Alt del Masnou (325 m)
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Alt del Masnou (325 m)
Serralada Litoral, Gavarres, Katalonien.
Ein verbreitetes Phänomen in Spanien sind die sogenannten urbanizaciones, sprich Siedlungen, die in etwa deutschen Neubaugebieten entsprechen. Nun hat die spanische Bauaufsicht in den letzten Jahrzehnten nicht immer mit dem nötigen Eifer die Bautätigkeit im Lande überwacht, was dazu geführt hat, dass sich ein gewisser Wildwuchs an Siedlungen gerade in küstennahen Gebieten breit gemacht hat. Will man gehässig sein, könnte man auch von einer Betonisierung vor allem der spanischen Mittelmeerküste sprechen. Interessanterweise sind nicht alle urbanizaciones im Umfeld einer schon bestehenden Ortschaft entstanden, manche hat man einfach irgendwo in die Landschaft gepflanzt. Das hat zu dem absurden Umstand geführt, dass es in manchen Gegenden Spaniens mit attraktiven Lebensbedingungen Dörfer gibt, die noch keine dreißig Jahre bestehen und merkwürdig kern- und identitätslos wirken, während in strukturschwachen Gegenden wie zum Beispiel der Provinz Huesca in Aragon uralte, malerische Dörfer verlassen wurden und verfallen. In Katalonien springen dem Betrachter vor allem die urbanizaciones der Serralada Litoral ins Auge. Gerade an den dem Meer zugewandten Hängen des Maresme hat man dem früher vorhandenen Pinienwald keine Chance gegeben und stattdessen ein Haus neben das andere gesetzt. An der Costa Brava ist die Flächenversiegelung, wie man so anschaulich bürokratisch zu sagen pflegt, nicht ganz so schlimm und beschränkt sich auf bestimmte Abschnitte der Küste wie zum Beispiel im Großraum Platja dAro/Palamós. Die Hanglage und das Interesse an direktmöglichsten Verbindungen innerhalb einer urbanización bringt jedoch auch steile Straßen mit sich, auf denen punktuelle Steigungsprozente von um die 20 % eher die Regel als die Ausnahme sind.
Natürlich wollen wir die geneigte quaeldich.de-Leserschaft nicht mit einer umfangreichen Auflistung katalanischer Neubaugebiet-Steilstraßen langweilen. Einen dieser Wege müssen wir aber doch erwähnen, und zwar die Auffahrt durch die urbanización Masnou oberhalb von Platja dAro. Dieser Weg, dessen Kulminationspunkt man vor Ort als Alt del Masnou kennt, fand nämlich schon Eingang in den professionellen Radsport als Etappenziel bei der Volta a Catalunya. Zudem ist sein steilster Kilometer einer der steilsten asphaltierten Kilometer überhaupt, die man in Katalonien finden kann und übertrifft die steilsten Kilometer der unter einheimischen Radlern gefürchteten Pässe wie Coll de Pradell oder Collfred.
Masnou selbst ist ein Neubaugebiet für Leute mit ein paar Euro mehr im Geldbeutel. Bei einer Durchfahrt sieht man doch einige Villen, in denen es sich aushalten ließe. Zu dem noblem Gesamteindruck von Masnou passt auch der Golfclub, der sich oberhalb der Siedlung erstreckt, und dessen Mitgliedschaft dank entsprechender Gebühr sicher nicht für jeden erschwinglich ist. Platja dAro hält das Niveau seiner urbanización nicht, es ist vielmehr als das Benidorm der Costa Brava bekannt und rühmt sich der höchsten und hässlichsten katalanischen Hotelbauten nördlich von Salou (Costa Daurada).
Hinter Masnou erstreckt sich das idyllische, aber leider nicht sehr große Mittelgebirge der Gavarres, in dem man einige niedrige Pässe findet, die man mit der Auffahrt zum Alt de Masnou kombinieren kann. Leider ist die Verbindungsstraße von Masnou nach Romanyà de la Selva, über die man ins Innere der Gavarres gelangt, ab dem Ende des Golfplatzes für ein paar Kilometer in keinem guten Zustand, aber eine Befahrung mit dem Rennrad ist trotzdem möglich.
Für die Beschreibung danken wir AP 

Liste der Auffahrten
| Ostanfahrt von Platja d'Aro | 4,6 km | 335 Hm | ![]() | ![]() |
Ostanfahrt von Platja d'Aro 4,6 km / 335 Hm

Den Weg von Platja dAro zur urbanización Masnou ist leicht zu finden, man muss nur den Schildern in Richtung „Golf Masnou“ hinterherfahren. Man gelangt so unweigerlich zu einer Brücke über die Schnellstraße, die sozusagen im Rücken des Küstenorts verläuft. Hinter der Brücke sieht man dann schon die urbanización Masnou an der Küstenseite der Gavarres. Um den maximalen Höhenmetergewinn bis zu dieser Brücke zu bekommen, startet man die Auffahrt in dem ersten Kreisel (vom Ortskern kommend) der Ausfallstraße Avinguda del Castell dAro und biegt nach rechts in die Avinguda Fanals ein. Maximaler Höhenmetergewinn deswegen, weil es noch einen zweiten Weg zu dieser Brücke hin gibt, der von einem etwas höher und nördlich des Ortskerns gelegenen Verkehrskreisel abzweigt, an dem die Avinguda Palamós ihren Anfang hat.
Auf der Avinguda Fanals geht es nun für etwa einen Kilometer unrhythmisch bergan, wobei die Straße von Apartmenthäusern gesäumt ist. Vor der Brücke über die Schnellstraße fällt die Avinguda kaum spürbar ab an einem kleinen, mit Pinien bestandenen Park vorbei. Hinter der Brücke schlängelt sich die Straße für wenige hundert Meter durch fast unbebautes Terrain, bevor recht unvermittelt der Eingang zur urbanización Masnou erreicht ist, leicht zu erkennen an einer geöffneten Schranke, und natürlich an der kraftig anziehenden Steigung.
Der in der Allgemeinbeschreibung erwähnte steile Kilometer beginnt direkt hinter der Schranke. Zunächst einmal sind die Kurven vorbei an den schmucken Ferienhäusern steil und weit, weiter oben wird es dann etwas flacher und enger. Die Höchststeigung auf diesem Kilometer dürfte bei 22 oder 23 % liegen und wird auf dieser Passage gequetscht, auf der man unterhalb von einem runden Gebäude entlangkraucht (GoogleEarth zeigt, dass das Gebäude nur dreiviertel rund ist und von oben wie ein angeschnittener Laib Käse aussieht).
Der Steilspuk nimmt genauso überraschend, wie er angefangen hat, sein Ende an dieser Stelle nach fast genau drei Kilometern Fahrt. Nun sind noch etwa anderthalb Kilometer bis zum oberen Ende der urbanización zurückzulegen, auf denen die Straße aber kaum noch ansteigt bzw. einmal sogar leicht abfällt. Die Bebauung weist dabei immer größere Lücken auf. An das Ende der Ortschaft schließt sich der Golfplatz an. Wie schon oben erwähnt, lässt der Straßenbelag hinter dem Golfplatz doch einiges zu wünschen übrig, was darauf schließen läßt, dass die Klientel der Anlage nicht aus dem Landesinneren anreist.
Für die Beschreibung danken wir AP 















