Mont Ventoux (1909 m)

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Mont Ventoux (1909 m)

Alpen, Provenzalische Alpen, Provence-Alpes-Côte d'Azur.
nicht mehr weit
Le Géant de Provence – Gigant der Provence – wird der 1912 m hohe Mont Ventoux auch genannt. Und dieser Name ist auch berechtigt – während die Provenzalischen Alpen von Nordost nach Südwest immer mehr abflachen und das Terrain von bergig über hügelig allmählich ins flache Rhonedelta übergeht, erhebt sich an ihrem westlichen Rand im Département Vaucluse der Ventoux als letzter hoher Berg, der sozusagen die gesamte Provence überragt. Als einsamer Vorposten, mit seinem markanten kahlen, weißen Gipfel, einer kargen Fels- und Geröllwüste, ist er schon von weitem auszumachen. Entsprechend hat man von oben – entsprechende Sichtverhältnisse vorausgesetzt – einen hervorragenden Rundumblick, der vom Mittelmeer bis zu den Hochalpen reicht.
„Windiger Berg“, so könnte man Mont Ventoux wörtlich übersetzen. Auch dieser Name hätte seine Berechtigung, denn meist pfeift der Mistral um seinen Gipfel, was die bizarre Felsszenerie wohl zu einer noch unwirtlicheren Umgebung macht. Möglicherweise ist der Ursprung des Wortes jedoch noch älter und geht auf einen keltischen Begriff zurück – ein Zeichen dafür, dass der Berg auch schon zu früheren Zeiten das Interesse der umliegenden Bevölkerung geweckt hatte. Vermutlich im Jahre 1336 wurde der Berg dann das erste Mal bestiegen – ausgerechnet von einem Dichter, der sich wohl auch angezogen fühlte von dem Mythos, der den Gipfel irgendwie umgibt (Quellenangabe). Heute führt eine Passtraße auf den Gipfel und zum dortigen Observatorium, die sich von den drei Ausgangspunkten Bédoin, Malaucène und Sault befahren lässt.

Der Mythos Mont Ventoux wird in der heutigen Zeit jedoch vor allem durch den Radsport und die Tour de France geprägt, 1951 wurde er bei der Grande Boucle zum ersten Mal unter die Räder genommen. Der Ventoux zählt dabei wohl gemeinsam mit dem Col du Tourmalet in den Pyrenäen, dem Col du Galibier in den Hochalpen sowie der Bergankunft in Alpe d’Huez zu den vier bekanntesten bei dieser Rundfahrt bezwungenen Anstiegen – man könnte sogar sagen, dass der Ventoux aufgrund seiner isolierten Lage und der besonderen Schwierigkeiten aus dieser Aufzählung sogar noch ein klein wenig heraus tritt. Besonders schwer ist der Anstieg unter anderem durch die zum Teil stürmischen Windverhältnisse, die in der weißen Geröllwüste vorherrschende Hitze und die unrhythmische Schlussrampe bei der meist bezwungenen Südanfahrt. Auf tragische Weise zu spüren bekam dies 1967 der britische Fahrer Tom Simpson, der – mit Amphetaminen zugedröhnt – seine Kräfte überschätzte und sich zunächst erschöpfungsbedingt ins Delirium und dann in den Tod radelte. Ein Gedenkstein erinnert an der Stelle, wo Simpson starb, an seinen Tod und darf auch als ein Mahnmal gegen Doping, Raubbau am eigenen Körper und Erfolgsdruck angesehen werden.
Zuletzt war der Mont Ventoux bei der Tour de France 2009 sogar zum absoluten Highlight erkoren worden, als er als Bergankunft auf der vorletzten Etappe das letzte Kräftemessen der Favoriten beherbergen sollte. Obwohl die Tour-Strecke damals dem ehemaligen Seriensieger und Rückkehrer Lance Armstong auf den Leib geschneidert zu sein schien, triumphierten letztendlich andere: Juan Manuel Garate gewann die Etappe als Ausreißer, und Lance’ Teamkollege und größter Rivale Alberto Contador verteidigte souverän sein Gelbes Trikot, das er so auch tags darauf auf den Champs-Elysées in Paris tragen durfte.

Als weiteren Geheimtipp in der Nähe empfehlen wir hier die südwestlich des Mont Ventoux gelegene Gorges de la Nesque zur Kombination für eine Tagestour.
Für die Beschreibung danken wir wellfleischoberst Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Südrampe von Bédoin21 km1609 HmSchön: 4 SterneHart: 5 Sterne
Westrampe von Malaucène21 km1679 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne
Ostrampe von Sault26 km1194 HmSchön: 4 SterneHart: 2 Sterne

