von den gewaltigen Gleisanlagen des Bahnhofs, deren Güterteil ein Seitental komplett ausfüllt.
Die nächste Kehre liegt hoch über dem Portal des Bahntunnels nach Colera. Nach einer weiteren Kehre haben wir in Kehre Nummer sechs die Passhöhe erreicht, neben den Resten eines Bunkers, der von weniger friedfertigen Zeiten zeugt.
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Von Flugrad – Die Auffahrt beginnt in Colera, genauer an der Brücke der Küstenstraße N-260 über die Riera de Colera, einem der vielen meist wasserlosen Bachläufen aus den Bergen. Unmittelbar hinter der Brücke haben wir die Möglichkeit, nach rechts in den Ort hineinzufahren, der sich an der erwähnten Riera entlang ausdehnt bis zum markanten Eisenbahnviadukt. Hinter dem Viadukt folgen noch ein relativ neuer Sporthafen und nördlich davon zwei kleinere Kiesstrände.
Der nicht asphaltierte Weg links ab folgt dem Tal aufwärts bis zu einem seit einigen Jahren komplett verlassenen Weiler, Molinàs, mit zugehöriger Burgruine, ist aber eher was für die Dickpneufraktion.
Wir bleiben also auf der N-260, die sich zunächst bei mäßiger Steigung den Ort umrundet. Erst wenn wir den unter uns liegenden Bahnhof passiert haben, wird es etwas steiler, allerdings wie auf der Nordrampe stets im Bereich zwischen fünf und maximal acht Prozent, also im Rollerpassbereich.
Nach gut zwei Kilometern und 75 Höhenmetern lauert der Punkt der Entscheidung: geradeaus flach durch den neuen Tunnel oder schräg links hinauf über den Pass. Die Entscheidung wird uns abgenommen – Gefahrgut muss über den Pass, Tunneldurchfahrt verboten. Und bergsüchtige, behelmte Rennradler zählen wahrscheinlich eindeutig zu den Gefahrguttransporten, also dürfen wir auf den restlichen knapp zwei Kilometern und 120 Höhenmetern ein einsames Sträßchen mit besten Küstenpanoramen genießen. Achtung: In der ersten und einzigen Kehre, ca. fünfhundert Meter vor der Passhöhe und unterhalb der drei mächtigen Sendemasten auf dem Bergrücken, lohnt eine kurze Pause zwecks Fotostopp.
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