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Lombachalp (1563 m) Roteschwand

P1470211.

Auffahrten

Von einheimischer – Um vom Westbahnhof nach Habkern zu gelangen, überquert man als erstes den Bahnübergang nach Unterseen. Bei der Kreuzung (den Einheimischen bekannt als Räuberegge) kurz darauf weist uns der Wegweiser den Weg Richtung Beatenberg und Habkern. Noch zwischen den Häusern führt die Straße leicht bergauf und stellt eine perfekte, wenn auch nur kurze Einfahrtstrecke dar. Unweit der letzten Häuser von Unterseen trennen sich die Straßen nach Beatenberg und Habkern.
Unmittelbar hinter der Abzweigung beginnt dann der eigentliche Anstieg, und zwar gleich mit einer doch recht steilen Rampe. Die Straße ist breit und gut ausgebaut. Obwohl man nur 2 km vom Zentrum von Interlaken entfernt ist, merkt man nicht viel vom Massentourismus. Wenn man es nicht wüsste, man käme nicht auf den Gedanken, dass man auch mit dem Fahrrad in weniger als fünf Minuten auf dem mit Asiaten überströmten Höheweg ist, würde man hier umdrehen. Zwar gibt es natürlich auch hier, vor allem an schönen Sommer- und Herbsttagen, Wanderer, die mit vierrädrigen Blechkisten hochfahren, aber deren Anzahl hält sich mehrheitlich in Grenzen. Wer nach Habkern fährt, der sucht Ruhe und Einsamkeit.
So werfen wir uns also in die Steigung hinein. Auf den nächsten rund 2 km sind die Prozentwerte praktisch nur zweistellig, meist konstant um 12 %. Trotzdem lässt sich diese Rampe sehr angenehm hochkurbeln. Dies ist auch dem Umstand zu verdanken, dass der größte Teil der Steigung im Wald liegt.
Schon bald hat die erste Steigung ein Ende und es folgt ein längeres Flachstück. Ist das nun Fluch oder Segen? Im ersten Moment stellt es sich als Segen heraus. Nach über 2 km mit zweistelligen Prozenten dient so eine ebene Fläche der Erholung. Die nächsten ca. 1,5 km lassen sich nämlich locker das Tal hineinrollen.
Schon bald stellt sich das Ganze jedoch als Fluch heraus! Für mich waren solche Flachstücke bis anhin stets ein Segen und ich fand anschließend schnell wieder den Rhythmus. Aber hier, nach dieser Ebene, hatte ich bis jetzt immer Schwierigkeiten, den Tritt wieder zu finden und die kurz zuvor so hoch gelobte Ebene endlos verflucht! Aber die Straße geht trotzdem weiter.
Nachdem es nach einigen Steigungsmetern noch einmal kurz flach wird, überqueren wir über die Lombachbrücke deren Namensgeber. Hier verlassen wir auch die bewaldete Schattenseite des Tals und legen den Rest der Strecke am Sonnenhang zurück. Dies kann vor allem im Sommer noch recht hart werden, ist man von nun an bis ins Dorf der prallen Sonne ausgesetzt. Auch die Steigung nimmt hier wieder merklich zu und fällt kaum noch unter 10 %. Jetzt folgen auch noch einige Serpentinen und der Brunnen genau in der Mitte des Dorfplatzes (bei der Post) stellt das Ziel in Habkern dar.
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Von einheimischer – Bis Habkern ist der Straßenzustand top. Der Belag ist gut und die Straße breit. Mit der Fortsetzung hoch zur Lombachalp ändert sich das schlagartig. Vom Dorfplatz her folgen wir der Straße ganz rechts entlang, die einem plötzlich extrem eng vorkommt. Die Breite beschränkt sich ab hier tatsächlich auf ein absolutes Minimum.
Gleich zu Beginn wartet eine kurze Abfahrt, in der etwa zwanzig Meter an Höhe verloren gehen. Erholung bringt diese aber kaum, und nach Überqueren einer Brücke beginnt der Anstieg zur Lombachalp, und zwar gleich mit einer recht starken Steigung. Einen Rhythmus zu finden, ist jedoch sehr schwierig, denn ein längeres Stück mit konstanter Steigung gibt es kaum. Nach starker Steigung nimmt die Steigung etwas ab, wird zwischenzeitlich sogar fast ganz flach, steigt dann wieder stärker an… so geht das nun bis oben. Gleichmäßigkeit? Fehlanzeige!
Wer mit den ewigen Rhythmuswechseln Mühe hat, der wird hier noch das eine oder andere Mal fluchen, aber es lohnt sich. Die Landschaft öffnet sich immer mehr; oben beim Parkplatz befindet man sich auf einer Hochebene, und wäre eben dieser an schönen Tagen nicht mit Autos übersäht, man würde sich in einer Menschenleere befinden. Die Häuser, die von hier sichtbar sind, kann man jedenfalls an einer Hand abzählen.
Hier befindet sich auch ein Gasthaus (mit herrlicher Sonnenterrasse) und mein angegebener Endpunkt, obwohl die Straße noch nicht zu Ende ist. Diese setzt sich nämlich noch mit einem schönen Straßenverlauf über die Alp fort, allerdings bleibt zum Schluss nur eine Rückkehr über denselben Weg zurück nach Unterseen/Interlaken. Mit dem Mountainbike ist jedoch eine Fortsetzung nach Kemmeribodenbad oder Sörenberg möglich.

Noch ein paar Worte bezüglich der Straßenqualität ab Habkern: Wie bereits erwähnt, ist die Straße nach dem Verlassen des Dorfes extrem schmal, und die Belagsqualität ist ebenso ungleichmäßig wie die Steigung. Mal solala, mal mit Schlaglöchern versetzt, dann wieder top.
Zum Schluss kommen wir noch zur Abfahrt: Bis Habkern hält sich das Vergnügen in Grenzen. Aufgrund der engen und unübersichtlichen Straße muss man stets hochkonzentriert sein. Hohe Geschwindigkeiten liegen nicht drin! Denn mit Gegenverkehr muss jederzeit gerechnet werden. Nebst Bergbauern und Ausflüglern kann einem auch noch das Alpentaxi (eine Kleinbus, der ab Habkern zum Parkplatz fährt) begegnen.
Ab Habkern ändert sich aber alles schlagartig und der Spaß nimmt markant zu. Die Straße wird wieder breiter, und nach einer Handvoll Kurven dann sogar durchgehend zweispurig. Nach dem Überqueren des Lombachs kann man es ordentlich krachen lassen. Denn von hier weg ist die Straße kurvenarm und dennoch recht steil. Leider sind solche Abfahrten immer viel zu kurz, denn mit Geschwindigkeit von locker über 70 km/h findet der Spaß leider recht schnell ein Ende.
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Schnellste Zeit
00:29:51 | 16.07.2019
turboruedi
Mittlere Zeit
00:39:13 | 27.05.2021
flofe
Dolce Vita
00:59:59 | 24.06.2020
Monkey76
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