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Grand Colombier (1501 m)

DSC 8416.

Auffahrten

Von Niklas – Die Anfahrt zum Colombier ab Culoz ist zweifellos die schönste der vier Auffahrten. Das liegt nicht nur an den sehr schönen Aussichten, die man immer wieder hat, sondern vor allem an ihrer Vielseitigkeit. Während der untere Abschnitt durch die Weinberge und Kiefernwälder oberhalb von Culoz fast schon ein provenzalisches Flair versprüht – mal abgesehen davon, dass es im Hochsommer am Südhang auch entsprechend heiß werden kann – ist der Mittelteil juratypisch dicht bewaldet, und im Schlussteil wirkt die karge Hochfläche fast schon ein wenig alpin.
Der Startpunkt ist durch die gute Beschilderung in Culoz einfach zu finden. Zudem informiert am Fuß des Anstiegs, der auf den ersten Metern durch einen Weinberg verläuft, eine Informationstafel über die anstehende Aufgabe. Die prognostizierten 6,9 Prozent Durchschnittssteigung für die kommenden 18 km werden jedoch auf den ersten sieben Kilometern deutlich überboten, denn nachdem man den Weinberg durchquert hat, steigt die Straße bei rauem Belag mit durchschnittlich 8,4 Prozent an. Dabei verläuft die Straße teilweise sehr spektakulär, zunächst in einigen achterbahnartigen Serpentinen, anschließend neben steilem Abgrund direkt an der Bergflanke entlang, dabei immer mit tollem Ausblick auf das Rhônetal. Auf diesem Abschnitt, der praktisch geradlinig am Berg entlang verläuft, hat man das steilste Stück (3 km bei 9,7 Prozent, Spitzen bis zu 12 Prozent) des Anstiegs zu bewältigen. Anschließend flacht die Straße jedoch merklich ab und man kann den Schatten des sich nun auf beiden Seiten ausbreitenden Waldes genießen.
Die Verschnaufpause währt allerdings nur kurz, denn nach der Hälfte der Strecke trifft die Straße auf die Route von Anglefort. Dies ist der Startschuss für letzte echte Prüfung bis zum Gipfel. Immer steiler werdend zieht sich die Straße auf den nächsten drei Kilometern fast ohne Kurven durch den dichten Wald, anfänglich mit 8 Prozent, später mit Spitzen bis zu 14 Prozent. Nach der zweiten Haarnadel flacht die Straße jedoch wieder merklich ab, bleibt aber bis ca. 3 Kilometer vor dem Gipfel nun sehr unrhythmisch, was ganz schön an die Substanz gehen kann, wenn man im steileren Teil zu viele Körner gelassen hat.
Dann verlässt man auf einmal den Wald, und der Blick wird endlich frei auf den Gipfel. Der Charakter der Umgebung verändert sich schlagartig. Jetzt führt die Straße über offenes Almgebiet (Vorsicht! Kühe und Kuhgitter auf der Straße) mit nur noch mäßiger Steigung. Auch wenn die absolute Höhe natürlich deutlich darunter liegt, kommt man sich so vor, als habe man soeben die Baumgrenze durchquert – noch ein Grund, warum der Grand Colombier wie ein ausgewachsener Alpenpass wirkt. Der Blick wird nun unweigerlich immer nach rechts wandern, denn dort haben wir nun ein sensationelles Panorama über das Rhonetal hinweg. Als Krönung prangt das schneebedeckte Montblanc-Massiv am Horizont. Inzwischen führt uns eine Gerade in nördlicher Richtung geradewegs auf die Passhöhe zu. Bei dieser Aussicht vom Feinsten sollte es uns auch nicht schwer fallen, für die Schlussrampe auf den letzten 500 Metern nochmal alle Kräfte zu mobilisieren – hier wird es nämlich plötzlich noch einmal etwa 12 % steil.

