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Pico del Buitre (1946 m)

Buitre7.

Auffahrten

Von AP – Arcos de las Salinas zählt nur knapp über hundert ständige Einwohner, hat aber zwei durch den Arroyo del Charco voneinander getrennte Ortsteile. Die namensgebenden Salinen liegen westlich des Dorfs und versorgten im Hochmittelalter Aragon mit Salz. Später gerieten sie gegenüber der Salzproduktion an der Mittelmeerküste ins Hintertreffen. Ein wenig an Salz wird auch der tapfere Radler produzieren, der den Weg zum Observatorium auf sich nimmt.
Dazu fährt man von der Hauptstraße hoch in den alten Ortsteil. Dort steuert man an einer Bar vorbei genau auf eine rustikale Kapelle mit einem säulenbewehrten Vordach zu. An der Kapelle hält man sich links und hat damit Arcos de las Salinas praktisch schon wieder hinter sich gelassen. Nach ein paar Metern biegt man an einer kleinen Kreuzung links ab (rechts würde man im Bogen wieder ins Dorf zurückfahren).
Im Prinzip lässt sich der Anstieg in zwei fast gleich lange Abschnitte teilen. Auf dem ersten Abschnitt bewegt man sich immer am ríu Arcos entlang. Dessen Tal ist zunächst herrlich grün mit kleinen Feldern und Laubbäumen, fast oasenartig inmitten der kargen Sierra de Javalambre, und wird später zu einer felsigen Schlucht. Bemerkenswert auf diesem Abschnitt sind die Felspfeiler der Los Cuchillos (Messer), die so wegen ihrer glatten Bruchkanten genannt werden. Ein erstes längeres Steilstück gilt es zu überwinden, und zwar ab dem Punkt, an dem man den ríu Arcos zum zweiten Mal überquert.
Der erste Abschnitt endet nach etwas mehr als sechs Kilometern mit einem Flachstück vor einem Gehöft. Links sieht man eine Piste in eine Schlucht hinaufziehen. Dies ist die alte Straße zum Pico del Buitre, die sich zunächst nach Nordwesten in die Hochlagen emporarbeitet und dann in einem weiten Bogen nach Osten in Richtung Berg führt. Kein Wunder, dass sich die Erbauer des Observatoriums dieses Rodeo ersparen wollten und deswegen gleich eine neue Straße dazu konstruierten.
Die neue Straße ist der zweite Abschnitt der Auffahrt und fängt ab dem Gehöft an. Steil zieht sie am Barranco de los Hombres entlang in einen Kiefernwald hinauf. Im Kiefernwald geht es über einige Serpentinen nach oben. Dort drückt man nun die schwersten Kilometer der Auffahrt weg, maximal 11 % im Schnitt auf dem neunten Kilometer. Der Wald dünnt schnell aus, sodass man die kargen Bergflanken im Blick hat.
Je näher man dem Ende des barranco kommt, desto mehr geht die Steigung zurück. Nach genau zehn Kilometern Fahrt lässt man die Schlucht hinter sich und arbeitet sich in die Hochlagen der Sierra vor. Es dominiert nun der oben erwähnte Pantherfellbewuchs, mit ein paar verhärmten Latschenkiefern dazwischen. Ehrlich gesagt würde ich nicht mein komplettes Radlerleben in solch einer Landschaft verbringen wollen, aber wenn man sie zum ersten Mal sieht, vermittelt es einem schon einen ganz besonderen Eindruck.
Hinter dem barranco sieht man auch das Observatorium zum ersten Mal. Man erreicht einen Kamm, der auf Karten als Collado del Charco verzeichnet ist. Links zweigt am Collado eine Piste ab, die wohl einmal die ursprüngliche Zufahrt war und über die man irgendwie zum Pico Javalambre kommt. Nach rechts führt die asphaltierte Straße zum Observatorium. Einmal geht die Steigung noch in den zweistelligen Bereich hinauf, dann kommt man an den Anlagen an. Zu Ehren der Vuelta steht das blaugepunktete Trikot des besten Bergfahrers davor. Der Rest ist dann nur Ausblick, Ausblick und Ausblick, in welche Himmelsrichtung man auch schaut.
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