Dolinza-Alm (1460 m)

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Dolinza-Alm (1460 m)
Koutschitz-Alm

Alpen, Karnische Alpen, Kärnten.
Die Koutschitz-Alm .
Im Dreiländereck Italien–Österreich–Slowenien erhebt sich in den Karnischen Alpen oberhalb des unteren Gailtals der 2052 m hohe Oisternig. Ein Teil des Berges liegt auf Kärntner Boden, während der Gipfel zu Italien gehört – Monte Osternig nennt man ihn dort. Der gar nicht so Deutsch bzw. Italienisch tönende Name deutet an, dass der slawische Kulturraum nicht weit weg sein kann. Tatsächlich entstammt der eigentliche Name des Berges der slowenischen Sprache und lautet „Ojstrnik“. Am und um den Oisternig herum gibt es einige Almen, die durch ein Netz aus Wegen und Pisten miteinander verbunden sind. Die bekannteste Alm dürfte die Feistritzer Alm auf 1720 m Höhe sein, die vom Gailtal her nur mit dem Mountainbike über eine Piste zu erreichen ist. Bis kurz vor die Dolinza-Alm aber, gelegen direkt an der italienisch-österreichischen Grenze zwischen dem Oisternig und dem 1965 m hohen Starhand westlich davon, führt eine asphaltierte Straße hinauf.
Informationen über die Alm können auf der Internetseite derselben nachgelesen werden. Ihr Name scheint ebenfalls der slowenischen Sprache nahe zu stehen und hat eventuell etwas mit dolina („Tal“ auf Slowenisch) zu tun. Auf der Alm gibt es nicht nur die auf der Internetseite erwähnten Almhütten, sondern auch das Alpengasthaus Starhand. Südlich der Dolinza-Alm kann man über den Lom-Sattel spazieren, über den die Grenze mit Italien verläuft, und am Rifugio Fratelli Nordio-Deffar vorbei ins Friauler Bergdorf Ugovizza absteigen.
Bezüglich des Wegs zur Alm soll nicht verschwiegen werden, dass seine Befahrung mit dem Rennrad eine grenzwertige Angelegenheit ist. Bis zur Koutschitz-Alm auf 1100 m Höhe ist die Straße in passablem Zustand, aber dahinter folgt ein halber Kilometer auf Schotter, an den sich ein ziemlich heftiges Steilstück auf Asphalt anschließt, das ein paar hundert Meter vor der Alm wieder in Schotter übergeht. Das Steilstück ist keine drei Kilometer lang, aber mit etwas höheren Steigungsprozenten gespickt als die Auffahrt zur Lammersdorfer Hütte, das eigentlich steilste der berüchtigten Kärntner Monster. Kurz und knapp gesagt: die Straße ist mit einer gewissen Herausforderung für Radler und Rosinante verbunden. Es sei an dieser Stelle nur denjenigen empfohlen, die ein Faible für übersteile Auffahrten besitzen. Alle anderen sollten die Dolinza-Alm links liegen lassen. Kärnten hat anderswo doch wesentlich erbaulichere Bergstraßen zu bieten.
Leider ist des Autors Kenntnis bezüglich des Wegewirrwars oberhalb des Gailtails begrenzt, aber er vermutet, dass Mountainbiker von der Koutschitz-Alm aus auch über die Dellacher Alm zur Egger Alm gelangen könnten. Mit dem Rennrad bietet sich in nächster Umgebung die Befahrung der Windischen Höhe – auch dieser Name weist auf das nahe Slowenien hin – oder der Villacher Alpenstraße am Dobratsch (2166 m Höhe) an. Will man nicht in Kärnten bleiben, so kann man über den Nassfeldpass im Westen nach Italien oder über den Wurzenpass im Osten nach Slowenien ausreisen.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Monsterrampe von Vorderberg8,6 km881 HmSchön: 2 SterneHart: 5 Sterne

