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Felsberger Älpli (2019 m)

Auffahrten

Von poli – Um es nochmals deutlich zu machen: Diese Auffahrt ist nicht für jedermann geeignet. Der Kreis der Leute, die so steile Straßen lieben, ist ja an sich schon nicht sehr groß. Die Schnittmenge mit den Schotterliebhabern dürfte sicher sehr klein ausfallen. Wer einen Versuch wagen will, der sollte sich vorher einige Gedanken zum geeigneten Material machen. Bis vor kurzem bin ich alles mit einer Übersetzung von maximal 30/27 gefahren. Auf Asphalt geht damit sowieso alles, und selbst steile Schotterrampen ließen sich damit immer gut durchdrücken.
Bei dieser Straße aber sah ich damit für mich keine Chancen. Auf derart losem Untergrund ist es absolut ausgeschlossen, zwischendurch ab und zu in den Wiegetritt zu wechseln und sich so etwas zu entlasten. Ab dem Ende des Asphalts muss jeder Meter im Sitzen gefahren werden. Aus diesem Grund entschied ich mich, hinten eine 32er Kassette zu montieren. Das sieht schon recht lächerlich aus, aber zum Posen fährt man nicht auf das Felsberger Älpli. Und die Gefahr, sich vor Kollegen zu blamieren, ist hier gewiss nicht gegeben. Bei den Reifen sollte man auf eine gute Pannensicherheit achten. Die Steine sind recht spitzig.

Den Beginn der Auffahrt findet man beim Steinbruch nordöstlich der Gemeinde Felsberg. Dieses Dorf liegt etwa drei Kilometer westlich von Chur. Die Straße wird unmittelbar steil. Für die ersten 900 Meter kommen wir noch in den Genuss eines Asphaltbelags. Obwohl der erste Kilometer mit 18,6 % der steilste der ganzen Auffahrt ist, blieb mir dieses Stück praktisch nicht in der Erinnerung hängen. Alles nachfolgende ist wesentlich anspruchsvoller.
Bei der fünften Kehre endet der Asphalt. Die Steilheit bleibt gleich. Nach zwei weiteren Kehren gelangt man zu einer sehr schönen Passage, bei der die Straße eine Felswand durchquert. Nicht so schön ist aber der Zustand des Weges. Hier wird es zum ersten Mal wirklich übel. Es ist sehr wichtig, dass man immer gut auf den Weiterweg achtet. Nur mit präzisem Steuern kommt man hier ohne auszurutschen durch.
Nach insgesamt 3,6 Kilometern gelangt man zur Alp Unterberg. Das erste harte Stück mit durchschnittlich 18 % ist hier überwunden. Nun folgen etwa zwei Kilometer, die deutlich einfacher sind. Dieser sehr schöne Abschnitt weist einen Schnitt von nicht ganz 14 % auf.
Nach einer Abzweigung, welche zur Alp Oberberg führt, zieht die Straße dann aber wieder an. Der nun folgende Abschnitt war für mich der härteste. Dieses mörderische Stück ist etwa 1,5 Kilometer lang. Immer wieder gibt es Stellen mit gut 20 % Steigung.
Nachdem die Straße den Wald verlässt, kommt man nach insgesamt sieben Kilometern unvermittelt zum eizigen, etwa fünfzig Meter langen Flachstück. Hier hat man es beinahe schon geschafft. Jetzt folgt der leichteste Abschnitt. Dieser ist auch etwa 1,5 Kilometer lang und der Schnitt beträgt nur gut 12 %. Der Wald wird hier immer lichter und man genießt prächtige Ausblicke.
Auf 1950 Metern Höhe gelangt man zur letzten Kehre. Das Gelände legt sich hier deutlich zurück. Das veranlasste die Straßenbauer, sich eine letzte Gemeinheit einfallen zu lassen. Sie bauten den Weg praktisch in der Falllinie. Es gilt, die letzten Kräfte zu mobilisieren. Teilweise tritt hier der blanke Fels an die Oberfläche. Bei wieder bis zu 20 % muss man beinahe eine Trial-Einlage hinlegen.
Nach einem leichten Rechtsknick flacht es dann für die letzten Meter aber definitiv ab. Und genau hier passierte mir, nur drei Meter vom rettenden Ufer entfernt, ein blödes Missgeschick. Auf einer metallenen Wasserrinne glitt ich aus und schlug mir an der Pedale ein Schienbein blutig. Ich muss gestehen, dass mir die Kraft und die Motivation fehlten, nochmals zur Kehre zurückzugehen, um wieder losfahren zu können. So schob ich halt mein Rad die letzten steilen Meter und rollte danach trotzdem zufrieden bis zur aussichtsreichen Alphütte am Straßenende.

Auf der Abfahrt sollte man dann keinesfalls versuchen, das jämmerliche Stundenmittel des Aufstiegs aufzupolieren. Unterwegs kommt man an drei Brunnen vorbei, welche es ermöglichen, mit Wasser die rauchenden Felgen abzukühlen.


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02:02:00 | 08.08.2019
Fritz
Dolce Vita

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