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Col du Sanetsch (2252 m) Col du Senin

- Sanetsch - in das Loch geht's hinein .

Auffahrten

Von stb72 – Der Startpunkt in Conthey auf ca. 500 m Höhe ist recht leicht zu finden – einfach der Route du Sanetsch folgen (von Vetroz kommend links, von Sion kommend rechts abbiegen). Zuerst noch recht gemächlich fahren wir auf die Weinberge zu. Haben wir diese erreicht, beginnt die Steigung erstmal richtig zuzulegen (und die Sonne zu brennen), und mit einigen lang gezogenen Kehren durchqueren wir die Rebstöcke bei 6–11 % – hier münden links und rechts immer wieder die kleinen, schmalen und bocksteilen Wirtschaftswege ein, schon beim Anblick tun da die Beine weh.
Im kleinen Ort Erde zweigt nach links die Straße hinauf in den Bergsturzkessel Derborence (ca. 1500 m Höhe) mit gleichnamigem See am Fuß der Diablerets ab (einer der letzten Urwälder der Schweiz), bevor wir auf ca. 950 m Höhe das Ende der Weinberge in Daillon erreichen. Ab hier fahren wir in das Tal hinein, und die Steigung nimmt deutlich ab bzw. ist fast eben – das einzige richtige Erholungsstück der Auffahrt. Weiter unten auf der rechten Talseite sieht man die andere Straße. Nach einem kurzen Stück (Steigung nimmt wieder zu) auf ca. 1050 m Höhe mündet unser Sträßchen in die Variante von Sion (von rechts aus dem Tal kommend) ein.
Für ein gutes Stück zieht die Steigung noch gleichmäßig steil (7–10 %) an, bevor ein völlig unrhythmischer Mittelteil folgt. Eingeleitet durch zwei lange Serpentinen folgen in diesem Waldstück im Wechsel vier verschieden lange steile Rampen in zweistelligen Prozentbereichen, die von flacheren Stücken unterbrochen werden. Am Ende der Rampen steht meistens ein Gasthaus, welche sich an diesem Sonntag 2007 über viele Gäste freuen durften – schön, wenn man nach einer steileren Rampe im Wiegetritt laut keuchend an fröhlich beim Nachmittagskaffee sitzenden und freundlich grinsenden Wanderern vorbeihecheln darf.
Wenn wir an einer der Einkehrmöglichkeiten nach einer langen Rechtskehre wieder aus einem kleinen Seitental heraus fahren, folgt eine letzte etwas steilere Rampe, die nach einem kleinen Tunnel endet. Wir befinden uns nun auf ca. 1510 m Höhe bei einer größeren Ansiedlung („Vouagnoz” sagt das Schild) und wechseln auf die andere Talseite. Nun kommt eine schöne Folge von kurzen Kehren als Beginn des Schlussteils. In diesem Bereich verlassen wir endgültig den Wald und können ab jetzt die Ausblicke auf den Walliser Hauptkamm richtig genießen. Nach den kurzen Serpentinen wechseln wir gleich wieder in lang gezogener Kurve die Talseite und ziehen in vier langen Kehren den vorgelagerten Schlusshang hinauf bis auf knapp 2000 m nHöhe, Steigung steil bei 8–12 % (bis Dorbagnon auf der linken Seite).
Ab hier folgt die Straße kurvig, aber kehrenfrei bis zum weit hinten liegenden Pass, den man erst ganz zum Schluss sieht. Die Steigung lässt nun für die folgende Tunnelpassage wieder nach. Zunächst folgt ein kurzer Tunnel, bevor wir in ein langes schwarzes Loch eintauchen müssen (spektakulär in den Berg gehauen). Der lange Tunnel ist zwar mit einer Beleuchtung ausgestattet und Querstollen ins Freie sorgen ebenfalls für etwas Licht und schwindelerregende Ausblicke (wer sich bis außen wagt), ein Licht ist jedoch unbedingt zu empfehlen.
Ab Ende des Tunnels sind wir auf einer Hochalmlandschaft wie aus dem Bilderbuch mit Rindviechern und Enzian. Vor einem größeren Gasthaus hat es für uns Schwaben rechtsseitig auch einen kleinen Bergbach, wo man das Wasser umsonst bekommt (nach jetzt schon 1600 Hm bitter nötig).