15 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:22:20 | 23.07.2013
breis89
Mittlere Zeit
01:38:16 | 01.10.2016
Floris
Dolce Vita
01:57:00 | 25.09.2011
iberobiker
Von majortom – Der Ausgangsort der Ostrampe liegt nur leicht oberhalb des Rhône-Tals, so dass bis zum Pass am Grand Colombier ein stolzer Höhenunterschied von 1256 Hm zu überwinden ist. Spätestens diese Zahl sollte einem klar machen, dass man es hier mit einen Anstieg zu tun hat, der einem Alpenpass durchaus ebenbürtig ist, wenn nicht aufgrund der teilweise steilen Rampen sogar manchen überlegen.
Die D120A zum Grand Colombier zweigt nördlich des Ortszentrums von Anglefort ab. Es ist eine recht unscheinbare Abzweigung, und sie bringt uns auf eine genauso unscheinbare, schmale Straße, die zunächst noch Ausläufer des Ortes durchquert. Am Hang entlang führt sie zunächst in südlicher Richtung, so dass man zur Mittagszeit der prallen Sonne ausgesetzt ist, trotz des umgebenden Waldes. Auf den ersten 4,5 km liegt die Steigung im oberen einstelligen Prozentbereich und kratzt auch manchmal an der 10-Prozent-Marke. Der Asphalt ist typisch französisch rau, und die Straße ist teilweise mit Rollsplitt bedeckt, so dass insbesondere in der Abfahrt hier Vorsicht angesagt ist.
Die erste Zäsur nach 4,5 km stellt die erste Kehre dar. Wir ändern jedoch nicht nur die Richtung, auch die Prozente schnellen plötzlich in die Höhe und erreichen 13 %. Die Steigung ist jedoch rhythmisch und mit bergtauglicher Übersetzung gut zu meistern. Noch immer sind wir im dichten Wald unterwegs, der nur hin und wieder Blicke ins Rhône-Tal oder sogar zum Lac de Bourget zulässt. Auf eine zweite Kehre (5,6 km) folgt eine dritte (6,1 km), wo unsere Route gleichzeitig auf die Variante von Culoz trifft.
Der weitere Teil der Auffahrt ist dort beschrieben.

3 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
01:35:00 | 28.09.2014
chriscam
Dolce Vita
Von Niklas – Die eigentliche Westrampe beginnt erst in Virieu-le-Petit, wo die Route über den Col du Grand Colombier von der hinter der Jurakette entlang führenden D69 abzweigt. Man kann jedoch noch ca. 400 Hm auf 7 km anhängen, wenn man bereits im Tal in Artemare startet.
Von Artemare aus folgt man zunächst der D31 in nördlicher Richtung, bis man nach ca. zwei Kilometern rechts in Richtung Virieu-le-Petit abbiegt. Diese Anfangspassage durch Artemare selbst und über die folgenden sieben Kilometer bis Virieu-le-Petit steigt nur mäßig mit 4 bis 7 Prozent an, so dass man genug Zeit hat, die reizvolle Wiesenlandschaft oberhalb von Artemare zu bewundern, und den ein oder anderen Blick nach Süden ins Rhônetal zu erhaschen. Allerdings sollte man diese ersten Kilometer zum Warmfahren nutzen und sich nicht durch die angenehme Steigung schon zu Beginn zum Tempobolzen hinreißen lassen.
Denn wenn in Virieu-le-Petit die D120c nach rechts abzweigt, sollte man noch möglichst viele Körner übrig haben. Ab hier beginnt der zweite Teil des Anstiegs, auf dem in 8,4 Kilometern bis zur Passhöhe noch 880 Höhenmeter überwunden werden müssen.
Praktisch mit Verlassen des Ortes wird die Straße merklich steiler, und der Straßenbelag wechselt auf den üblichen groben französischen Asphalt, der das Fahren nicht unbedingt erleichtert. Nach der Einfahrt in den Wald gibt es für den Fahrer nach jeder der insgesamt vier Spitzkehren eine neue Überraschung; es wird tatsächlich immer noch steiler als zuvor. Die Krönung dieser vier Kilometer langen Rampe stellt der „Le Mur“ genannte Abschnitt zwischen Kilometer 10 und 11 (ab Artemare) dar. Hier werden auf nur 400 m Strecke über 75 Höhenmeter zurückgelegt. Wer nach der Kehre diese Passage erblickt, wird unweigerlich den Spitznamen verstehen.
Nach insgesamt 4,5 Kilometern Quälerei erreicht man mit Verlassen des Waldes einen Wiesensattel. Hier trifft die Straße die von Lochieu kommende D120. Auf den kommenden 1,5 Kilometern kann man dann endlich den Ausblick auf die Juralandschaft und die bereits geschafften Höhenmeter genießen, denn zum einen behindert der Wald nicht mehr die Sicht, und zum anderen verläuft die Strecke mit 3,5 Prozent Steigung jetzt praktisch eben. Das Vergnügen währt jedoch nur kurz, denn auf den letzten knapp 3 Kilometern müssen dann noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert werden. Der Wind kann hier oben merklich auffrischen und die durchschnittlich 9,8 Prozent bis zur Passhöhe deutlich steiler erscheinen lassen.
Hat man jedoch gute Sicht, so kann man sich auf einen nahezu magischen Moment gefasst machen: erst auf den letzten Metern, den Sattel schon im Blick, taucht hinter der Kuppe das gigantische schneebedeckte Montblanc-Massiv auf, und man kann sich mit einer grandiosen Aussicht von der Passhöhe für die Strapazen entschädigen.

