Col de la Biche (1325 m)

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Col de la Biche (1325 m)

Jura, Rhône-Alpes.
der untere Teil.
Der Col de la Biche ist ein unbekannter schöner kleiner Pass nordwestlich des Lac de Bourget und der kleine Bruder des benachbarten Grand Colombier. Zwar ist er doch leichter als die äußerst harte Westrampe des großen Nachbarn, unterschätzen sollte man ihn jedoch nicht, zeichnet er sich z.B. im Hauptteil der Ostrampe mit einem Schnitt von über 9 % auf ca. 9 km aus, da wird manch großer Alpenpass ganz blass vor Neid (Vergleichsgröße ist vielleicht der Glaubenbüelenpass ab Giswil in der Schweiz).
Verkehr gibt es hier fast nicht, so dass man die Ausblicke auf die Umgebung und bei guter Sicht sicher auch auf die Savoier Alpen in Ruhe genießen kann. Da man nicht in dichtem Wald fährt, sollte man bei der niedrigen Meereshöhe die Sonneneinstrahlung besonders im Sommer durchaus beachten, es kann so richtig heiß werden.
Als Kombination bietet sich selbstverständlich die Runde Seyssel – Col de la Biche – Brenaz – Virieu-le-Petit – Grand Colombier – Seyssel an, kurz und äußerst knackig hat man schnell deutlich über 2000 Hm zusammen. Aber Achtung, wer am Col de la Biche zuviel Körner lässt, der wird spätestens kurz nach Virieu-le-Petit bitter bestraft (selbst erlebt, aber trotzdem nicht bereut).
Wählt man den Grand Colombier zur Weiterfahrt, so gibt es benachbart zur steilsten Rampe auch eine „etwas” leichtere Auffahrt, oder man kann ihn auch ganz umfahren und für einen anderen Tag aufsparen.
Zahlreiche andere kleinere Pässe eignen sich ebenfalls zur Kombination, so z.B. vorab der Col de Sapeney oder der Mont Clergeon auf der anderen Seite der Rhone – ebene Strecken findet man in dieser Gegend kaum.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Ostanfahrt von Seyssel16 km1140 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne

Ostanfahrt von Seyssel  16 km / 1140 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Als Startpunkt ist hier der Weinort Seyssel gewählt, obwohl die richtige Rampe erst ein wenig weiter oben anfängt. Auf jeden Fall startet man direkt an der Rhone auf ca. 260 m Höhe und folgt der D991 Richtung Gignez. Die ersten gut 100 Hm legt man dann bei moderaten Steigungen ideal zum Einfahren zurück. Wenn man Gignez erreicht, fährt man flach rechts in den Ort hinein und erreicht bald den eigentlichen Abzweig zum Col de la Biche.
Zum Col geht es scharf links ab, und die Straße zieht gleich auf ca. 17 % an – dies lässt einen Böses ahnen, aber es bleibt nur sehr kurz im Ort so steil. Danach pendelt sich die Straße bei um die 8–10 % ein und führt relativ gleichmäßig nach oben, mal ein steilerer Kilometer mit bis zu 12 %;, dann wieder auch mal 8 % – hart aber fair. Erhohlungsstücke gibt es allerdings auch nicht.
Der Belag ist besonders unten teilweise neu, ansonsten der typisch französische raue Asphalt. So schlängeln wir uns noch eine ganze Weile bis oben kurvig in ca 10 Kehren den Hang empor. Erst knapp 9 km nach Gignez wird es endlich deutlich flacher, und wir fahren auf das Hochplateau der Anhöhe (Montagne du Grand Colombier). Das scheint ein recht beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen zu sein, zumindest sieht man die paar Autos wieder, denen man unterwegs begegnet ist.
Komischerweise sucht man hier vergebens ein Passschild, wo doch in Frankreich jeder noch so jämmerliche Hügel damit ausgestattet ist. Des Rätsels Lösung folgt aber bald – nach einer kurzen Zwischenabfahrt muss man noch mal knapp 100 Hm hinauf. Am Tiefpunkt der Senke hat man dann auch einen sehr schönen Ausblick auf den Colombier, der vielversprechend oder unheilsschwanger (wenn man weiß, was einen erwartet) in nächster Nähe emporragt. Nach dem unangenehmen, da unerwarteten erneuten Anstieg gibt es dann selbstverständlich doch noch ein Passschild für uns.

Danach fährt man auf dem kleinen Sträßchen nun deutlich waldreicher die Westrampe (scheint auch nicht ganz einfach zu sein) hinunter bis nach Brenaz. Will man zum Colombier, hält man sich dann links und folgt der Ausschilderung nach Virieu-le-Petit (die hier bereits treffend beschriebene steilste Anfahrt müsste der dritte ausgeschilderte Abzweig nach links sein – alle Wege führen hier zum Colombier). Andernfalls kann man ab Brenez auch rechts oder geradeaus – in dieser hügeligen Voralpen-Landschaft gibt es unzählige Möglichkeiten um weiterzufahren.

Wer in der Gegend ist – einfach mal nicht bis Bourg d’Oisans weiterfahren – Lac de Bourget – Lac d’Annecy – Chartreuse und insbesondere der Vercors mit seinen grandiosen Schluchten sind absolut fantastische Gegenden zum Radfahren.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

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stb72 Mail an Absenderohne Zeit03.06.2007