Monsterrampe von Vorderberg  8,6 km / 881 Hm Schön: 2 Sterne Hart: 5 Sterne

In Vorderberg, einem kleinen Dorf westlich von Feistritz am Südrand des unteren Gailtals, fährt man den Hinweisen auf verschiedene Almen hinterher und steht schließlich an einer Kreuzung direkt am Rand des Waldes, der an den Flanken der Karnischen Alpen hinauf reicht. An der Kreuzung führt eine Straße nach links zur Werbutz-Alm, und eine andere Straße nach rechts zur Dolinza-Alm.
Sofort hinter der Kreuzung zieht die Straße, die bis zur Koutschitz-Alm etwas holprig und rissig ist, steil am Hang entlang nach Westen. Schon nach wenigen hundert Metern nähern sich die Steigungsspitzen bedenklich der 20 %-Marke, so dass man kaum Muße findet, um die zugegebenermaßen knappen Ausblicke zwischen den Bäumen hindurch ins Gailtal und zu den Gailtaler Alpen im Norden zu würdigen.
Auf dem zweiten Kilometer nimmt sich die Steigung hinter der ersten Serpentine der Auffahrt etwas zurück, bleibt aber zunächst einmal im Bereich von 10–14 %. Da die Bäume doch sehr dicht um die Straße herumstehen, gibt es nicht viel zu sehen. Hinter einer markanten Kehre verläuft die Straße oberhalb der Schlucht des Vorderberger Wildbachs. Hin und wieder sieht man nun die Berge der inneren Karnischen Alpen vor und über sich.
Um Kilometer 4 herum wird es etwas flacher, so dass man bis zum Erreichen der Koutschitz-Alm (ca. 1120 m Höhe) auf dem fünften Kilometer ein wenig Verschnaufen kann. Bei Besuch des Autors im Juni 2010 war die Alm geschlossen, aber ein Schild wies darauf hin, dass der Betreiber bald wiederkäme. Wer weiß, vielleicht hatte man das Schild schon im Herbst des vorangegangenen Jahres angebracht. Die Alm ist keine Alm im eigentlichen Sinne, denn es gibt keine Bergwiesen um die Hütte herum.
Hinter der Alm steigt die Straße kaum merkbar an. Es geht weiter am Rand der Schlucht voran. Auf der anderen Seite der Schlucht meint man zwischen den Bäumen eine steile Straße erkennen zu können, die in die entgegengesetzte Richtung führt. Tatsächlich ist dies der Weg zur Dolinza-Alm.
Wie gelangt man auf diesen Weg? Nun, etwa einen halben Kilometer hinter der Koutschitz-Alm zweigt an einem Holzhaus eine Schotterpiste nach links in die Schlucht ab. Die asphaltierte Straße führt weiter leicht ansteigend nach Westen, vielleicht führt sie zur Dellacher Alm, vielleicht fällt sie später wieder ins Gailtal ab.
Die Schotterpiste ist zum Glück nur ungefähr einen halben Kilometer lang, nervt aber ziemlich. Empfindlichen Carbonrennern droht dort der Exitus. Zumal man auf dem Rückweg wieder über den Schotter nach oben pflügen muss. Die Piste endet an einer doch ziemlich provisorisch aussehenden Brücke über den Vorderberger Wildbach.
Hinter der Brücke beginnt das Vergnügen. Die nun wieder asphaltierte Straße bäumt sich furchterregend auf. Auf den folgenden etwas mehr als zwei Kilometern muss mit Steigungsmaxima von über 20 % gerechnet werden, wobei gerade der Abschnitt hinter der Brücke sehr schwer zu fahren ist. Die Straße ist dort voller Dreck, Steine und Zweige. In der Straßenmitte ist das Fahren mit einem Rennrad unmöglich, und selbst auf den etwas weniger verschmutzten Fahrstreifen links und rechts dreht das Hinterrad immer wieder durch, wenn man aus dem Sattel geht. Slalom fahren ist also zum Scheitern verurteilt. Der Autor fuhr beinahe das komplette Supersteilstück im Stehen und musste einmal aus den Pedalen klicken, weil dem Hinterrad leider doch der Grip ausging. Zum Glück wird die Straße aber umso sauberer, je höher man sich durchbeißt, und der Straßenbelag ist schließlich sogar von besserer Qualität als weiter unten vor der Koutschitz-Alm.
Dieses Extremsteilstück hat eine Durchschnittssteigung von geschätzten 15–16 %. Im Vergleich mit anderen überharten Anstiegen sei erwähnt, daß es ein klein wenig schwerer zu fahren ist als zum Beispiel der Mittelteil von Punta Veleno, was aber an den erwähnten Straßenbedingungen der Dolinza-Zufahrt und nicht an eventuell höheren Steigungsprozenten liegt.
Die Straße führt auf jenem Abschnitt erst, wie oben angedeutet, auf der südlichen Seite der Schlucht des Vorderberger Wildbachs entlang, knickt nach Süden in Richtung des Kamms der Karnischen Alpen ab und zieht sich danach über einige Serpentinen am Hang eines dem Starhand vorgelagerten Bergrücken hinauf.
Das Steilstück endet an einem Kuhrost. Ab dem Rost, hinter dem die letzte Serpentine des Anstiegs folgt, radelt man auf zusehends flacher werdender Straße oberhalb einer zweiten Schlucht, durch die ein Bach strömt, der möglicherweise Dolinza-Bach heißt. Die offenen Abschnitte werden größer, so dass man endlich einmal die Berge rundherum begutachten kann.
Vor der Dolinza-Alm ist endgültig Schluss mit dem Asphalt. Nur noch leicht ansteigend geht es dem Ziel entgegen. Der Übergang nach Italien ist ohne Probleme oberhalb der Almhütten auszumachen. Es sei noch gesagt, dass direkt vor der Alm der eben erwähnte Wildbach die Straße kreuzt. Man sollte dort sein Rad kurz schultern, wenn man es noch eine Weile gebrauchen möchte.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

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