Die letzten zwei Kilometer bis zur Passhöhe sind nun ein Genuss in der hochalpinen Landschaft. Links sieht man den spärlichen Rest des Les Diablerets-Gletschers (Glacier de Tsanfleuron), und die Passhöhe mit Parkplatz auf 2252 m Höhe ist danach recht schnell erreicht. Ein richtiges Passschild ist dem Autor allerdings nicht aufgefallen.
Wer noch nicht genug hat, sollte unbedingt die Nordseite hinabfahren, die asphaltierte Straße führt bis zum Lac du Sanetsch bzw. Lac de Sénin, einem Stausee gut 200 m tiefer gelegen. Der geröllübersähte Hochtalkessel hier oben, durchzogen von Bächen, und die umstehenden Berge sorgen für einige interessante Gesteinsformationen bzw. Grashänge. Kurz nach dem Tiefpunkt der Straße beim See zwingt uns eine kurze Steilrampe noch mal aus dem Sattel, erst dann haben das Ende des asphaltierten Teils erreicht. Hier ist noch eine Einkehrmöglichkeit, eine Kapelle, eine Seilbahnstation und folglich auch einige Touristen (wer eine Runde fahren möchte, kann sicher das Rad hier mit der Bahn ins Tal zu befördern). Wer das nicht will, kann sich auch an dem hier abzweigenden Schotterweg hinunter nach Gsteig versuchen, Zustand unbekannt – vermutlich aber eher ein Trail und für Rennräder nicht befahrbar.
Alle anderen machen wieder kehrt und fahren wieder hinauf zum Col du Sanetsch, zuerst über die kurze steilere Rampe am See, dann kurz flach und wieder über vier Serpentinen in normalen Prozentbereichen. Hat man das geschafft, sind immerhin über 2000 Hm bezwungen, was für einen Pass eine ganze Menge ist und allen wärmstens empfohlen.
Schöne Panoramabilder bei klarer Sicht gibt es bei ueliraz.
30 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:02:28 | 11.08.2012
Tinu58
Mittlere Zeit
02:05:00 | 23.08.2009
masch
Dolce Vita
03:18:00 | 17.07.2016
pfaelzer
Von TicinoBergler46 – Diese Anfahrt ist eine Variante der obigen Route. Sie unterscheidet sich nur auf den ersten 500 Hm, da sie bei 1022 m Höhe auf die Originalroute trifft.
Dieser Abschnitt führt im ersten Teil über Vouisse schön durch Weinberge bis nach Chandolin (von rechts mündet der deutlich längere Weg von Sion ein). Im zweiten Teil geht es dann malerisch in alpiner Umgebung oberhalb der Schlucht der La Morge und entlang eines hohen, sehr steilen Felsabhangs.
Der Weg ist einfach zu finden. Kurz bevor es in Conthey auf der Originalroute nach links bergauf geht, zweigen wir rechts ab, dem Schild nach Vouisse folgend. Dann geht es in schönen (nicht steilen) Kehren die Weinberge hinauf über Vouisse nach Chandolin. Von dort führt die Straße zunächst leicht abwärts und dann entlang des Felsabhangs geradeaus weiter. Nach der Pont du Diable erreichen wir in zwei Kehren die Originalroute auf der anderen Talseite.
Diese Variante ist nach Meinung des Autors schöner als die oben beschriebene Auffahrt. Sie stimmt bereits auf die phantastische Tour ein mit der ungewöhnlich schönen großartigen alpinen Landschaft ab 1500 m Höhe und den phänomenalen Ausblicken auf die 4000er (siehe Fotos). Ich bin diese Variante nur in der Abfahrt gefahren, werde sie aber beim nächsten Mal benutzen, und das wegen der Schönheit der Tour möglichst bald.

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Schnellste Zeit
02:16:06 | 28.09.2009
Manfred
Mittlere Zeit
02:17:41 | 05.07.2014
aufwaerts
Dolce Vita
02:45:00 | 27.08.2014
sensorflo
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