Südrampe von Bédoin  21 km / 1609 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südrampe von Bédoin
In Bedoin startet die Straße mir mäßiger Steigung von etwa drei Prozent durch landwirtschaftlich genutzte Felder. In weiter Ferne sieht man den Gipfel und die markante Antenne, und ich konnte nicht so recht glauben, dass es bis dort 1600 Höhenmeter werden sollten. Die Straße steigt zwischen Kilometer drei und sechs mit ca. fünf-prozentiger Steigung, danach ist man schon im Wald, und die Steigung beträgt auf den nächsten acht Kilometern konstant um die neun Prozent, nie weniger, manchmal deutlich mehr. Diesen Teil empfand ich als den härtesten der Strecke. Kurz vor dem Chalet Reynard (1420 m) lässt die Steigung etwas nach. Am Chalet Reynard treffen sich die Straßen der Anfahrt von Sault und Bedoin und führen dann gemeinsam weiter dem Gipfel zu, der ab hier ständig zu sehen ist, da es nun keine Bäume oder sonstwas mehr gibt, sondern nur noch Steine, Steine, Steine.
Am Chalet Reynard gibt es einen Brunnen mit Trinkwasser. Er befindet sich links vom Chalet zwischen zwei hohen, rot-weißen Stangen. Doch höher frequentiert ist eindeutig das Chalet selbst, das vor den letzten Strapazen zum Gipfel noch einmal zur Rast einlädt. An schönen Tagen sieht man an den zahlreichen Rennrädern an der Terrassenbrüstung, wie viele Radler dieser Versuchung erliegen.
Unmittelbar nach dem Chalet Reynard fährt es sich sehr angenehm, die Steigung ist mit ca. fünf Prozent schon eine echte Erholung. Nach einem Kilometer ist der Spaß wieder vorbei, und es geht mit acht Prozent die letzten fünf Kilometer nach oben. Besonders reizend fand ich die allerletzte Kurve vor dem doch sehr kleinen Plateau, ich hatte etwas Angst, nach hinten rüber zu fallen.
Die Abfahrt über den Nordhang können wir nur empfehlen. Eine frisch geteerte Straße ohne viele Kehren und alles sehr, sehr übersichtlich.
Für die Beschreibung danken wir Torsten Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Bergschnellfahrer Mail an Absender1 h 09 m 41 s15.08.2010
Mittlere Zeit: ABO1906 Mail an Absender1 h 53 m 21 s01.10.2008
Langsamste Zeit: 3 h 51 m 24 s25.05.2007

Westrampe von Malaucène  21 km / 1679 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westrampe von Malaucène
Die gute Infrastruktur in Malaucène macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für eine Fahrt auf den Mont Ventoux. Wie in vielen französischen Städten, befindet sich am Ortsausgang ein Campingplatz, von dem aus man den Mont Ventoux angehen kann.
Aus dem Ort heraus folgt man einfach der Beschilderung. Die Straße startet sogleich mit Steigungen zwischen 3 und 10 % und dem Blick auf Pinien links und rechts des Weges. Zunächst erklimmt die Straße den linken, nach einer Kehre im Tal die rechte Seite des Hanges. Man überfährt einen kleinen Vorpass, nach dem sich die Straße wieder nach links wendet, und einen zweiten Vorpass in Angriff nimmt. Hier sieht man den nächsten Gipfel, der ein bisschen wie eine bewachsene Version des Ventoux aussieht. Die Straße ist sauber und neu asphaltiert.
Die Steigung geht hier kurz zurück, bevor es dann wieder weitergeht mit 10 % am zweiten Berg. Links am Gipfel vom zweiten Berg passiert man die Kreuzung, an der es links zur Skistation Mont Serein, dahinter folgt das Restaurant Chalet Liotard.
Noch bleiben 6 km und durchschnittlich 10 % Steigung bis oben. Kurz nach der Abzweigung werden die Bäume weniger, und um die Ecke sieht man den Mont Ventoux in voller Pracht. Die Straße geht in perfektem Zickzack-Kurs bis oben auf die Antennen zu.
Der Gipfel ist nach 21 Kilometern erreicht. Ein kleines Geschäft hat etwas zu Essen, aber wenn man ein paar hundert Meter weiter runter fährt, ist auch ein Restaurant (mit nicht gerade freundlicher Bedienung) eine Möglichkeit.
Fährt man weiter nach Bédoin, ist die Landschaft bis zum Chalet Reynard weiter karg, wird aber schnell wieder bewachsen, und diesmal nicht mit Pinien, sondern mit schönen hellgrünen Pflanzen und Bäumen. Die Straße schlängelt durch kleine Schluchten bis unten. In Bedoin hat man 45 km auf der Tacho.

Von hier geht es hoch und runter zurück nach Malaucène. Hier überfährt man einen Col de la Madeleine, von denen es in Frankreich neben dem berühmten so viele gibt. Dieser hier ist aber nur knapp über 300 m hoch. Nach 57 km ist man zurück in Malaucène.
Im Nachhinein würde ich die Anfahrt von Bédoin bevorzugen, denn dann kann man auf der Abfahrt nach Malaucène die gut gebaute Straße ausnutzen.
Für die Beschreibung danken wir GelbeRakete Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Nick Mail an Absender1 h 04 m 40 s17.07.2007
Mittlere Zeit: FranzHacki Mail an Absender1 h 55 m 14 s21.06.2010
Langsamste Zeit: 3 h 27 m 00 s14.07.2008

Ostrampe von Sault  26 km / 1194 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostrampe von Sault
Die Ostrampe über Sault ist die relativ leichteste Tour zum Mont Ventoux. Auch nicht so gut trainierte Fahrer können hier ihr persönliches Mont Ventoux-Erlebnis erfahren.
Die Anfahrt ist mit 26 km auch die längste. Dafür kommt der Schnitt nicht über gemäßigte 4,4 % hinaus. Einige noch flachere Ruhepassagen sorgen für einen angenehmen Aufstieg.
Den Ausgangspunkt kann man auf einen großen Parkplatz in Sault festmachen. Übrigens lädt Sault zum Bummeln ein, und es gibt bestimmt einige Gelegenheiten, seine Kratftspeicher aufzufüllen.
Hinter Sault, der sogenannten Lavendelstadt, fährt man zuerst durch die Anbaufelder ca. 5 km zum bewaldeten Anteil der Fahrstrecke, die ihr Ende am Chalet Reynard findet. Der weitere Verlauf ist in der obigen Beschreibung zu finden.
Alles im allem ist es eine moderate Besteigung des Mont Ventoux.
Für die Beschreibung danken wir Samborax Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: qpeer Mail an Absender1 h 10 m 26 s08.06.2005
Mittlere Zeit: nobody_moe Mail an Absender1 h 51 m 00 s24.08.2008
Langsamste Zeit: 3 h 00 m 00 s11.07.2011