4 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:25:00 | 11.07.2012
chriscam
Mittlere Zeit
Dolce Vita
01:30:00 | 28.09.2014
chriscam
Von majortom – Man könnte auf die Idee kommen, die Auffahrt von Lochieu als „Weichei-Variante“ zu bezeichnen, da sie, wie die Auffahrt von Virieu, von Westen auf den Grand Colombier führt, aber die 19-Prozent-Rampe im untersten Teil auslässt. Schaut man jedoch auf das Steigungsprofil, so wird schnell klar, dass es auch die Auffahrt von Lochieu in sich hat und man aufgrund vieler Abschnitte, die deutlich im zweistelligen Prozentbereich liegen, auch hier von einer harten Auffahrt sprechen muss.
Es beginnt jedoch auf den ersten beiden Kilometern noch sanft. Am südlichen Ortsausgang von Lochieu nehmen wir die D120, die auch in Richtung Grand Colombier ausgeschildert ist. Eine Serpentine und zwei etwas weiter geschwungene Kurven erwarten uns bei etwa 5–7 % Steigung, es geht durch Wiesen und Weiden oberhalb von Lochieu. Mit einer Rechtskehre nach 2 km wird dann der erste steilere Teil eingeleitet. Nun im Wald, geht es bei 10 % und darüber bergauf, zwei weitere Kehren werden durchfahren, und schließlich geht es mehr oder weniger gerade am Hang entlang bis Kilometer 4,4.
Nun fahren wir in ein Seitental hinein. Dabei können wir zunächst mal wieder etwas durchschnaufen, denn die nächsten 1,3 km verlaufen flach. Auch nachdem die Straße die Talseite gewechselt hat, wird es noch nicht wirklich steiler, doch nach insgesamt 7,2 km bekommt man es mit einer Rampe zu tun, die für fast zwei Kilometer oberhalb der 10-Prozent-Marke liegt. Die Kreuzung, wo wir auf die Auffahrt von Virieu treffen, beendet diesen Abschnitt.
Damit haben wir den steilsten Teil unserer Auffahrt bereits hinter uns und die Virieu-Rampe erfolgreich umfahren. Dennoch fehlen noch etwa 350 Hm auf 4 km, die oben beschrieben sind. Insbesondere die letzten beiden Kilometer zur Passhöhe haben es noch einmal deutlich in sich. Da man sich jedoch mit zunehmender Höhe auch an immer beeindruckenderer Aussicht erfreuen kann, sollte sich jedoch auch dieser Schlussabschnitt gut meistern lassen.

6 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
01:28:00 | 28.09.2014
chriscam
Dolce Vita
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